Der amerikanische Außenminister Byrnes stattete in Begleitung seiner Gattin und der beiden Senatoren Connally und Vandenberg Deutschland einen mehrtägigen Besuch ab. Er traf am Dennerstagnachmittag, von Paris kommend, auf den Flugplatz Berlin-Tempelhof ein und verließ Berlin am Donnerstagabend, um sich nach Stuttgart zu begeben.

In Stuttgart hielt Byrnes in der Staatsoper vor Vertretern der amerikanischen Militärregierung und den Ministerpräsidenten der drei süddeutschen Länder eine große Rede, in der er die Haltung der USA zu den Deutschland betreffenden Problemen erläuterte.

Von Stuttgart aus begab Byrnes sich nach München und besichtigte dort die bayrische Export und Musterschau. Am Sonntagabend kehrte der amerikanische Außenminister nach Paris zurück, un noch am gleichen Abend an den Außenministerbesprechungen teilzunehmen.

Präsident Truman hat den für das Frühjahr 1947 geplanten neuen Atombombenversudi. der die Wirkung in größerer Meerestiefe erforschen soll, auf unbestimmte Zeit verschoben. – Ein aus Rißland nach den USA zurückgekehrter Sachverständiger berichtet, daß in der Sowjetunion eine Anzahl von Laboratorien und Forschungszentren an der Herstellung von Atombomben arbeitet.

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Der Rat der Außenminister beschloß, eine Verschiebung der ursprünglich für den 23. September vorgesehenen Vollversammlung der UNO um einen Monat zu empfehlen. Außerdem einigten sich die Außenminister darauf, im Falle einer derartigen Verschiebung im November in Neuyork erneut zusammenzukommen, um die in Paris behandelten fünf Friedensverträge unter Umständen endgültig abzuschließen.

Der Schweizer Außenminister, Professor Max Petitpierre, erklärte, daß eine Mitgliedschaft der Schweiz in der UNO erst in Frage komme, wenn die UNO bereit sei. die Schweizer Neutralität besonders anzuerkennen. Die Schweizer Außenpolitik wurzele in dem Gedanken der Neutralität um Unabhängigkeit und sei durch die jüngsten En Wicklungen im internationalen Leben in dieser Haltung; noch bestärkt worden.