Kurze Wirtschaftsmeldungen
Thüringen hat mit Bayern. Groß Hessen und Hannover „Kompensations Abkommen" abgeschlössen.
Von Bayern kommt Zellulose im Tausch gegen Zellwolle und Schwefel. Groß Hessen liefert Autoreifen, Farbstoffe, Arzneimittel und Zelluloscaitikel gegen Zellwolle, Saatgut, Glaswaren und Kali. Aus der Provinz Hannover kommen Autoreifen, Lastwagen, Öle und Fette, Textil- und Lederfarbstoffe, Kochherde und elektrische Haushaltgeräte; dafür liefert Thüringen Gcmiiseshmereien, Zellwolle, Hohlglaswaren und Haushaltglaswaren.
Nach Washingtoner Meldungen laufen aussichtsreiche Verhandlungen zwischen den USA und den übugcn drei Besatzungsmächten über die baldige Wiederaufnahme von Baumwollverschiffungen nach Deutschland. Die Zahl der intakten Spindeln wird m:t über 6 Millionen (für alle vier Besatzungszonen) angegeben.
Der Alliierte Kontrollrat teilt mit, daß 10000 Tonnen Baumwolle nach Bremen verschifft sind. Die Baumwolle ist für die USA Zone bestimmt; drei Viertel der Menge erhält Bayern.
, Ein täglicher Zugverkehr von Hamburg, Bremen und Rotterdam nach der Tschechoslowakei ist geplant. Außerdem sollen wöchentlich 2 Züge von Dänemark, 3 vor, Belgien und 5 von Frankreich nach Prag laufen.
Mehrere Firmen der thüringischen Holilglasindustrie stellen sich auf Flachglas um. Der erste Ofen zur Herstellung von Flachglas in Ilmenau ist vor einigen Tagen in Betrieb genommen worden, Die Versorgung Groß Hessens mit Seife und! Waschmitteln ist sichergestellt, Der Mangel an Waschmittc In bei den gewerblichen Wäschereien wird durch Sodaheferungen aus Württemberg ausgeglichen.
Die Scheidemandel Motard Werke in Wiesbaden nehmen die Knochenverwertung wieder auf, 350 Gramm Fett können aus 5 Kilogramm Knochen gewonnen werden. Gutscheine über gelieferte Knochen werden wieder an Knochcnsammler ausgegeben, um die Bevölkerung zum Sammeln von Knochen zu veranlassen. Für Gutscheine über je 5 Kilogramm kann beim Handel ein Stück Kernseife bezogen werden.
- Datum 28.02.1946 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.2.1946 Nr. 02
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