• Ausgabe 18/1946

    Ausgabe 18/1946

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Ganz verlassen sollst du wandern

  • Universitäts-Studium in Hamburg

    In der Hamburger Bürgerschaft liegen verschiedene Anträge auf Änderung der Entnazifizierungsbestimmungen für Jugendliche vor.

  • Kulturnachrichten

    Das Pariser Radio-Symphonie-Orchester brachte zum Geburtstag der Jungfrau von Orleans das Oratorium „Jeanne d’Arc à Orléans“ von Tony Aubin unter Leitung des Komponisten sowie das „Alpine Concerto“ von Edmund Pendieton, dem Musickritiker der „New York Herald Tribune“, Paris.

  • Feuilleton

    Das Zettelchen

    Frei herausgesagt: es machte mir anfänglich viel Verdruß und schlechtes Gewissen, wenn ich schon wieder frühmorgens aus dem Hause lief.

  • Quality first

    Einem armen Menschen, und genau so einem armen Volke, ist es deswegen so schwer, zu einem auch nur bescheidenen Wohlstand zu kommen (oder zurückzufinden), weil der Arme unter der wirtschaftlichen Diktatur der Knappheit steht: er kann weder als Nachfragender noch als Anbietender die günstige Gelegenheit abwarten, sondern muß zugreifen, sobald ihm Ware oder Absatz- und Arbeitsmöglichkeit geboten wird.

  • Traum ohne Ende

    Ungewohnte Dinge zu sehen erregt zunächst Befremden. Wir, die wir gewohnt sind, in drei Dimensionen zu leben, werden unsicher, wenn sich dieser Rahmen löst.

  • Die letzte Börsenwoche

    Die Pfingstunterbrechung wirkte sich nicht günstig auf die allgemeine Kursentwicklung aus. Politische Betrachtungen und Währungssorgen trugen dazu bei, die Aktienkurse – zum Teil um mehrere Punkte – zu drücken.

  • Schweizer Guthaben

    Das Schicksal der deutschen Guthaben in der Schweiz ist entschieden. Die Verhandlungen über diesen Fragenkomplex sind in Washington zum Abschluß gekommen.

  • WOCHENÜBERSICHT

    Die italienischen Wirtschaftsfragen standen als erster Punkt auf der Tagesordnung der Pariser Konferenz der vier Außenminister, die am Montag unter dem Vorsitz des britischen Außenministers Bevin zur zweiten Sitzung zusammentrat.

  • Labour-Partei

    Für die stetige Konsolidierung der britischen Arbeiterpartei hat der Jahreskongreß in Bournemouth einen neuen Beweis erbracht.

  • Trümmerwirtschaft

    Die deutsche Wirtschaft befindet sich in der Lage eines Mannes, dessen Haus von einem Wirbelsturm zerstört wurde. Noch halb betäubt steht er auf dem Schauplatz des Unheils und betrachtet die Reste, die ihm geblieben sind.

  • Zonengliederung der Produktion

    Deutschlands stark arbeitsteilige Industrie ist in vier Zonen aufgespaltet, deren jede für sich ihr Auskommen sucht. Wir leben in einer Zeit der Zwangsautarkien, die das schwerste Hemmnis für den Wiederaufbau sind.

  • Der Dichter der Lebensfülle

    Gerhart Hauptmann ist nicht mehr. Vier Tage nach der Verkündigung seiner Ausweisung starb der 84jährige Dichter. Der Größten einer ist der Erde entrissen.

  • Kurze Wirtschaftsmeldungen

    Dr. Erhard, der bayrische Wirtschaftsminister, hat in einem Interview erklärt: „Der Zeitpunkt der Währungsbereinigung läßt sich nicht mehr lange hinausschieben; erst danach, bei voller Ausnutzung der Arbeitskapazität, wird der wirtschaftliche Kreislauf wieder richtig in Gang kommen.

