• DIE ZEIT: Jahrgang 1948

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1948/21

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    • Das unmögliche Schema

      Nichts ist so dumm, daß es bei. uns nicht möglich wäre. Ernst Bertram, Dichter und Literarhistoriker, viele Jahre lang Lehrer an der Universität Köln, ist in die Kategorie 3 des Entnazifizierungsverfahrens eingereiht worden.

    • Wie lange noch?

      Aufgescheucht wie ein Hühnerhof, über dem der Habicht kreist, waren die europäischen Kabinette, als der Kreml mit bewußter Indiskretion Memoranden veröffentlichte, die zwischen dem amerikanischen Botschafter in Moskau und Außenminister Molotow ausgetauscht worden waren.

  • Ausgabe 1948/22

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    • Labour greift zum Rechenstift

      Nicht nur in England neigt man zur Überschätzung der Meinungsverschiedenheiten in der Labour Party, die in den letzten Wochen zum Ausschluß von zwei Abgeordneten geführt Partei, Ausschlüsse gehören zum Rüstzeug einer Partei, die viele divergierende Elemente umfaßt.

    • Verträge statt Versprechungen

      Der außenpolitische Ausschuß des Senats nahm kürzlich mit 13 zu 0 Stimmen eine Entschließung an, die den westeuropäischen Staaten den Abschluß regionaler Militärbündnisse empfiehlt.

  • Ausgabe 1948/23

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    • Pythia in Frankfurt

      „Hangen und Bangen in schwebender Pein“. Man wartet darauf wie auf eine zugleich notwendige, schmerzhafte und gefährliche Operation: zwischen Furcht und Hoffnung.

    • Über einen Leisten

      Das tschechoslowakische Parlament hat den kommunistisch inspirierten Verfassungsentwurf als „Verfassung des 9. Mai“ angenommen.

  • Ausgabe 1948/24

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    • Radikal und sozial

      Der Wind hat sich gedreht. Bis vor kurzem war die vorherrschende Meinung, die kommende Geldneuordnung werde ernstlich doch nichts ändern.

    • Blamable Lektion

      Auch in der Wirtschaft gibt es „Dynastien“, die durch mehrere Generationen hindurch über große Konzerne herrschen. An der Ruhr war es für die meisten dieser Familien kennzeichnend, daß sie den Herr-im-Hause-Standpunkt vertraten, einen kapitalistischen Absolutismus, der dem fürstlichen Absolutismus früherer Zeiten vergleichbar war.

  • Ausgabe 1948/25

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    • Schwedens König 90 Jahre

      Am 16. Juni dieses Jahres begeht König Gustaf von Schweden seinen 90. Geburtstag. Sein Regierungsantritt vor wenig mehr als vierzig Jahren war kein dramatisches Ereignis – weder in seinem Leben noch im Bewußtsein des schwedischen Volkes.

    • Notwendige Entschlüsse

      Sehr schnell ist auf den Haager Kongreß des europäischen Vertrauens das Londoner Kommuniqué des europäischen Mißtrauens gefolgt, Von Enttäuschung kann hier nur sprechen, wer die inoffizielle Welt der guten Europäer mit der politischen Realität von heute verwechselt.

  • Ausgabe 1948/26

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    • Neue Taktik

      Aus den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang erklingen neuerdings nicht mehr die bekannten Töne. Dort scheint man sich plötzlich auf Frieden umzustellen.

    • Gesunde Bauernpolitik

      Der älteren Generation unter uns Bauern istdie Zeit um 1900 noch In trauriger Erinnerung. Es waren die Jahre, In denen deutsche Landwirtschaft mit niedrigsten Preisen für ihre Erzeugnisse eine ihrer schwersten Krisen durchstehen mußte.

  • Ausgabe 1948/27

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    • Kalter Krieg in Berlin

      Der Kalte Krieg zwischen den Alliierten von Gestern hat wieder einmal einen Höhepunkt erreicht. Diesmal ist Berlin der Austragungsort der Ost-West-Schlacht, die in den letzten Monaten unter Einsatz aller Reserven, mit Ausnahme der Kanonen, geführt wird.

    • Amerikas politische Stunde

      Das Besondere am heutigen Schicksal Amerikas ist dies, daß es sich vor eine weltpolitische Führerstellung gestellt sieht, in einer frühen, noch immer zu frühen Stunde seiner Geschichte, Zwar ist die politische Geschichte dieses Landes, seit es eine eigene unabhängige Entwicklung hat, heute auch hundertfünfzig Jahre alt.

  • Ausgabe 1948/28

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    • Die Not der Studenten

      In den letzten Junitagen trat auf Initiative der Militärregierung eine Reformkommission, des neben acht deutschen Sachverständigen der britisie Master ofBalliol, Lord Lindsey, und der Züricher Historiker J.

