• Ausgabe 06/1946

    Ausgabe 06/1946

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Die Amsel singt

    Noch gestern lag an der Nordseite des Hauses unter der hohen Tanne Schnee. Es war nicht mehr weißer Winterschnee, es waren nur kleine weißgraue Hümpel im vorjährigen Gras.

  • Die Brücke zum Unbelebten

    Was die Alchemie in alten Zeiten vergeblich erstrebte, und was auch die neuere Forschung ständig in Atem hielt, ist Forschern des Rockefeller-Institutes in Princeton (USA) gelungen: eine Verbindung zwischen dem Belebten und dem Unbelebten.

  • Ein Film klagt an

    Furchtbar war schon die Stimme, die den Film begleitete: diese Stimme, der man nicht hätte ausweichen können, selbst wenn man es gewollt hätte.

  • Kurze Wirtschaftsmeldungen

    Zur Errichtung eines Zonen-Wirtschaftsverbandes des Groß- und Außenhandels trafen in Detmold die Provinzialverbände und die Fachverbände des Groß- und Außenhandels der britischen Zone zusammen.

  • Gesteuerte Landwirtschaft

    Wenn auf einem Gebiet die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Einheit Deutschlands sehnsüchtig erwartet wird, so im Bereich der Landwirtschaft – In ihr liegt die Entscheidung über Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes.

  • WOCHENÜBERSICHT

    Am Montag fand die formelle Eröffnung des Sicherheitsrats der UNO statt, auf der Außenminister Byrnes die Begrüßungsansprache von Präsident Truman verlas.

  • Die jugendlichen Vagabunden

    Als der 17jährige Wilfried B. auf dem Puffer zwischen zwei hochbeladenen Wagen des Güterzuges in die Station Winsen einritt, spürte er einen hart zupackenden Griff am Unterarm-, im nächsten Augenblick hatte er den Asphalt des Bahnsteiges unter seinen Füßen.

  • Traumspiel

    In seinen Tagebuchblättern berichtet Grillparzer 1834 die Entstehungsgeschichte seines Schauspiels „Der Traum ein Leben“ und erzählt, wie er auf die spitze Bemerkung eines Bekannten hin die Arbeit mißmutig abgebrochen und für lange Zeit liegengelassen habe.

  • Ein Segelschiffkapitän an seinen Sohn

    Lieber Sohn! Wenn Inspektor Nannen Dir diesen Brief aushändigt, befindest Du Dich schon einige Stunden an Bord der „Wega“ und hast das erste Unbehagen überstanden.

  • Über die Karpaten

    Die ungarische Regierung hat mit der Sowjetunion ein Luftfahrt-Abkommen abgeschlossen, das zunächst auf dreißig Jahre läuft.

  • Verkehrte Welt

    Unter der Masse des fatalen Kunst-Kitsches in den Schaufenstern unserer Großstädte prangt neuerdings ein besonders verführerisches Angebot: „Ihr Bildnis von bewährter Künstlerhand!“ Eine Renaissance der Porträtmalerei? Wie erfreulich und nützlich wäre das! Doch es verhält sich anders.

  • Trümmer

    Daß wir mit Kriegsende vor die Aufgabe gestellt sein würden, die Trümmer unserer zerstörten Städte aufzuräumen und aus dem Schutt die Bausteine für den Wiederaufbau zu gewinnen, das war für jeden Einsichtigen seit Jahren deutlich zu erkennen.

  • Ruinierte Romantik

    In Ostia bei Rom kann man straßenweit die Ruinen spätantiker Mietskasernen bewundern, während man in Pompeji und Herculanum studiert, wie die wohlhabenden Leute der gleichen Zeit gewohnt haben.

  • Francisco de Goya

    „Während meiner Abwesenheit habt auch Ihr Euch die Verbannung verdient, nein eigentlich den Würgestrick. die Garrotte. Doch weil Ihr ein großer Künstler seid, wollen Wir Vergessen üben.