  • Paul Verlaine: Roi des poètes

    Fast unbemerkt ist der 50. Todestag des Dichters Paul Verlaine zu Beginn dieses Jahres vorübergegangen. Seine Würde als „Roi des poètes“, von schwärmerischer Verehrung des jungen Dichtergeschlechts ihm im Oktober 1894 verliehen, hat er nicht allzu lange genießen können.

  • Pionier des Fernsehens gestorben

    Die Fernsehtechnik hat einen ihrer großen Pioniere verloren. John L. Baird ist tot, und im Kreise der Wissenschaftler und Techniker des Fernsehens ist eine Lücke entstanden, die besonders fühlbar für die britische Forschungsarbeit sein dürfte.

  • Die Türme Europas

    Und dasselbe könntest du entgegnen, Freund, wenn man dich nach dem tiefsten Ausdruck abendländischen Denkens und Schaffens im Gegensatz zur Antike, zum chinesischen Kulturkreis, zu Ägypten, zum Orient, zur Mayakultur, zu Amerika, zu allem, was einmal war oder um Europa ist, fragen würde.

  • Keine Ware für den „freien Markt“

    Das, was v. Rohr-Demmin über die Vorteile einer Legalisierung des Schwarzen Marktes (Zuschrift an die „Zeit“, veröffentlicht in der Ausgabe vom 6.

  • Befreiende Musik

    In Hallen und Notwohnungen, in Kellern und Dachkammern erschallt heute in Deutsdtland Musik. Die äußeren Bedingungen, unter denen wir leben müssen, mögen Manchmal an die Grenze dessen heranreichen, was wir früher als menschenwürdig erachtet hätten, aber sie haben die tiefe Sehnsucht nach Erlösung durch die Musik, nach Befreiung von irdischen Sorgen und vergänglichem Trachten, nach Überführung unserer Seele in die heiteren, reinen Gefilde der wahren Kunst nicht ertöten können.

  • Das fehlende Schräubchen

    Die nordamerikanische Kraftwagenerzeugung kommt nicht in Gang. Sie liegt immer noch weit unter der gegebenen Leistungsfähigkeit, weil eine besondere Zulieferung versagt.

  • Begegnungen

    Berlin, im Juni Es wird heute viel über Fragen der Kunst gesprochen, über moderne und unmoderne Kunst, über das Verhältnis der jungen Generation zum Schaffen der Zeit.

  • Das Abenteuer der Begegnung mit Berlin

    Impressionen eines Besuchs

  • die zeit
  • Reise in die Einsamkeit

    Vor drei Stunden noch im kribbelnden Ameisenlaufen der Großstadt, wie alle um mich her eingespurt auf ihre Geleise, halb bewußtlos eine Bahn ziehend, die eine anonyme Zentrale mir bestimmte! Kein Zweifel, daß sie existiert! Wer sonst stellte die Weichen, so daß ich in meinem Tageslauf pünktlich nacheinander meine verschiedenen Stationen anlaufe mit der gleichen dummen Genugtuung, die das Donnern der Untergrundbahn auszudrücken scheint, mit dem sie in eitel betontem Endspurt in die Halle braust? Wem sonst gegenüber empfände ich Beschämung und schlechtes Gewissen, wenn es mir nicht gelingt, die Zeit einzuhalten, die ich in scheuem Hinblicken auf das große weiße Zahlenrad, das überall wie eine Warnungstafel aufgestellt ist, mit Herzklopfen an den schwarzen, kreisenden Zeigern ablese: die vorgeschriebene Zeit! Denn wer schreibt mir vor? Ich wüßte keinen außer der Zentrale.

    Von Peter Mösch

  • Tendenz und Wahrheit

    Zwei Arten von Presseleuten sind es vornehmlich, die regelmäßig vor den Zeitungsleser hintreten: die einen nehmen zu den Ereignissen das Wort, legen die Wurzeln der Geschehnisse frei, erläutern Zusammenhänge, helfen zur Meinungsbildung, sie sind die Leitartikler, die Kritiker jeglicher Sparte, von der Politik bis zur Kunst; die anderen aber dienen der Nachricht, sie berichten, sie schilfern, was sie gesehen, gehört, erlebt haben, das Wer die Reporter.

