Die Verkehrsleistungen der Reichsbahn im Ruhrgebiet haben sich im letzten Halbjahr erheblich gesteigert. Im Versand und Empfang liefen bei der Reichsbahndirektion Essen in den ersten beiden Wochen des Monats Januar 1,8 Mill. t aus und ein, in der ersten Hälfte des Monats April dagegen 2,2 Mill. t. Die Entwicklung des Personenverkehrs läßt den Einfluß der am 1. April in Kraft getretenen Tariferhöhung um 100 v. H. erkennen. In dem Zeitraum vom 22. März bis zum 4. April wurden im Gebiet der Reichsbahndirektion Essen 5,193 Mill. Fahrkarten ausgegeben. In den nächsten 14 Tagen sank diese Zahl auf 3,980 Mill., um dann in den zwei Wochen vom 25. April bis zum 2. Mai auf 4,415 Mill. wieder anzusteigen. Der erste Schock, der zweifellos mit der Tariferhöhung eingetreten war, ist also überwunden.

Im Bereich der Reichsbahndirektion Hamburg sind 92 v. H. des Schienennetzes wieder in Betrieb; nur die Strecken von Lüneburg nach Buchen und Buchholz sowie von Bremervörde nach Rotenburg und Buchholz können wegen Brückenschäden noch nicht voll befahren werden. Alle Bahnhöfe und Haltepunkte, insgesamt 425, sind, wieder instand gesetzt, mit alleiniger Ausnahme des Bahnhofes Neumünster. Als Folge der Zoneneinteilung hat die Reichsbahndirektion 390 km Schienenwege abgegeben, darunter die alte Hauptstrecke Buchen-Berlin. Anderseits wurden 276 km von der Reichsbahndirektion Schwerin übernommen.

Von den 113 000 km des sowjetischen Eisenbahnnetzes (nach dem Stand von 1941) sind 65 000 km durch Kriegsfolgen unbrauchbar geworden. Bis 1950 will man nun, mit Investitionen von rund 40 Milliarden Rubeln, die Schäden wieder ausgleichen und neue 10 000 km bauen sowie 5000 km elektrifizieren. Ferner ist der Bau von 6000 Lokomotiven und einer halben Million Güterwagen vorgesehen. Man rechnet damit, daß am Ende des neuen Fünfjahresplanes die Gütertransporte der Sowjetunion um etwa ein Drittel höher sind als vor Kriegsbeginn.

In der französischen Besatzungszone ist an Sonn- und Feiertagen jeder Personenverkehr verboten; ausgenommen sind Ärzte und Beamte, die Sonderausweise der Militärregierung erhalten.

Im Gebiet von Hankau will der staatliche chinesische Schiffbaukonzern mit Hilfe der USA und Kanadas eine Werft für den Bau von Fluß- und Seedampfern bis zur Größe von 10 000 BRT errichten.

Ein Handelsflugdienst zwischen Neuyork und Berlin mit je einem Flugzeug wöchentlich in beiden Richtungen ist seit Mitte Mai im Gange.

Zwischen Großbritannien und Australien ist der zivile Luftverkehr wieder aufgenommen worden.