• DIE ZEIT: Jahrgang 1949

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1949/01

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    • Es wird gehennecket

      Hennecke kann sicher nichts dafür. Wie alle Stars in tragischen Komödien sowjet-zonaler Nachkriegspolitik tat er, was ihm im Drehbuch vorgeschrieben war.

    • Roter Schatten über China

      Zwei ungerechte Entscheidungen des Westens, zwei schwere Abweichungen, von dem Wege einer genügend guten Politik, haben dazu beigetragen, daß heute immer noch in China der Bürgerkrieg rast und vierhundert Millionen Chinesen keinen Frieden, genießen können.

  • Ausgabe 1949/02

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    • Polen annektiert Ostdeutschland

      Der Ministerrat in Warschau hat einen Gesetzentwurf angenommen, mit dem das für die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie zuständige polnische Sonderministerium aufgelöst wird und diese Gebiete in die reguläre polnische Verwaltung eingeliedert werden.

    • Marshalls Abgang

      Amerikas Außenminister George Marshall hat seinen Rücktritt erklärt. Er hat hierfür keine Gründe angegeben und nur sachlich ohne Vorwurf und ohne Vorwand an den Präsidenten geschrieben „Ich bedaure, daß sich für mich die Notwendigkeit ergeben hat, mein Rücktrittsgesuch als Außenminister einzureichen.

  • Ausgabe 1949/03

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    • Der Angestellte

      Im Zusammenhang mit den Erörterungen um die Reform der Sozialversicherung ist wieder die alte Frage aufgeworfen worden, ob es richtig ist, daß der Angestellte ein Arbeitsentgelt erhält, das im Durchschnitt höher ist als das des Arbeiters, daß er einen günstigeren Kündigungsschutz genießt, längeren Urlaub hat, während einer Krankheit für längere Zeit von Gesetzes wegen sein Gehalt bekommt und eine besondere Rentenversicherung besitzt.

    • Grenzverfälschungen im Westen

      Wenn etwas vorher falsch war und dann richtiggestellt wird, so ist das eine Berichtigung. Wenn dagegen etwas vorher richtig war und dann so verändert wird, daß es nicht mehr richtig ist, so nennt man das eine Verfälschung.

  • Ausgabe 1949/04

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    • Zweierlei Maß

      Kaum ist über den Fall Cahane Gras gewachsen, da gibt es bereits einen Fall Cohrssen. Während Mr. Cahane aber in einem Interview mißverstanden worden war, also die ihm unterschobenen „Enthüllungen“ über angebliche riesige Devisenschiebungen deutscher Exporteure gar nicht gemacht hatte, liegt der Fall bei Mr.

    • Hochschulreform

      Um eine Diskussionsbasis für die Hochschulreform zu schaffen, hat man sich in Deutschland zum erstenmal einer Methode bedient, die auf der Idee der englischen Royal Commission beruht.

  • Ausgabe 1949/05

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    • Zum Fall Fritsch

      Die britisch kontrollierte Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlicht, da sie weiß, daß wir eine Darstellung des Falles Fritsch bringen, über dasselbe Thema Schilderungen des Generals Roßbach, und behauptet unberechtigterweise, daß er der einzige überlebende Zeuge sei.

    • Das werdende Europa

      Die Zahl der internationalen Konferenzen seit 1945 ist groß, die Zahl der Kommuniques nach ihrem Ende desgleichen. Man hat sich daran gewöhnt, daß in der Regel die Konferenzen arm an Ergebnissen und die Kommuniqués arm an Inhalt gewesen sind.

  • Ausgabe 1949/06

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    • Ein wichtiger Zeuge

      Das württembergisch-badische Befreiungsministerium hat bei der amerikanischen Militärregierung beantragt, den ehemaligen Reichsaußenminister von Neurath zu einer Verhandlung vor der Spruchkammer nach Ludwigsburg zu überführen.

    • Wir brauchen eine deutsche Regierung

      Man muß es Stalin zugestehen, er hat durch seine Politik – allerdings vermutlich gegen seinen Willen – einiges erreicht, was man vorher so leicht nicht für möglich gehalten hätte.