    Von Jan Molitor

  • Das Referat

    Die mit Spannung erwartete Uraufführung von Horst Langes „Traum von Wassilikowa“ im Münchner Theater der Jugend versetzte uns bei aller Realistik in ein Theater der Vision, Sinndeutung, Weltbewältigung mit den Mitteln der dichterischen Sprache; die Handlungsführung trat so weit zurück, daß man diesem Theaterstück am ehesten wohl mit der Bezeichnung „Ballade“ gerecht wird.

  • Der Traum von Wassilikowa

    In dem Tagebuch, das ich während vieler Marschpausen, irgendwo auf einem Munitionskasten hockend, und des Nachts, vor oder nach der Wache, an manchem zerschrammten und mit Kerben bedeckten russischen Bauerntisch geschrieben habe – in all den vielen Dörfern, wo wir zwischen Smolensk und den Vororten des unerreichbaren Moskau Rast machten, finden sich zwei Eintragungen, die den Kern für jene Vorstellung bilden, aus der später mein erstes Theaterstück entstand.

  • Notstandsgebiet Nr. 1

    Das Gebiet zwischen Aachen und dem Rhein hat alle Schrecken des Krieges erlebt. Die lange dauernde Isolierung vom rechtsrheinischen Gebiet hat den Wiederaufbau stärker gehemmt, als ihn die Kräfte der alliierten Militärregierung fördern konnten.

  • Durchgangsland Deutschland

    Die Lage Deutschlands ist wirklich nicht beneidenswert, und es ist heute nicht leicht, Deutscher zu sein. Uns bleibt jedoch die Überzeugung, daß einmal der Tag kommt, da die Menschheit zurückfindet zu der Erkenntnis, daß gegenseitige Duldsamkeit und Anerkennung der Grundrechte des Menschen die Voraussetzung für das Bestehen kultivierter Völker ist.

  • Krisenfeste Sammler

    Neben der normalen Währung gibt es nicht nur die „blonde Goldwährung“, wie sie letzthin genannt wurde, wo Gewinn und Verlust nach dem Angebot von Lucky Strike und Navy Cut reguliert wird; es gibt außerdem eine weiße, legale, öffentliche Börse des kleinen Mannes, die nicht nur binnendeutschen Wert hat: das ist der Briefmarkenhandel.

  • Frankreichs drei Gesichter

    Die neue französische Nationalversammlung ist zusammengetreten. Ihre Zusammensetzung hat viele Fragen aufgeworfen. Wieso konnte im kleinbürgerlich-bäuerlichen Frankreich, das nur zwei Großstädte kennt, Paris und Marseille, und als fünftgrößte Nizza, die Kommunistische Partei stimmenmäßig weiter anwachsen und wieso konnte anderseits in diesem Land, dessen politisches Gesicht bisher durch die Aufklärungsphilosophie bestimmt war und das nie eine starke parteipolitisch-katholische Bewegung kannte; die MRP, die republikanische Volksbewegung oder sinngemäßer übersetzt: die Partei der fortschrittlichen Katholiken, in knapp zwei Jahren die stärkste Frankreichs werden? Wie berechtigt auch diese Fragen sind, so hat doch wohl anderseits noch nie ein französisches Wahlergebnis so sehr den soziologischen Begebenheiten entsprochen wie dieses.

  • Schiffahrt für Japan

    Deutschland ist durch die neue Wirtschaftsstruktur, die es erhält, gezwungen, in noch stärkerem Maße als früher seinen Außenhandel zu pflegen.

  • titelseite
  • Prozeß Mihailowitsch

    Noch um die Jahreswende 1942/43 rangierte Drascha Mihailowitsch in einer amerikanischen Rundfrage nach den populärsten alliierten Generalen an fünfter Stelle.