• Ausgabe 04/1946

    Ausgabe 04/1946

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Oberschwester mit Lippenstift

    Wilmington ist sehr weit weg, und ein Lippenstift ist ein sehr kleines Ding. Der Leser, der diese Nachricht liest, wird sich fragen, was ihn das angehe.

  • Feind und Gegner

    Zwiefach können wir den Mann bewerten, der uns Auge in Auge gegenübertritt: als Feind oder als, Gegner. Die Sprache macht einen feinen Unterschied, der schwer zu fassen ist, weil er im Stimmungsmäßigen wurzelt.

  • Für den Frieden

    Wer heute das geistige Ohr an den politischen Boden legt, der vermeint ein fernes Geräusch zu vernehmen. Die überhitzte Einbildungskraft einer namenlos gepeinigten Menschheit glaubt Pferdegetrappel und Rossegestampf unterscheiden zu können, das Rollen der schweren Geschütze und das Dröhnen und Brummen der Motoren, und das Herz krampft sich uns in entsetzensstarrem Grauen zusammen wie früher, wenn der Engel der Vernichtung über einer Stadt schwebte.

  • Woyzecks Moral

    Uns erreichte die Nachricht – auf zeitgemäßen Umwegen und mit zeitgemäßer Verspätung, was bei der beinahe global gewordenen Entfernung Hamburg–Stuttgart nicht weiter verwunderlich ist –, daß bei einer Aufführung von Büchners „Woyzeck“ in der schwäbischen Metropole der Hauptdarsteller mit Kartoffeln beworfen wurde.

  • Koks oder kein Koks

    André Philip, der französische Finanzminister, hat vor wenigen Tagen erneut eine Erhöhung der Ruhrkohlenlieferungen an Frankreich gefordert.

  • Existentielles Philosophieren in Frankreich

    Wir haben auch nach dem ersten Weltkrieg eine Welle der humanitären und religiösen Ideen erlebt, aber nach diesem zweiten hat sich das Bild erstaunlich gewandelt: an die Stelle der Ideen, deren Wirklichkeitskraft schon Nietzsche bezweifelt hatte, ist eine philosophische Ernüchterung getreten: Man will wissen, was in dieser zweifelsüchtigen Welt noch real ist.

  • Fressender Neid

    „Wir haben“, so heißt es in einer Zuschrift, „noch nie so viel von Sozialismus gehört, wie in den letzten zwölf oder fünfzehn Jahren; aber noch nie ist so wenig von einem wahren sozialistischen Geist zu spüren gewesen wie jetzt.

  • Städtebau

    Über Städtebau wird viel gesprochen, was Städtebau eigentlich sei, ist weitgehend unbekannt. Viele meinen, er sei ein Mittel, um schönen Baugruppen, Plätzen, Parkanlagen, Denkmälern und Fontänen zur Existenz zu verhelfen.

  • Kälbchen macht nicht mit

    Der Güterzug fuhr am Dienstagnachmittag um 5 Uhr ab — den Berg hinauf. Die Lokomotive keuchte, das Öl stank, das Wasser brodelte, und die Kohlen bullerten.

  • Zugelassen oder ausgesperrt?

    Aber so einfach ist es nicht. Die Eindringlinge sind müde und an Enttäuschungen gewöhnt, sie haben keine rechte Schwungkraft mehr.

  • Das Gesetz vom Minimum

    Im Februar gingen in Neuyork eines Tages plötzlich die farbigen Lichtreklamen aus. Selbst die Straßenbeleuchtung konnte nur noch notdürftig aufrechterhalten werden.

  • Sturm über Picasso

    Wohl niemals hat eine Kunstausstellung in London einen solchen Sturm der Empörung hervorgerufen, wie die kürzlich vom französischen Botschafter eröffnete Schau neuester Werke von Matisse und Picasso.

  • Vom X-Strahl zum Atommodell

    Große epochemachende Erfindungen und Entdeckungen bedeuten mehr als nur eine rein sachliche Vermehrung unseres Wissens und Könnens.

  • Das Land der Sojabohne

    Die Ostchinesische Eisenbahn, Ursache mehrfacher blutiger Auseinandersetzungen und fortgesetzter politischer Konflikte, kann heute auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken.

  • Amerika baut auf

    Die Vereinigten Staaten haben den Neuaufbau nach dem Kriege mit der ihnen eigenen Tatkraft angepackt. Auch in USA herrscht Wohnungsnot, bedingt durch die jahrelange Unterbrechung des privaten Hausbaues im Kriege und durch die große Nachfrage, die sich aus den ansteigenden Fluten der Eheschließungen bei Rückkehr der entlassenen Soldaten in ihre Heimat ergeben wird.

  • Die Automobilindustrie in der britischen Zone

    Das Transportproblem ist der entscheidende Hebel für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft. Diese Erkenntnis hat wohl auch Pate gestanden, als die Militärregierung den Kraftfahrzeugfabriken in der englisch besetzten Zone den Auftrag gab, mit allen verfügbaren Mitteln die Friedensproduktion anlaufen zu lassen.

  • AXEL v. AMBESSER:

    Das Abgründige in Herrn Gerstenberg

    Als ich das Theater verließ, legte eine bemerkenswert hübsche junge Frau ihre Hand auf meinen Arm mit den Worten: „Bitte, verreißen Sie dieses Stück nicht, sonst werde ich Ihnen ernstlich böse sein.

  • WOCHENÜBERSICHT

    Ein deutscher Wirtschaftsrat für die britische Besatzungszone wurde von der Militärregierung eingesetzt. Er wird die britischen Stellen in den Wirtschaftsfragen der Besatzungszone beraten.

  • Wilhelm Raabe

    „Wenn ihr wüßtet, was ich weiß“, heißt es in dem Spruch des Propheten Mohammed, der dem „Abu Telfan“ als Motto vorangesetzt ist, „ihr würdet viel weinen und wenig lachen.

  • Die Stimme des Freundes

    In Deutschland sind Schriften des Schweizer Theologen Karl Barth nachgedruckt worden, die den Untertitel führen: Ein Freundeswort von draußen.

  • die zeit
  • Bedingung

  • Romantik der Realität

    Thornton Wilder, der zugleich ein großer Dichter und Professor der Literatur an einer amerikanischen Universität ist, wurde bei uns zuerst bekannt, als der Dreißigjährige – er ist 1897 in Madison geboren – 1927 die schöne Erzählung von der Brücke von San Luis Rey herausbrachte.

    Von Paul Fechter

  • Der Geist der Freiheit

    Euripides, von den Athenern aufgefordert, gewisse Stellen aus einer seiner Tragödien zu streichen, ließ die platten Herren wissen: „Ich verfasse meine Stücke in der Absicht, das Volk zu belehren, nicht, mich von ihm belehren zu lassen.

  • Kurze Wirtschaftsmeldungen

    Die Versicherungsraten im Atlantik verkehr sind erhöht worden, da die Minengefahr in den Gewässern um Großbritannien und die Gefahr der Beraubung von Schiffsladungen in den europäischen Häfen noch erheblich ist.

  • Neue Männer um Truman

    In seinem Buch über Amerika erzählt Graf Keyserling, es heiße in Nordamerika, daß ein Bewohner von Missouri „ein Ding erst sehen will, ehe er daran glaubt, und daß er argwöhnisch ist, und was er hat, zusammenhält“.

    Von E. S.

  • titelseite
  • Bodenrecht

    Das Leben und die Zukunft des deutschen Volkes hängt davon ab, daß aus dem deutschen Boden der höchstmögliche Ertrag herausgeholt wird.

    Von Theo Tantzen-Hering