  • Rußlands neuer Fünfjahresplan

    Der Oberste Sowjet hat die Richtlinien gebilligt, die für den neuen Fünfjahresplan ausgegeben worden sind. Auf den ersten Blick mögen die Zahlen, die wir aus Moskau hören, phantastisch erscheinen: 3000 neue industrielle Werke sollen errichtet, weitere 3000 instandgesetzt und erweitert werden; am Ende des Fünfjahresplanes wird es in der Sowjetunion doppelt soviel Autos geben, als vor dem Krieg, der Schiffsraum wird um 3,6 Mill.

  • Denkmal seiner selbst

    Vor vielen Jahren ist einmal ein Buch erschienen mit dem merkwürdigen Titel „Der Mann ohne Eigenschaften“. Man erschrak vor einer Formel, die auf eine prägnante Weise eine Selbstverständlichkeit in Frage stellte.

  • die zeit
  • Unternehmen Moschusochse

    Fern von den Kriegsschauplätzen der Geschichte, ja jenseits der Bedingungen, die bisher als Voraussetzung irgendwelcher Kampfhandlungen angesehen wurden, vollzieht sich in diesen Tagen ein eigenartiges Kriegsspiel.

    Von Hans Zielinski

  • Baumwolle kommt herein

    In diesen Tagen traf in Bremen der amerikanische Dampfer „City of Millage“ mit fast 4500 Tonnen Rohbaumwolle ein, einer Ladung, die ungefähr 18 000 Ballen entspricht.

  • Bessere Weizen-Bilanz

    Der Fehlbetrag an Weizen für die Brotgetreideversorgung der Welt – für die Monate bis zum Herankommen der neuen Ernten in den großen Erzeugungsgebieten der nördlichen Halbkugel – wurde zunächst mit 5 Mill.

    Von G. K.

  • Wohnen im Abgrund

    Es ist oft beklagt worden, daß während der letzten zwölf Jahre die guten Deutschen unter den Schriftstellern schweigen mußten, und wir so keine dichterischen Aussagen aus jener Zeit haben.

  • Der Mann, der „ausgezeichnet“ war

    Als Rudolf Heß am Abend des ersten Tages von Görings Zeugenvernehmung einem etwas erschöpften, aber sichtlich mit sich selbst zufriedenen Hermann Göring die Hand schüttelte und sagte: „Sie waren ausgezeichnet“, machte er damit nicht nur seinem Mitangeklagten und Parteigenossen, sondern unbewußt auch einem andern ein berechtigtes Kompliment: dem Vorsitzenden des Gerichts, Lord Justice Lawrence, der in seiner souveränsachlichen Unparteilichkeit während der ganzen Vernehmung dem Zeugen Göring alle Chancen gab, das zu sein, was Heß „ausgezeichnet“ nannte.

  • Neue Männer im Kreml

    Die erste Tagung des vor kurzem gewählten Obersten Sowjets in Moskau brachte große Veränderungen in den Personen, die die russische Politik maßgebend bestimmen.

  • Zeitungsdeutsch von heute

    Ein Landesbischof hat neulich gesagt, die evangelische Christenheit stünde jetzt da, nur noch auf Gott ausgerichtet. – Gut, daß nicht unsereinem dieser stilistische Schwupper unterlaufen ist: ein Redakteur, der dies geschrieben hätte, wäre gewiß als Militarist von den Lesern verdächtigt worden.

  • titelseite
  • Nürnbergs zweite Phase

    Das angloamerikanische Prozeßverfahren gibt jedem Angeklagten eine Chance, die ihm das Recht anderer Länder versagt: Er kann seinen Platz auf der Anklagebank verlassen und vom Zeugenstand aus über seine eigene Sache aussagen.

    Von Gerd Bucerius

  • Die große Familie

    Während des Krieges, nach der Casablanca-Konferenz des Jahre 1943, erklärte Winston Churchill, daß kaum eine Tatsache für die künftige politische Entwicklung der Welt von so großer Bedeutung sein werde wie der Umstand, daß Großbritannien und die Vereinigten Staaten die gleiche Sprache redeten.

    Von Ernst Samhaber

  • Ein Streiter fürs Recht

    Kardinal Clemens August Graf Galen ist gestorben. „Weder durch Lob, noch durch Zwang“, hieß sein Wahlspruch, ein Ritter zwischen Tod und Teufel; ist er seinen Weg durchs Leben gegangen.