• DIE ZEIT: Jahrgang 1946

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1946/01

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    • Die erste Probe

      Ein Gebilde ist erstanden, das die Gerechtigkeit auf Erden verwirklichen, das eine Welt der Freiheit aufbauen will, eine Welt frei von Furcht, frei von Mangel, eine Welt der Freiheit des Wortes und – köstlichstes Gut überhaupt – Freiheit des Denkens, ein Gebilde, das den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker fördern will.

    • Parteien

      Wie ein anderes, fast nicht minder bewegtes Jahrhundert sich gewissenhaft die Frage nach „dem Berufe unserer Zeit zur Gesetzgebung“ vorlegte, so bangen wir heute vor der Frage nach dem Berufe unserer Zeit zur Demokratie.

  • Ausgabe 1946/02

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    • Um die deutsche Einheit

      In einem persönlichen Schreiben hat sich der amerikanische Staatssekretär Byrnes an den französischen Außenminister Bidault gewandt, damit dieser seinen Einfluß dahin geltend mache, daß Frankreich seinen Einspruch gegen die Bildung einer Zentralverwaltung in Deutschland fallen lasse.

    • Stunde der Prüfung

      Vor ihrem Auseinandergehen hat die Hauptversammlung der Vereinten Nationen noch den Beschluß gefaßt, allen Völkern höchste Sparsamkeit zu empfehlen, um die große gemeinsame Not zu lindern.

  • Ausgabe 1946/03

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    • Spanische Krise

      „Wir wollen keinen Kreuzzug der Ideen“, erklärte die französische Regierung Léon Blum während des spanischen Bürgerkriegs. Inzwischen hat sich viel geändert.

    • Das verlorene Paradies

      Jeder schematische Vergleich der Bevölkerungsdichte in den verschiedenen Ländern leidet darunter, daß dabei Mensch gleich Mensch und Quadratkilometer gleich Quadratkilometer gesetzt wird.

  • Ausgabe 1946/04

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    • Die Stimme des Freundes

      In Deutschland sind Schriften des Schweizer Theologen Karl Barth nachgedruckt worden, die den Untertitel führen: Ein Freundeswort von draußen.

    • Für den Frieden

      Wer heute das geistige Ohr an den politischen Boden legt, der vermeint ein fernes Geräusch zu vernehmen. Die überhitzte Einbildungskraft einer namenlos gepeinigten Menschheit glaubt Pferdegetrappel und Rossegestampf unterscheiden zu können, das Rollen der schweren Geschütze und das Dröhnen und Brummen der Motoren, und das Herz krampft sich uns in entsetzensstarrem Grauen zusammen wie früher, wenn der Engel der Vernichtung über einer Stadt schwebte.

  • Ausgabe 1946/05

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    • Elemente des Aufbaus

      Viererlei sind die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Aufbau, für eine Erhöhung der Erzeugung, erklärte Anthony Eden in einer großen Rede Anfang März in Hull: Unternehmungslust, Leistung, innerer Ansporn und harte Arbeit.

    • Totengedenken 1946

      Dieser Sonntag, der dem Gedenken der Gefallenen gewidmet war, ist vorübergegangen, ohne daß er sich von anderen Tagen wesentlich unterschieden hätte.

  • Ausgabe 1946/06

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    • Ein Streiter fürs Recht

      Kardinal Clemens August Graf Galen ist gestorben. „Weder durch Lob, noch durch Zwang“, hieß sein Wahlspruch, ein Ritter zwischen Tod und Teufel; ist er seinen Weg durchs Leben gegangen.

    • Nürnbergs zweite Phase

      Das angloamerikanische Prozeßverfahren gibt jedem Angeklagten eine Chance, die ihm das Recht anderer Länder versagt: Er kann seinen Platz auf der Anklagebank verlassen und vom Zeugenstand aus über seine eigene Sache aussagen.

  • Ausgabe 1946/07

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    • Europa und die Demokratie

      Sicher ist, daß Leute heute für die Demokratie votieren, weil sie in ihr das politische Ergebnis der Suprematie der angelsächsischen Waffen sehen und eine andere Haltung zurzeit nicht möglich ist.

    • Unser Atemraum

      Die deutschen Werke, die jahrelang nur für den Krieg und die Vernichtung gearbeitet haben, wurden einer strengen Prüfung unterworfen.

  • Ausgabe 1946/08

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    • Wahlen

      Die Wahlen für die gesetzgebenden Körperschaften der Provinzen und freien Städte in der britischen Zone im kommenden Herbst werden dem politischen Leben einen starken und wertvollen Auftrieb geben.

