DIE ZEIT

Japan gibt ein Beispiel

Die Verwirrung in der Welt ist groß. Das Streben nach Sicherheit, das die geängstigten Menschen erfüllt, beschwört zugleich Argwohn und Mißtrauen, die als stille Teilhaber bei allen Gesprächen und Konferenzen zugegen sind.

Verfrühte Beschlüsse

Auf Befehl der Siegermächte hat das deutsche Volk die Pflicht, sich eine demokratische Verfassung zu geben, weil es nur durch eine solche Verfassung aus der Unfreiheit des nationalsozialistischen Systems erlöst werden könne.

Soziale Konflikte im Vorderen Orient

Die verschiedenen arabischen Nationalstaaten, die, flankiert von der Türkei im Nordosten und Ägypten im Südwesten, den politischen Charakter des Vorderen Orients bestimmen, sind nach dem Ersten Weltkrieg auf den Trümmern des Osmanischen Reiches entstanden.

Pulverfaß Südosteuropa?

In Griechenland sind seit der Rückkehr König Georgs II. erneut schwere Kämpfe zwischen Partisanen des linksgerichteten Parteienblocks und den regulären griechischen Truppen der Armee und der Gendarmerie entbrannt.

Jugend an der Sonnenseite

Länder können durch Waffengewalt, aber Menschen nur durch die Gewalt der Liebe erobert werden. Als sie vernahmen, daß auf dem Kontinent nach der Zeit der Tyrannis und der Kriegsnot das große Elend angebrochen sei, beschlossen tatkräftige Engländerinnen, nach Deutschland zu gehen.

Schweden zwischen Ost und West

Zum festen Inhalt aller Bankettreden, die sich mit Schweden beschäftigten, gehörte die Feststellung, daß dieses Land eine Brücke zwischen Ost und West darstelle.

Hoffnung auf Fische

Mit überwachem Geist und knurrendem Magen verfolgt der Deutsche das Auf und Ab in den sich widersprechenden Meldungen über die Welternährungslage.

WOCHENÜBERSICHT

Molotow erklärte auf der Sitzung der „Großen Fünf“, keinen der Änderungsvorschläge Großbritanniens, der USA und Chinas zum Vetorecht der Großmächte im Weltsicherheitsrat der UNO annehmen zu können.

An die Trotzenden

Demnächst erscheint bei Claassen & Goverts, Hambur g, ein Buch unseres Redaktionsmitgliedes Ernst Friedlander Ernst Ferger): „Deutsche Jugend.

Tal der Zuflucht

Alle Täler sind Durchlässe oder Sackgassen. Jedes Joch bedeutet einen Übergang, wenigstens im GebirgE. Und nicht nur im Gebirge. Nicht nur im Gebirge.

Zeuge der Eiszeit

Der Zug hielt in Tutzing. Ich schaute aus dem Fenster. Auf dem Bahnsteig lag ein großer, grauer Stein, davor stand eine kleine weiße Tafel mit der Aufschrift: „Zeuge der Eiszeit.

Die Beseelung des Kosmos

Wir haben die Zeit der Naturanbetung als eine Fluchterscheinung des Zivilisationsmenschen überwunden. Allerdings, es war nicht nur poetische Zartheit, die zu der schwächlichen Rückkehrparole zur Natur Anlaß gab; es war auch Stärke des Gefühls.

Welt der Gottheit

Zur heutigen Stunde über Edwin Scharff, der seit Juli 1946 dem Lehrkörper der Landeskunstschule Hamburg als Leiter einer Skulpturklasse angehört, zu berichten, ist nicht eben das Allereinfachste.

Das Weltbild der Gegenwart

Starke Resonanz findet gegenwärtig in Hamburg eine Vortragsreihe, in der sechs deutsche Gelehrte von Weltruf, nämlich Nicolai Hartmann, Pasqual Jordan, Ernst Beutler, Werner Heisenberg, Helmuth Thielecke und Victor von Weizsäcker, nacheinander zu Wort kommen sollen, um das moderne Weltbild zu beschwören.

