Vor kurzem ist in Pyrmont Paul Madsack gestorben, dem es zusteht, daß er nicht klanglos ins ewige Leben eingehe. Er war von Haus aus Jurist, Sohn eines großen Zeitungsunternehmens, der dann Maler und schließlich Dichter wurde; aber er war stets alles als Privatmann. Denn das war das Eigentümliche an ihm, daß er seinen Talenten nicht die Vorhand über sein Privatleben gab.

War das die Bequemlichkeit oder Indolenz eines wohlhabenden Mannes, der als Skeptiker geboren war und die Kraft hatte, die schöpferischen Impulse seiner Begabung seinem Wesen gemäß zu verwalten? Aus der Beobachtung der Spaßhaftigkeiten des menschlichen Zusammenlebens schöpfte er ein zugleich ernstes wie belustigtes Wohlbehagen und gab das Abbild des Lebens in Darstellungen, die bis zum Phantasmagorischen stiegen und, innerhalb aller Phantastik, das Leben durch das Prisma der Satire doch stets in die Realität zurückprojizierten.

Er hatte nur drei Romane veröffentlicht, deren Titel Aufschluß über ihr Wesen gaben: "Die metaphysische Wachsfigur", "Der schwarze Magier" und "Tamotua, die Stadt der Zukunft". Dann war es, als ob die nazistische Zeit ihm die Lust genommen hätte.