    • Zusammenarbeit

      Die Lösung der Persienfrage im Weltsicherheitsrat stellt einen Sieg des Rechtes dar. Der Schwache weiß heute, daß nicht die Macht allein gebietet, daß er nicht schutzlos dem Stärkeren ausgeliefert ist und sich seinem Spruch beugen muß.

  • Ausgabe 1946/09

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    • Erziehung zum Menschen

      Gleich nach Ostern beginnt das neue Schuljahr. Seit Kriegsende ist dies der erste Ansatz zu einem geordneten Schulanfang. Die Schüler, die der Bombenkrieg aus den Städten getrieben und über das Land verstreut hatte, die Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die vielen Jungen, die als Luftwaffenhelfer oder in HJ-Einheiten während der letzten grausigen Phase dieses Krieges auf irgendeinen militärischen Posten gestellt worden waren, sie alle werden jetzt nach einigen Monaten der Sammlung und vorbereitenden Arbeit erstmalig wieder in ihre entsprechenden Klassen eingeordnet.

    • Europa als geistige Einheit

      Das sogenannte „In-der-Luft-Liegen“ von Ideen hat stets geschichtliche Ursachen; denn alle Geschichte vollzieht sich unabänderlich im Gefälle völkerbiologischer Prozesse.

  • Ausgabe 1946/10

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    • Der Kostenpunkt

      Achtzig Millionen Pfund Sterling sind im britischen Staatshaushalt für die Kosten der Besatzung von Deutschland vorgesehen, eine „verblüffende Zahl“, wie der Sprecher der Opposition, Eden, bemerkte.

    • Dänische Reise

      Der erste Eindruck, den man von Dänemark nach fünfjähriger Abwesenheit gewinnt, ist weniger bestimmt durch die Veränderung, die dieses Land inzwischen durchgemacht hat, als vielmehr durch den unbewußten Wandel der eigenen Wertungsbasis und die Gewöhnung an anomale Zustände und Aspekte als etwas mittlerweile Alltägliches.

  • Ausgabe 1946/11

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    • Die Regulierung des Bodenpreises

      Wer an Bebauungsplänen arbeitet, weiß, daß die öffentliche Hand auf die Verwertung des kostbarsten Volksgutes, des Grund und Bodens, nur beschränkt einwirken kann.

    • Erwachen aus dem Chaos

      Vor einem Jahr verstummten die Geschütze. Aus den Kellerlöchern, wohin sie sich vor Bombenangriffen und Tieffliegern geflüchtet hatten, aus den Schützengräben und Einmannlöchern, wohin sie gestellt waren, um auf verlorenem Posten auszuharren, ohne den Sinn des Kampfes mehr zu verstehen, aus den Bunkern der Großstädte, wohin panisches Entsetzen vor dem Unvorstellbaren sie gejagt hatte, überall schauten die deutschen Menschen gen Himmel, die Zivilisten, die wenigen Soldaten, die Frauen und Kinder.

  • Ausgabe 1946/12

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    • Ein Teilungsplan

      François Poncet, während langer Jahre französischer Botschafter in Berlin, hat einen Plan vorgelegt, der die Kriegsgefahr beschwören soll, die – angeblich von einem einigen, von zentraler Stelle geleiteten und verwalteten Deutschland ausgehen könnte.

    • Ohne Frieden

      Ein Jahr ist verstrichen, seitdem die deutsche Armee kapituliert hat. Ist dies nur ein Datum der Erinnerung, an das sich mancherlei Betrachtungen anknüpfen lassen, oder können wir aus dem, was in diesem Jahr geschehen ist, heute schon erkennen, ob sich ein ‚Weg abzeichnet, auf dem wir vorwärtsschreiten, ein Weg, der aus dem Chaos heraus und nicht tiefer hineinführt? Die Vergangenheit so zu betrachten, heißt den Blick nicht auf die Zeit der Naziherrschaft richten, der vor einem Jahr ein Ende gesetzt wurde, sondern eben auf dieses Freiheitsjahr Nummer eins, wie wir es analog-den Jahren der Französischen Revolution bezeichnen könnten.

  • Ausgabe 1946/13

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    • Leipziger Messe

      Die Reise geht über gute Straßen. Die Äcker in unserer Zone sind vollständig bestellt, die Saat steht gut, ist nur ein wenig blaß infolge Düngermangels.

    • Ritterlichkeit

      Im Prozeß gegen einen deutschen Offizier, den Generaloberst Student, meldete sich freiwillig ein britischer Offizier, Brigadier Ingles, als Zeuge, um vor dem Gericht und aller Welt zu bekunden, daß das Verhalten der deutschen Truppen in Kreta nicht den Rahmen des Völkerrechts verlassen habe.

