• Ausgabe 07/1946

    Ausgabe 07/1946

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Tolstoi, nahe gesehen

    Glühende Liebe und tiefes „Verständnis“ für Anna Karenina, wie es nur ein Neunzehnjähriger aufbringt, ritterlich zarte Regungen für Natascha Rostowa und restlose Anerkennung – natürlich kongeniale – jeder Geste des Fürsten Andrej, dazu ganze hundert nicht kontrollierbare Rubel im Beutel und das Maturitätszeugnis in der Tasche: das war die glückhafte Synthese, die mich im stillen Spätsommer 1909, als das Heu stark duftete und Sehnsüchte zu Taten drängten, nach Jasnaja Poljana führte.

  • Südarabische Kultur

    Das Mittelmeer (mare medi-terraneum) verdankt seinen Namen der Tatsache, daß es im Altertum in der Mitte der Länder lag, die damals die Welt bedeuteten.

  • Die Steuerschraube

    Die Steuersätze, die durch das Gesetz Nr. 12 des Alliierten Kontrollrates festgesetzt worden, brachten wohl für die wenigsten eine Überraschung.

  • Zentralismus oder Demokratie?

    Als im vergangenen Jahr die deutschen Gewerkschaften ihre zerschlagene Organisation neu aufbauen und dabei zur alten Zentralisation zurückkehren wollten, gaben britische Gewerkschaftskreise den Rat: Keine Zentralisation! Wenn 1933 die deutschen Gewerkschaften dezentralisiert gewesen wären, hätte es nicht genügt, die Spitzen gewaltsam auszuwechseln und so den Damm gegen den Nationalsozialismus mit einem einzigen Schlage auszuschalten.

  • WOCHENÜBERSICHT

    Die internationale Kontrolle von Rhein- und Ruhrgebiet forderte der französische Ministerpräsident Gouin in der Rede mit der er den sozialistischen Parteikongreß eröffnete.

  • Europa und die Demokratie

    Sicher ist, daß Leute heute für die Demokratie votieren, weil sie in ihr das politische Ergebnis der Suprematie der angelsächsischen Waffen sehen und eine andere Haltung zurzeit nicht möglich ist.

  • Lebensmittellieferungen und Handelsverträge

    Der Präsident des amerikanischen Hilfsausschusses für die notleidenden Länder, Herbert Hoover, sprach im amerikanischen Rundfunk über die Lebensmittellage Frankreichs und Italiens.

  • Weg durchs Chaos

    Wir wissen heute noch nicht, in welchem Ausmaß die Seelen unserer Kinder durch alle jene Ereignisse erschüttert sind, die das Naziregime und der Krieg mit sich bringen.

  • „Drehscheibe Kassel“

    Ein trübes Licht hängt über der Roten-Kreuz-Baracke in Kassel, wo es nach Schweiß und nassem Leder und nach einer Suppe riecht, die vor zehn Jahren noch keiner gegessen hätte.

  • Noch einmal Persien

    Die persische Frage, die auf der ersten Tagung der UNO in London nur eine vorübergehende Lösung fand, steht erneut zur Verhandlung.

  • Nordexpreß fährt wieder

    Der Nordexpreß wird vom 6. Mai ab auch über deutsche Eisenbahnstrecken fahren. Die Strecke geht von Ostende über Brüssel nach Köln und über Hagen–Hamm nach Berlin.

  • Zielscheibe Hamsun

    Die Geschichte eines Dichters, der am Abend seines Lebens von seinen eigenen Lesern mit seinen Büchern bombardiert wird, könnte ein Thema von Knut Hamsun sein – wenn es ihm nicht selber geschehen wäre.

  • Nach dem Autostreik

    Der monatelange Streik bei General Motors ist beigelegt worden. 175 000 Arbeiter sind an die Arbeit zurückgekehrt. Diese Zahl allein zeigt, welch ungewöhnliche Bedeutung die Automobilindustrie in den Vereinigten Staaten einnimmt.

  • Feuilleton

    Am andern Ufer

    Der alte Liebermann hat einmal die Bemerkung gemacht: „Die Kunsthistoriker sind nette Leute: die sprechen uns nach unserem Tode alle unsere schlechten Bilder ab.

