DIE ZEIT

Kurze Wirtschaftsmeldungen

Für die Angelegenheiten des Straßenbaues und des Straßenverkehrs ist jetzt nur noch die „Haupt-, verwaltung Straßenbau und Verkehr in der britischamerikanischen Besatzungszone (HSV)“ mit dem Sitz in Bielefeld zuständig.

Macht und Geist

Oliveira Salazar, der portugiesische Ministerpräsident, hat am 9. November in Lissabon vor dem Parteikongreß der Nationalen Union eine große Rede gehalten, in der er einen Überblick über die heutige Weltlage gab.

Um die Entscheidung in China

Der nachstehende Artikel schildert die Lage Chinas, bevor General. Tschiangkaischek seinen Truppen die Einstellung des Feuers im Kampfe gegen die Kommunisten befahl.

Planung für drei Hungerjahre

Von britischer Seite wurde vor kurzem die Feststellung getroffen, daß die Lebensmittellieferungen an Deutschland ihrem Umfang nach nicht etwa durch die verfüglichen Devisenbeträge begrenzt sind, sondern allein durch die Vorratslage in den Überschußländern (und, wie man wohl hinzufügen darf, gegenwärtig vor allem auch durch die Transportverhältnisse).

Abessinien in der Wandlung

In der Frühe des 6. April 1941 zog eine kleine Gruppe britischer Offiziere und alliierter Korrespondenten unter dem Schutz eines Panzerspähwagens in Addis Abeba ein.

Prozession am Tegernsee

Wer aus der norddeutschen Tiefebene kommt, wo die Skelette zerschlagener Großstädte wie Friedhöfe verwester Ichthyosaurierherden wirken, und am andern Morgen sich am Rande jener Welt wiederfindet, wo Oberbayern die Kollektion seiner Berge, Seen, Schlösser ausbreitet, der glaubt, von einer Traumwolke in das wiedererstandene Paradies hineingetragen zu werden.

Trygve Lie

Wenig von der oft so spannungsreichen Dramatik in den Biographien historischerStaatsmänner haftet dem Lebensbild dieses Mannes an.

De Gaulles enttäuschte Hoffnung

Nach den Novemberwahlen in Frankreich zeichnen sich alte Frontstellungen klarer ab und neue sind aufgekommen. Der für die meisten Länder, typische Gegensatz zwischen marxistischen und bürgerlichen Parteien ist in den diesmaligen Wahlkämpfen noch mehr zurückgetreten, wenn auch von einigen Abgeordneten der Fortschrittlichen Katholiken (MRF) gelegentlich auffallend stark betont wurde, daß Frankreich die Wahl zwischen der Freiheit und der Beherrschung des Privatlebens durch den Staat habe, einer Wendung, die vor allem gegen die Kommunisten gedacht war.

Ehekrisen, wohin man blickt

Neben vielen sonstigen Krisen geht auch die Krise der Ehe durch die Welt, Diese Ehekrise ist keine Folge des verlorenen Krieges, sondern des Krieges schlechthin.

Starke Männer am falschen Platz

Es ist nun gerade ein halbes Jahrhundert her, daß Deutschland in jene wirtschaftliche Hochblüte eintrat, die fast zwei Jahrzehnte, bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, währte und deren Einsetzen von den Gelehrten der Volkswirtschaft in der Regel auf das Jahr 1896 datiert wird.

Die beiden Nachtwächter

Man hört zwar nicht viel vom Leben der Nachtwächter, aber was soll da auch groß zu berichten sein? Nur manchmal zerrt sie ein Polizeibericht ans Licht der Öffentlichkeit, sei es, daß sie einen Einbruch verhinderten, sei es, daß sie selbst von Banditen überfallen, niedergeschlagen, gefesselt oder sonstwie malträtiert wurden.

Generation der Tausendjährigen

Selten hat es die Zeit den Zeitgenossen recht machen können. Oft war man mit ihr unzuhleden. Denn von Anbeginn waren die Menschen offenbar bemüht, die Zeit nach ihrem Willen zu wandeln und zu formen.

WOCHENÜBERSICHT

Der Rat der vier Außenminister erzielte in den wichtigsten Punkten des französischen Vorschlags zum Triester Statut eine Einigung.

Herr Jesus auf dem Schwarzen Markt

< Eine Legende von Edmund Th. Kauer Sein Haupt ist nicht gebeugt vom Leid der Menschen, das er trägt. Es ist nicht aufgereckt io heiligem Zorn. Sein Antlitz ist nicht hochgesogen von einer schrecklichen und herrlichen Vision.

Durchbruch zum Surrealismus

Das Gespräch über die geistige Erneuerung Deutschlands ist trotz aller Enttäuschungen immerhin so weit in Gang gekommen, daß sich die hauptsächlichsten Themen abzeichnen.

Die verlorenen Bücher

Es gibt Menschen, die haben kein Hemd anzuziehen, und einen vernünftigen Mantel haben sie auch nicht. Und andere haben alles behalten – alles! So ist es nicht nur mit den Kleidungsstücken, so ist es auch mit den Büchern.

Das Ich und sein Du

Niemand kann seine eigene Stimme hören: ihre Resonanz im Kopf verfälscht zeitlebens die Klangwahrnehmung. Daher erstrecken wir, wenn wir – mit Hilfe der Technik – von der Schallplatte her den Fremden vernehmen, der wir selber sind.