  • Ausgabe 1946/14

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    • Der Hamburger Kaufmann

      Vor einem Jahr übernahm ein Hamburger Kaufmann, Rudolf Petersen, die Regierung der Hansestadt. Schweres lag hinter ihr, wenn ihr auch das Äußerste, die sinnlose Verteidigung und damit völlige Zerstörung erspart blieb.

    • Vertagte Entscheidung

      Die Außenminister der Siegermächte haben sich in Paris nicht einigen können. Sie sind auseinandergegangen, ohne die Grundlagen für die von der ganzen Welt so heiß ersehnte Friedenskonferenz gelegt zu haben.

  • Ausgabe 1946/15

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    • Städte wählten

      Nach den Landgemeinden und den Kreisen haben am vergangenen Sonntag die Städte mit mehr als – 20 000 Einwohnern in der amerikanischen Besatzungszone.

    • Appell an die UNO

      Als die Außenminister sich auf der Pariser Konferenz nicht hatten einigen können, als der Weg zum wahren Frieden durch die Unmöglichkeit versperrt schien, eine gemeinsame Grundlage für die angestrebte Friedenskonferenz zu gewinnen, da hat der nordamerikanische Staatssekretär Byrnes einen neuen Weg gewiesen.

  • Ausgabe 1946/16

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    • Der eiserne Vorhang

    • Wiederaufbauprovinzen

      Ein Jahr nach der Kapitulation sind die gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse einschließlich der Währungsfrage noch so wenig geklärt, daß die wichtigsten Aufgaben der deutschen Städte und Provinzen, der Wiederaufbau und die Wiederaufbaufinanzierung, noch nicht klar umrissen und für die Dauer festgelegt werden können.

  • Ausgabe 1946/17

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    • Gerhart Hauptmann †

      Der deutsche Dichter Gerhart Hauptmann ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Wie ein greiser Seher aus großer Vergangenheit ragte er in unsere zerrissene, von Unruhe erfüllte Zeit hinein, Verkörperung der geistigen Entwicklung von nahezu zwei Geschlechtern.

    • Wille zur Synthese

      Am kommenden Sonnabend werden die Außenminister in Paris erneut zur Konferenz zusammentreten. Zwar werden sie dort nicht in einem Konklave nach dem Vorbild römischer Papstwahlen sitzen – nicht eher entlassen aus ihm, als sie sich geeinigt haben –, aber die Notwendigkeit, nunmehr endlich die Vorbereitung eines Friedensschlusses zustande zu bringen, ohne den sich die Erholung der Welt täglich von neuem als unmöglich erweist, stellt einen nicht weniger gebieterischen Zwang dar.

  • Ausgabe 1946/18

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    • Das fehlende Schräubchen

      Die nordamerikanische Kraftwagenerzeugung kommt nicht in Gang. Sie liegt immer noch weit unter der gegebenen Leistungsfähigkeit, weil eine besondere Zulieferung versagt.

    • Befreiende Musik

      In Hallen und Notwohnungen, in Kellern und Dachkammern erschallt heute in Deutsdtland Musik. Die äußeren Bedingungen, unter denen wir leben müssen, mögen Manchmal an die Grenze dessen heranreichen, was wir früher als menschenwürdig erachtet hätten, aber sie haben die tiefe Sehnsucht nach Erlösung durch die Musik, nach Befreiung von irdischen Sorgen und vergänglichem Trachten, nach Überführung unserer Seele in die heiteren, reinen Gefilde der wahren Kunst nicht ertöten können.

  • Ausgabe 1946/19

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    • Hoffnung auf Paris

      Seit dem 15. Juni verhandeln die Außenminister wieder in Paris. Sie haben die Fäden dort wieder aufgenommen, wo sie sie einen Monat vorher mit einem müden Verzicht aus der Hand haben gleiten lassen.

    • Verantwortungslos?

      Es wird überall sehr viel über die Erziehung zur Demokratie gesprochen und geschrieben. Jeder weiß, daß ein wirklich demokratisches Denken sich nur durch eine systematische Veränderung aller Lebensbedingungen und auch der Verwaltungsformen ergeben kann.

  • Ausgabe 1946/20

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    • Die neue Schule

      Das deutsche Unterrichtswesen ist nach dem politischen Zusammenbruch so gründlich zerfallen, daß die Hoffnung auf eine Einigung oder auch nur Angleichung der Schulformen in Deutschland recht schwach ist.

    • Das Land der Freiheit

      Am 4. Juli feiern die Bürger der Vereinigten Staaten ihren Nationalfeiertag. Vor 170 Jahren, am 4. Juli 1776, erklärten die Vertreter der 13 Kolonien zu Philadelphia ihre Unabhängigkeit vom englischen Mutterlande.