    • Falsche Reihenfolge

      Wenn die alliierten Militärgouverneure den deutschen Ministerpräsidenten Eile gebieten, so heißt das nicht ohne weiteres, daß Eile geboten ist.

  • Ausgabe 1948/29

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    • Koblenzer Hemmungen

      „Die Kunst ist, das richtige Maß zu halten“, erklärte der bayerische Ministerpräsident nach der Tagung der westdeutschen Länderchefs Im Hotel Rittersturz bei Koblenz, der Tagung, auf der man sich über die deutsche Stellungnahme zu den Dokumenten der Londoner Beschlüsse geeinigt hat.

    • Der Arbeiter in der Wirtschaft

      Der große Sprung zur „sozialen Sicherheit von der Wiege bis zur Bahre“ ist in England getan. Der Säugling und seine Mutter, der Kranke, der Arbeitslose, der bei der Arbeit Verunglückte, der alte arbeitsunfähige Mensch, sie alle haben nunmehr unter dem Anfang Juli in Kraft getretenen Sozialgesetz und gegen niedrigen Zwangsbeitrag der Verdienenden einen Versicherungsanspruch auf Unterstützung und Hilfe.

  • Ausgabe 1948/30

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    • Moskaus Pokerspiel

      Der Schlüssel zum Verständnis der russischen Antwortnote über Berlin, die der Kreml den Westmächten überreichen ließ und über deren Verwunderliche Schroffheit man sich vielerorts den Kopf zerbricht, dürfte in folgenden merkwürdigen Feststellungen der „Täglichen Rundschau“ zu finden sein: Amerika, so schreibt dieses Blatt der sowjetischen Militärregierung, werde keinen Krieg riskieren, um die Blockade Berlins zu brechen, da es dann die friedliebenden Völker Europas gegen sich haben würde.

    • Römische Kraftprobe

      Von H.-A. V. Dewitz Noch in den ersten Julitagen gab ein neutraler und gewiß unverdächtiger Beobachter, der römische Korrespondent der „Neuen Züricher Zeitung“, folgendes Urteil über die innenpolitische Entwicklung in Italien ab: „In Italien finden sich zur Zeit sowohl die Kommunisten wie die Scharfmacher im Linkssozialistenlager in einer Lage, welche die Versuchung enthält, Hals über Kopf in Agitationen großen Stils zu stürzen, um zwischen der marxistischen Führung und der in ihrer Gefolgschaftstreue zum Teil wankend gewordenen Arbeiterklasse künstlich eine Solidarität der Bedrohung zu schaffen.

  • Ausgabe 1948/31

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    • Die Auflagebeschränkung der ZEIT ist aufgehoben.

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    • Die JEIA-Blockade

      Drei Blockaderinge lägen um Deutschland, sohat Professor Baade, der Leiter des Kieler Weltwirtschafts-Institutes, es formuliert, und es gälte sie zu durchbrechen, wenn wir wieder zu normalen Grundlagen für die Wirtschaft gelangen wollen.

  • Ausgabe 1948/32

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    • Der Lastenausgleich

      Es wird viel von einem Lastenausgleich gesprochen, doch noch mehr darüber geschwiegen, die einen denken an ihn Tag und Nacht, die anderen suchen ihn aus ihren Gedanken zu verdrängen, er verkörpert Hoffnung und Furcht zugleich und manche fühlen sich verleitet zu glauben, daß durch ihn die bestehende Spaltung des deutschen Volkes in zwei feindliche Lager nicht ausgeglichen, sondern verschärft werden könnte.

    • Marshall-Einheit

      Sechzehn Staaten mit 215 Millionen Einwohnern und das von drei Besatzungsmächten kontrollierte Westdeutschland mit 45 Millionen – das ist Marshall-Plan-Europa.

  • Ausgabe 1948/33

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    • Der bayrische Schulfall

      Uuser Weg zur demokratischen Selbstverwaltung verläuft kurz vor seinem vermeintlichen Ziel noch einmal in einem bedenklichen Zickzackkurs.

    • Rehabilitierung und Rache

      Mit dem Nürnberger Urteil gegen die IG-Farben und gegen Krupp ist die Behauptung, daß die deutschen Industriellen die Drahtzieher der Hitlerschen Aggressionen gewesen seien, zusammengebrochen.

  • Ausgabe 1948/34

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    • Staatsbankrott durch Besatzungskosten

      Nachdem der Papiermarkschleier zerrissen ist, der die öffentliche und die private Pleite jedes einzelnen gleichermaßen liebenswürdig verdeckt hatte, tritt jetzt das Gespenst des Staatsbankrotts der Länder mit erschreckender Deutlichkeit zutage.