Schattenrisse des Nichts

Die Moderne steht allenthalben im Blickfeld. Während Zürich in einer umfassenden Ausstellung Wassily Kandinski, Picasso und Braque zusammenfaßt, begegnen sich in Basel hans arp, Mondrian und Paul Klee.

Eva Katharina Lessing

Als er „müßig am Markte“ steht, erreicht den freien Schriftsteller Lessing der Ruf nach Hamburg. Er soll dem neu zu begründenden Nationaltheater als Dramaturg sein kritisches Gewissen widmen.

Wintermode aus der Wolldecke

„Schlingpflanzen“ nennt man in Paris die gertenschlanken eleganten Damen, die die handschuhengen Kleider des Modewinters 1946 spazierentragen.

Nixe und Erzengel

Ein uraltes Menschheitsmärchen, die Geschichte von der Vermählung eines Elementarwesens mit einem Menschen, hat Giraudoux zu einer Dämonologie der Liebe umgeformt.

Notizen

Die schwedische Akademie für Wissenschaften hat Hermann Hesse den Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Hermann Hesse, der in Montagnola bei Lugano wohnt, wurde im Jahre 1877 in Calw Württemberg) geboren und lebt seit 1912 in der Schweiz.

Verfluchte Seele des Dritten Reiches

In einer Ackerfurche, in der Nähe der Feldergrenze seines Grundbesitzes des Hartschimmelhofes bei Pähl am Ammersee, fand man im Frühjahr 1946 die Leichen Professor Karl Haushofers und seiner Frau.

Völkerkundler tagen

Bei der ersten Zusammenkunft der wissenschaftlichen Vertreter der Völkerkunde in Frankfurt am Main, die von Teilnehmern aus allen vier Zonen besucht wurde und an der auch die Direktoren der deutschen Museen für Völkerkunde teilnahmen, konnte festgestellt werden, daß die völkerkundlichen Sammlungen und Bibliotheken in Deutschland verhältnismäßig wenig von den Kriegsereignissen betroffen wurden Man beschloß, bei den einschlägigen Instanzen und Behörden darauf zu dringen, das Wissensgebiet der Völkerkunde in Schule und Hochschule mehr als bisher im Lehrbetrieb zu berücksichtigen, da völkerkundliches Wissen dazu beiträgt, das Verständnis zwischen den Völkern und Kulturen zu fördern, und damit eine völkerverbindende Aufgabe erfüllt.

Briefe an „Die Zeit“

Am 30. Oktober teilte der britische Premierminister Attlee dem Unterhaus mit, daß der Ausdruck „Zweiter Weltkrieg“ wahrscheinlich als Bezeichnung für den eben beendeten Krieg eingeführt werden würde, und daß er keine Veranlassung sähe, einen anderen offiziellen Namen vorzuschreiben.

King Georg geht ins Kino

In England ist das Kino hoffähig geworden! Bisher gehörte es wohl zur Tradition des Königshauses, Hofveranstaltungen – sogenannten Royal Command Performances – guter Theater beizuwohnen, der jüngeren Lichtspielkunst aber war Solche Auszeichnung versagt geblieben.

England unter Exportdruck

England hat große Opfer für den Sieg bringen müssen, und nicht allein an Menschen und Städten: der Reichtum Englands wurde darangegeben.

Wirtschaft: Besser als Gold

Nimm an die Weisheit, sie ist besser den? Gold, und Verstand haben ist edler denn Silber. Diese Bibelworte könnte man heute so variieren: Sende deutsche Waren, denn sie sind besser als Gold – wenn man Meldungen über die „Sorgen“ der Länder hört, die genügend Gold, aber nicht genügend Waren haben –, wie es vor allem für die neutral gebliebenen Staaten zutrifft, so die Schweiz und Schweden.

Bauen kostet Kohle

Die Lagerbestände an Baustoffen sind jetzt so gut wie erschöpft, nachdem zunächst, bis in das erste Viertel dieses Jahres hinein, auf sie bei der Reparatur von Wohnungen und Öffentlichen Gebäuden noch zurückgegriffen werden konnte.

Arbeit für Ostflüchtlinge

In Lübeck, wo selbst in diesen unsoliden Zeitläuften das guterhaltene Stadtbild und der Lebenszuschnitt alter Bürgerfamilien noch viel Zuverlässigkeit und Solidität zur Schau tragen, hat eine Ausstellung, veranstaltet vom Landeswirtschaftsamt Kiel und vom Wirtschaftsamt Lübeck, viele Tausende von Besuchern anlocken können, die, wenn sie auch nichts kaufen konnten, wenigstens einen Blick in eine bessere Zukunft tun wollten.

Überprüfung der Testamente

Nach alter hanseatischer Gepflogenheit ist es das Bestreben der meisten Eheleute, sich gegenseitig testamentarisch so günstig wie möglich zu stellen.

Was ist zu erfassen?

Die Ausführungen von Georg Kessel, in Nr. 37 der „Zeit“ zum Thema „Wer soll erfassen?“ werden Zustimmung finden. Die wichtigere Frage aber lautet: „Was ist zu erfassen?“ In diesem Zusammenhang ist von Interesse, daß nach wie vor, auch bei dieser Ernte, derjenige Bauer, der in der Erzeugung versagt, mit einem geringen Ablieferungssoll belegt ist.

Die letzte Börsenwoche

Die deutschen Börsen, vor allem Hamburg, haben eine weitere Umsatzbelebung erfahren. Hamburg meldet Tagesumsätze von durchschnittlich 1 1/2 Mill.

+ Weitere Artikel anzeigen