Von H. Jahns, Geschäftsführer des VKG

Seitdem die Gütererzeugung aus dem Rahmen des Handwerks herausgewachsen und zur industriellen Massenerzeugung geworden ist, hat der Großhandel auch für den Vertrieb von Produktionsgütern eine organisch entwickelte Funktion gewonnen. Im autoritären Staatssystem ist der Versuch unternommen worden, aus dem Wirtschaftsgefüge das Regulativ des Großhandels gewaltsam herauszubrechen, also seine Bedeutung, die er als integrierender Bestandteil der ökonomischen Gesamtheit hat, zu verneinen. Nach dem Ende des Systems der totalen staatlichen Lenkung kann nun der Großhandel seine dem Konsumenten wie dem Produzenten gleichermaßen dienende Aufgabe wieder voll übernehmen. Er ist dafür gerüstet und seiner Verantwortung voll bewußt.

Die Formen, in denen sich als Folge der Währungszerrüttung die Ware den Weg suchte, sind bekannt. Unter Außerachtlassung der gewohnten Wege erhielt vielfach derjenige die Wäre, der Kompensationsgüter anbot, wie sie für die Erhaltung der Herstellerbetriebe (oder deren Mitglieder) gebraucht wurden. Das waren nicht selten Verbraucher oder „Letztverteiler“ – jedenfalls durchaus nicht immer die Berufenen. Die Gründe für solche Praktiken bestehen nun nicht mehr. Dort, wo ein Hersteller um des Bruttopreises oder des geringeren Rabattes willen auch jetzt noch den Großhandel übergeht, erweist er sich keinen wirklichen Dienst. Am Ende ist doch derjenige Umsatz der bessere, der sich aus einer beschränkten Zahl von Nettogroßverkaufen zusammensetzt, an Stelle einer vielleicht mehr-, fachen Zahl von Brutto-Verkäufen.

Der Teile- und Zubehör-Großhandel für die Kfz-Wirtschaft ist Träger großer Risiken. Wohl kaum ein anderer Fachhandelszweig ist zu derart stark differenzierter Lagerhaltung genötigt wie er. Die Vollkommenheit seiner Sortimentshaltung läßt sich auf keine andere Ebene verschieben, weder nach oben noch nach unten. Das Sortiment bedeutet Investition. Viele Teile werden nur in Zeiträumen von 1 und 2 Jahren umgeschlagen – eine Tatsache, der sogar die Lastenausgleichs-Gesetzgebung Rechnung zu tragen gewillt ist.

Für die Gesamtheit des Verkehrs bedeutet die ständige Bereithaltung einen großen Dienst. Ein solcher Dienst rechtfertigt die Erwartung, die Gewährenden dadurch funktionsfähig zu erhalten, daß ihnen die Priorität des Warenanspruchs nicht streitig gemacht wird.

Der Kfz-Teile- und -Zubehör-Großhandel hat sich eine Organisation geschaffen, die ein ausgezeichnetes Verhältnis mit den Verbänden der Industrie wie des Handwerks verbindet, zu Nutz und Frommen der Zusammenarbeit aller darin vereinigten Menschen.