    • Frankreich und wir

      Ein deutsch-französisches Bündnis an Stelle des alten deutsch-französischen Duells sei die erste Bedingung für das Überleben Europas, diese klugen und beglückenden Worte stehen in einem Aufsatz Von Maurice Duverger, der in der französischen Zeitung Le Monde, dem offiziösen Blatt des französischen Außenministeriums, erschienen ist.

  • Ausgabe 1948/35

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    • Umbau der Landwirtschaft

      Der Direktor der Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Schlange-Schöningen, der, einer offiziellen Einladung der amerikanischen Regierung folgend, in Begleitung des Stellvertretenden Leiters der Landwirtschafts- und Ernährungsgruppe des Zweizonen-Kontrollamtes, G.

    • Stalins Prestige

      Während In Moskau die Sonderbotschafter der Westmächte alles versuchen, zu einer Einigung über Berlin zu gelangen und die Grundlage für weitere Viermächtebesprechungen zu schaffen, wächst unaufhaltsam die Spannung an der Spree.

  • Ausgabe 1948/36

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    • Reform von oben

      Der Einzelne schränkt seine Ausgaben seit der Geldreform ein, warum nicht der Staat? Der Unternehmer entläßt entbehrliche Kräfte, warum nicht die Behörde? Die Verwaltungsaufgaben sind weniger geworden, warum nicht die Zahl der Beamten und Angestellten? Gewiß, es hat in vielen Behörden bereits einen Umlauf gegeben, der zu Vorschlägen der Einsparung von Stellen aufrief.

    • Verfassungswehen

      Marschall Stalin hat im Kreise des Politbüros einmal gesagt, ein Staatsmann müsse das Ohr immer dicht am Boden haben, um genau darüber unterrichtet zu sein, was das Volk sage und denke, denn danach müsse sich die Politik des Staates richten.

  • Ausgabe 1948/37

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    • Währung am Golfstrom

      Mit dem unschuldigsten Gesicht von der Welt hat Rußlands Magier für den Westen, Ilja Ehrenburg, auf dem Breslauer Kongreß zur „Elementargewalt“ des Kommunismus bemerkt: „Es ist ebenso sinnlos, uns der Einmischung in fremde Angelegenheiten zu bezichtigen, wie dem Golfstrom vorzuwerfen, daß er sich in das Wirtschaftsleben Norwegens und Dänemarks einmische.

    • Für eine bessere Welt

      Während die Welt noch wie gebannt auf Moskau blickt, löste in diesen Tagen, abseits der politischen Machtzentren, eine internationale Konferenz die andere ab.

  • Ausgabe 1948/38

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    • Der Fall Gomulka

      In Warschau hat sich ein politischer Sündenfall vollzogen. Gomulka, bisher einer der mächtigsten Männer der sowjeto-polnischen Innenpolitik, ist der Ketzerei gegen den orthodoxen Stalinismus schuldig befunden worden.

    • Der neue Klassenkampf

      Das Wort Voltaires: „Gäbe es keinen Gott, so müßte man ihn erfinden“ verletzt jeden Menschen, für den die Existenz Gottes niemals zweifelhaft gewesen ist.

  • Ausgabe 1948/39

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    • Ruhrgebiet des Ostens

      Warum ging das Moskauer Versteckspiel mit den Westdiplomaten nicht um Entscheidungen, sondern um Zeitgewinn? Warum liegt den Russen soviel an der Verzögerung normaler Beziehungen zwischen Ost und West und warum lassen sie den Eisernen Vorhang sich immer tiefer in den Boden einfressen? Ein Dauerzustand soll es bestimmt nicht sein.

    • Ohne Krieg und Frieden

      Kurz vor dem Zusammentritt der UNO-Vollversammlung in Paris wurde auf dem Gelände des Palais Chaillot ein junger Mann durch französische Polizei festgenommen.

  • Ausgabe 1948/40

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    • Das Gesetz der Trägheit

      Wenn der deutsche Meister Gottfried von Gramm eingeladen wird, an Tennisturnieren in der Schweiz teilzunehmen, und alle Formalitäten hinsichtlich des Schweizer Einreisevisums glücklich erledigt hat, so versteht es sich keineswegs von selbst, daß er seine Reise nun auch wirklich antreten kann.

    • Heimkehrer ohne Heim

      Gewiß, wir haben Fürsorgeorganisationen aller Art, Sozialversicherungen, Altersheime und Kindergärten geschaffen; wir haben das „durchschnittliche Lebensalter“ von 45 auf 60 Jahre gesteigert, haben Armut und Reichtum, Glanz und Elend stufenweise einander angeglichen – je nach den Umständen: zuvor auf der Basis von „Glanz“ jetzt auf dem Niveau allgemein geteilten Elends.