Vor vielen Jahren ist einmal ein Buch erschienen mit dem merkwürdigen Titel "Der Mann ohne Eigenschaften". Man erschrak vor einer Formel, die auf eine prägnante Weise eine Selbstverständlichkeit in Frage stellte.

Freilich, die technische Zivilisation mißt den Schreck mit der Stoppuhr. Wir sind stolz darauf, in Bruchteilen von Sekunden einen Schreck zu überwinden, über den ein Leben lang nachzudenken durchaus sich lohnen würde.

In der Tat – die Eigenschaften haben andere Eigenschaften bekommen. Sie haben sich auf mancherlei Art vom Menschen gelöst. Sie sind selbständig geworden. Während früher der Mensch seine Eigenschaften in sich entwickelte oder bekämpfte, aber jedenfalls sie besaß, macht es jetzt mehr den Eindruck, als ob er von ihnen besessen sei.

Es scheint so, als ob die Eigenschaften durch die Welt schwirren und den Menchen überfallen, um sich der Herrschaft über ihn zu bemächtigen. Es ist, als ob irgendwo ein Kampf der guten und der bösen Geister tobe. Und der Mensch scheint nur das Opfer der Siege und der Niederlagen, die auf diesem Schlachtfeld ausgekämpft werden.

Betrachten wir ein wenig die gloriose und feurige Palette der menschlichen Eigenschaften.

Wenn Alexander der Große von der Machtgier bis an die Ufer des Indus getrieben wurde, so betrachten wir dieses Schauspiel mit einer Mischung von Bewunderung und Schrecken. Wenn aber der Blockwalter Große vom Alexanderplatz glaubte, daß er ohne die Beherrschung der Kaukasuspässe durchaus nicht glücklich werden könne, dann hat die Machtgier einen ziemlich grotesken Effekt erreicht. Nun war Alexander der Große in einem Punkte besser dran als Große vom Alex. Seine Soldaten hatten keine Neigung, den Ganges, den Irawaddi oder den Jangtsekiang kennenzulernen. Sie waren Hellenen von jener verständigen Urbanität, die man Common sense nennen könnte. Sie zwangen ihn umzukehren. So wurde denn sein Reich nicht so groß, daß nicht, nachdem es zerfallen war, noch einige ganz brauchbare Trümmer übriggeblieben wären.

Den Blockwalter Große zwang niemand umzukehren. Er fügte zu den Notwendigkeiten seines Glückes gleich noch den Fudschijama hinzu, und die Trümmer, die vom Reich seiner Träume übrigblieben, sind zu nichts mehr zu gebrauchen.