  • Sparsames Wirtschaften

    Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wo und wie der Hebel angesetzt werden kann, um methodisch zu späten, gibt eine kürzlich in Hamburg unter dem Stichwort „Verkehrslenkung als Devisenerwerb“ ausgearbeitete Denkschrift.

  • die zeit
  • Umgang mit Geistern

    Gewöhnten uns die alten Filme aus dem „Wilden Westen“ an den rauhen Anblick von Leichen, so gewöhnen uns die neuen Filme aus dem milden Westen an den geselligen Umgang mit Toten.

    Von Werner Fiedler

  • Kunstfaser-Produktion oder nicht?

    Die britische Meinung, der sich auch die Vertreter Sowjetrußlands und Frankreichs angeschlossen haben, will Deutschland etwas unter einem Drittel der Vorkriegseinfuhrmenge zubilligen.

  • Rückblick auf die ,,Heilige Allianz“

    Hun und wieder folgen den großen Katastrophen. den großen Erschöpfungen der europäischen Menschheit die langandauernden politischen Ruhepausen.

    Von Felix Dassel

  • Das Schicksal des Effekten-Depots

    Das Schicksal des Wertpapier- oder Giro-Bammeldepots bewegt heute alle, die Gelder und Ersparnisse in Wertpapieren angelegt haben.

  • Im Spiegel der Parodie

    Nach dem Besuch des ausgezeichneten parodistischen englischen Farbfilms „Blithe Spirit“ konnte man Urteile hören wie: „Blödsinn – wozu das? Einmal im Jahr und nie wieder!“ Dabei haben die Leute über einzelne komische Situationen schallend gelacht, nur das Ganze war manchem sinnlos erschienen.

  • Slawische Gemeinschaft

    Marschall Tito ist vor einigen Tagen von einer Reise nach Hause gekommen, die außenpolitisches Gewicht hatte. Er besuchte Warschau und Prag, die Hauptstädte der befreundeten westslawischen Völker, und hat dort Verträge abgeschlossen und Zusicherungen erhalten.

    Von Hans Zielinski

  • Reinheit der Form

    Wer immer um eine echte deutsche Bildung bemüht ist, wird zu wählen haben, ob das mit oder ohne die Griechen sein soll, ganz gleich, ob es dabei um eine allgemeine Betreuung wie auf der Volkshochschule oder im besonderen um den Nachwuchs an Künstlern und Gelehrten auf Akademien und Universitäten geht.

    Von Fritz Krischen

  • Gefahr für die Landschaft

    Schon seit Jahren ist weit über das normale Mai hinaus abgeholzt worden. Da Deutschland immer weniger in der Lage war. Holz einzuführen, und da der Holzbedarf, nicht zuletzt für Rüstung und Krieg, dauernd stieg, mußte der Holzeinschlag immer mehr gesteigert werden.

    Von Hans Hi Ss

  • Pöseldorf

    Ein Freund, der sich am letzten Jahresende gebrauchte Briefordner fürs Kontor kaufte, entdeckte darin eine Postkarte, geschrieben von meinem Vater im Jahre 1885.

    Von Ascan Klee-Gobert

  • Indien will frei werden

    In Indien gärt es. Das Land der ungeheuren Gegensätze bietet den Anblick eines schlummernden Vulkans. 400 Millionen Menschen, ein Sechstel der Erdbevölkerung, stehen unter Spannung.

  • Ein neuer Grünewald

    Die schönste und bedeutendste Ausstellung, die heute in Deutschland gezeigt wird, findet statt – es klingt wie ein Witz, aber vielleicht ist es ausgleichende Gerechtigkeit – in Hitlers „Haus der Kunst“ in München.

  • Künstler machen sich Luft

    Es scheint ein Merkmal der bildenden Künstler zu sein, daß sie sich mehr als Dichter oder Musiker über die handwerkliche Seite ihrer Kunst geäußert haben.

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  • Unser Atemraum

    Die deutschen Werke, die jahrelang nur für den Krieg und die Vernichtung gearbeitet haben, wurden einer strengen Prüfung unterworfen.

  • Die Herrschaft des Gesetzes

    In Hamburg ist das Oberste Verwaltungsgericht feierlich eröffnet worden. Ein Grundsatz, der in den Jahren der Herrschaft der Gewalt Vergessen wurde, tritt damit wieder in Kraft: Auch der Staat und seine Verwaltung sind nicht aller Bindungen ledig.