Mit einer kräftigen, aber gänzlich monotonen Stimme beginnt die Zeugin: Ich habe diesen Mann geliebt und ihn geheiratet. Dieses war der größte Fehler meines Lebens. Als ich seine Bekanntschaft machte war ich 19 Jahre alt und sieben Jahre jünger als er. 1932 wurdensere Heirat auf dem Bürgermeisteramt von Dnjepro petrowsk- registiert Meine Eltern waren gegen die Verbindung. Mein Vater beschwor mich, diesen Mann nicht, zu- ehelichen. Er sagte, Kravchenko sei ein angebildeter Don Juan. Aber seine Liebesschwüre und sein Drängen waren stärker als meine Bedenken. Weil ich ihn gegen die Zustimmung meiner Eltern heiratete, empfingen diese ihn nicht in ihrem Hause, und ich mußte zu ihm und seiner Familie ziehen, Anfangs ging es gut mit ihm. Doch als ich- ihm im zweiten Monat unserer Ehe sagen mußte, daß wir bald ein Kind bekommet! würden, gab es die ersten Szenen. Er wölke keins, weil es seiner Karriere hinderlich sei. Ich habe viel geweint, er bestand aber darauf, daß ich mich einer Operation unterziehen müss. Nach dieser war ich sehr krank, und er, er ging zur Erholung in ein Sanatorium und ließ mich ohne Geld zurück. Als er wiederkam, entstanden neue Szenen, er schlug mich, bedrohte mich mit dem Revolver, denn r war sehr eifersüchtig, und warf das Porzellan an die Wand Die Zeugin schildert weiter, wie ihr Mann, als sie ihm eine" neue Schwangerschaft ankündigte von der Wut gepackt, sie aus dem Hause gejagt habe. Sie sei zu ihren Eltern zurückgekehrt und dort habe sie ihren Sohn Valentin auf die Welt gebracht, den Kravchenko nur ein einziges Mal gesehen und für den er ihr nie Geld gegeben habe. Ihr zweiter Mann sei gewillt gewesen, das Kind zu adoptieren, Kravchenko habe dem aber erst drei Jahre später, als sie in Krivoirog wohnte, zugestimmt.

Und ohne den einstigen Gatten anzublicken, schloß- sie: "Ich habe Kravchenko seit zwölf Jahren nicht gesehen. Ich flehe zu Gott, daß sein Sohn ihm in nichts nachschlage, sonst werde ich Madame Goriowa hierhergekommen ist, cUs weiß so unglücklich werden wie meine frühere Schwiegermutter. Ich hasse ihn nicht, glauben Sie es mir. Ich empfinde nur Widerwillen und Verachtung für ihn. Dieser Mann lügt, ohne je zu erröten Kraychenko hat schweigend zugehört, ohne sie aus den Augen zu lassen.

Wie Kravchenko lüge, das will der Anwalt der Lettm Franfaises dem Gericht vorführen. Er fragt die Zeugin: "Kravchenko behauptet in seinem Buch, der Schützling des Kommissars für Schwerindustrie, Ordzonikidze, gewesen zu sein. Hat er Ihnen jemals davon gesprochen?" N Madame Goriowa: "Nein Sie habe den. Kommissar nur von Bildern her gekannt. Auf eine weitere Frage der Verteidigung bestreitet sie die Wahrheit eases anderen Kapitels des Buches, Kravchenko sei nie aufs Land zur Durchführung der Kollektivierung geschickt worden.

Kravchenko, der während der ganzen Aussage gesessen hat, erhebt sich. Mit einer Summe frei von Groll erklärt er, Madame Goriowa (er gebraucht im Russischen immer das französische Kreml empfangen worden, und zwar mit einer Delegation, zu der nur die Frauen von Ingenieuren gehört hätten.

Madame Goriowa: "Das ist eine Lüge ". wir zu unseren Akten".

Kravchenko hat das Wort zu einer "langen Erklärung erhalten: "Madame, Sie sind bereits bei ihrer dritten Heirat angelangt. Dagegen ist an sich nichts zu sagen Und mit ruhiger, ja warmer Stimme und fast ununterbrochen der Zeugin zugewandt, erzählt er, es sei nicht wahr, daß der ake Gorlow, Madame Zinatdas Vater , gegen dieHeirat gewesen sei. Die Mutter Gorlow allerdings habe ihn "nie leiden können und diese sei es auch gewesen, die, als das Kind zu kommen drohte, auf dem Eingriff bestanden habe, weil die Geburt vor den legalen Zeitpunkt gefallen wäre und Schande über die Familie gebracht hätte, solche Bourgeoise sei seine Schwiegermutter gewesen. Auch wisse seine ehemalige Frau sehr wohl, daß er zur Kollektivierung der. Landwirtschaft "abkommandiert gewesen sei, denn sie selbst sei ja, wie damals viele Studentinnen, gleichfalls auf ein Dorf in diesem Auftrag geschickt worden habe aber die mit derAusrottung der Kulaken verbundenen Schrecken nicht er tragen, sei desertiert und erhabe sie telegraphisch zurückgerufen und dort arbeiten lassen, wo er selbst tätig gewesen sei.

Bei den letzten Worten bittet die Zeugia um einen Stuhl und setzt sich. Sie ist sehr bleich geworden.