Hans Leip und das Leben

Damit hat es seine besondere Bewandtnis: Das Leben überwandert immerfort sein eigenes Ausmaß. Es gibt Menschen, die sich das Leben abgewöhnten – aber der Raum, wo es wohnt und waltet, füllt sich dann mit gestorbenem Leben an, mit Spuk.

Dichtung in Bildern

Die Dreharbeiten für den ersten Film in der britischen Zone schreiten fort. Die vor einiger Zeit erfolgte Eröffnung des ersten Filmstudios umschließt zwar noch kein künstlerisches Programm, ist aber immerhin eine Hoffnung.

Notizen

Den Friedensnobelpreis für das Jahr 1946 erhielten Emily Greene Bald und John Mott, beide aus den Vereinigten Staaten. Emily Balch war seit 1919 Sekretärin der Internationalen Liga für Frieden und Freiheit, die sie 1936 zu ihrer Präsidentin wählte.

Das gute Recht – worauf?

Der Verlag (Kurt Desch, München), nennt Kasimir Edschmids neues Buch („Das gute Recht“) einen Roman. Also gerinnen Begebenheiten und Schicksale zum Weltbild? Also gehen uns die Gestalten des-Buches wie lebendige Menschen nahe und nach? Dazu, mit Verlaub, lebt das Buch doch zu sehr aus dem „Bezug“: auf die Zeitumstände der letztvergangenen Epoche.

Briefe an „Die Zeit”

Der Aufsatz „Das zweite Papier“ in Nr. 33 der „Zeit“ besagt, daß die Regelung der Währungsverhältnisse nicht von der Sachwertseite herkommen kann, sondern von der Geldseite erfolgen müsse.

Zweizonen-Handelskonferenz

Eine Zweizonen-Handelskonferenz würde in Minden abgehalten. Neben dem Leiter des Zweizonen-Wirtschaftsamtes, Dr. Rudolf Müller, waren führende Persönlichkeiten der britischen, amerikanischen und deutschen Wirtschaftsstellen anwesend.

Ende des Schachtelprivilegs

Die „Konzerndämmerung", die in der Wirtschaftskrise der dreißig Jahre heraufzog, hat einen gewissen Niederschlag im Aktiengesetz von 1937 gefunden, das den Konzernbegriff festlegte und Mißbrauchen dieser Wirtschaftsform zusteuern suchte.

„Entwaffnung“

Eben noch mußte von Schleswig-Holstein auf gegen einen britischen Fünfjahresplan opponiert werden, der einen „Abbau der Viehbestände“ vorsah, damit also Veredelungswirtschaft und Ernährung gefährdete.

Unternehmen Joseph

Mit Energie und Elan kämpft Sir John Boyd Orr für seinen Vorschlag, nach dem Vorbild des biblischen Joseph künftig im Ernährungssektor fette und magere Jahre durch Bildung von Puffervorräten auszugleichen und so Mangelerscheinungen und Überschüsse zu vermeiden, aber dieser „Plan Joseph“ scheitert offensichtlich am Widerstand der Vereinigten Staaten.

Kurze Wirtschaftsmeldungen

Die Umstellung der USA-Industrie auf die Friedenswirtschaft findet in der Zunahme der Kapitalinvestitionen ihren Niederschlag.

Steuerumgehung

Der gegenwärtige Steuerdruck ist so außergewöhnlich stark, daßman sich über den Tiefstand, den die Steuermoral erreicht hat, wahrlich nicht zu wundern braucht.

Die Brücke an der Saar

Die Wirtschaftsvertreter der Saar haben eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Frankreich und dem Saargebiet, gefordert.

Der Arzt hat das Wort

Bei der Schaffung der Rentenversicherung wurde dem Arzt eine ihm wesensfremde, überaus undankbare Aufgabe aufgebürdet, die ihn um so unpopulärer.

Die letzte Börsenwoche

An den deutschen Börsen hat eine Flaute den Hochschwung der vergangenen Wochen abgelöst. Besonders stark war der Abgabedruck gegen finde der Woche.

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