Die blonde Zinaida. Goriowa, wie ihr Mädchenname lautet, Ärztin, 36 Jahre alt, wäre i dieser Fülle ihrer Jahre eine Schönheit zu nennen, hätte sie nicht um den Mund einen herben, ja harten Zug, Bei brünetten und sAwarzhaarigen Frauen sehen die ewig der Illusion bedürftigen Männer in der Strenge des Mundes gern das Zeichen verhaltener Leidenschaft, von deren Ausbrachen sie sich Wunder räumen. Nun, Madame Goriowa macht in dem einfachen schwarzen Tuchkieid (mit "geschlossenem Halsaussdmitt) den beruhigenden Eindruck einer Dame der mittleren Stände, x die selbst in den Zeiten des Grammophons noch das Klaverspiel erlernt hat and durchaus imstande ist, in trauten Stunden ihren Gatten mit einer Polonaise von Chopin zu erfreuen. Sie habe dies nicht- getan, sie halte ihn nie erfreut, diese Egoistin von bpnrgeoiser Gesinnung", behauptet Kravchenko in seinem Buch. Aber als Zinaida Goriowa mit natürlichem Anstand und ohne die indiskrete Neugier, die sie erregt, zu beachten, an die Zeugenschranke tritt und ihrem einstigen Gatten so nahe gegenübersteht, ist Kravchenko nicht einmal im Besitz des sympathischen Vorurteils derjenigen, die ihn selbst gegen jedes Recht, aus politischen Gründen seinen Prozeß gewinnen sehen möchten. Denn daß er die Existenz seines Sohnes verschwiegen hat, ist für die Verblendeten unter seinen Parteigängern ein schwerer und von den anderen zu günstiger Stunde geführter Schlag, den sie nacht den Gegnern, sondern Kravchenko verübeln. Madame Goriowa hat allen anderen Zeugen der Verklagten eines voraus: der sowjetfeindliche Tejhdes Publikums ist nicht gegen sie eingenommen. Das fühlt man, und so sollte es bis zum Schluß der Sitzung bleiben, denn ungemein geschickt hat kein anderer als Kradienko selbst Mitleid und Sympathie auf seine frühere Frau gelenkt. Wie, das werden wir sehen. kommeil und Erklärungen abzugeben, die unwürdig sind 1944 sein Land verriet?" lassen. Also wissen wir, was sie denkt " habe ich gedacht Kravchenko: "Immer dieselbe Leier " wetzen.

nach keiner anderen Sitzung.