  • Ausgabe 1949/07

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    • Ministerpräsidenten tagten

      Auf der Konferenz der Ministerpräsidenten, die über Wochenend in Hamburg stattfand, ist fast über alles gesprochen worden, was die Deutschen dieser Zeit bewegt.

    • Skandinavien und der Atlantikpakt

      Der Abschluß eines Verteidigungsbündnisses zwischen den drei skandinavischen Staaten scheint jetzt stärker in den Bereich des Wahrscheinlichen zu rücken.

  • Ausgabe 1949/08

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    • Sklaven des Kreml

      Es ist nicht neu, aber grauenvoll. Und geht uns Deutsche ganz besonders an: Das System – der Zwangsarbeit in der Sowjetunion.

    • Deutschland und der Truman-Plan

      Der amerikanische Weg vom Hoover-Plan über den Marshall-Plan zum Truman-Plan ist konsequent und richtige Der Hoover-Plan legte die Unmöglichkeit der Reagrarisierung Deutschlands dar und stellte einen deutschen Industrieexport als unvermeidlich hin, wenn man Europa einschließlich Deutschland wirtschaftlich wiederherstellen wolle.

  • Ausgabe 1949/09

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    • Ungehemmte Satelliten

      Wenn jemand der Meinung war, mit dem Mindszenty-Prozeß habe man die Grenze der Herausforderung erreicht, so hat er sich zweifellos geirrt.

    • Europa in Brüssel

      Bei der Eröffnung des Kongresses der Europa-Bewegung in Brüssel sagte der Ehrenpräsident Winston Churchill: „Wir heißen in unserer Mitte auch die Vertreter jener großen Staaten und Völker als Freunde und Kameraden willkommen, mit denen wir noch vor kurzem in erbittertem Kampf gestanden haben.

  • Ausgabe 1949/10

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    • Ländlistehler

      „Ländlistehler“ riefen erboste Schweizer nach der Besetzung Prags hinter Autos mit deutschen Nummern her, und „Ländlistehler“, so ähnlich klingt es auch aus dem empörten Brief, den der Staatspräsident von Südwürttemberg-Hohenzollern, Dr.

    • Grau, teurer Freund, ist alle Theorie

      Die Amerikaner haben zu Hause ein System des Föderalismus, und deshalb empfehlen sie uns eine möglichst starke Dosis von dieser heilsamen Medizin.

  • Ausgabe 1949/11

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    • ... unter anderen Jlja Ehrenburg

      Die Entschließung der sowjetischen Schriftsteller, für April die Einberufung eines Weltfrieden-Kongresses zu fordern, könnte erfreulich wirken.

    • Gewaltsame Grenzregelung

      Eine belgische Zeitung – „Le Soir“ – bestätigt uns Deutschen im voraus und uneingeschränkt, daß Proteste, die wir gegen die Grenzregulierungen im Westen etwa erheben könnten, ein Zeichen unveränderter nationalistischer Gesinnung sein würden.

  • Ausgabe 1949/12

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    • Der Atlantikpakt und wir

      Durch den Atlantikpakt wird die Trennung der Welt in ein westliches und ein östliches Lager abermals verschärft. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die offenbar unausweichlich ist und bei der Richtung und Tempo zuerst von den Russen angegeben worden sind.

    • Berlins neue Währung

      Seit dem 20. März gehört Berlin nicht nur symbolisch, sondern tatsächlich zu Westdeutschland. Die Erklärung der Westmark zur Alleinwährung, die an diesem Sonntag für Westberlin Tatsache wurde, zieht aus neun Monaten politischen, wirtschaftlichen und finanztechnischen Durcheinanders eine Konsequenz von weitreichender Wirkung.

  • Ausgabe 1949/13

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    • Trauer und Verachtung

      So heißt es in der amtlichen Verkündigung über die Grenzveränderungen, die von den westlichen Demokratien an den deutschen Westgrenzen befohlen worden sind: Die Maßnahme ist durch „administrative Erfordernisse und die Verhältnisse, die den Verkehr entlang der Westgrenze Deutschlands betreffen, gerechtfertigt“.

    • Der estnische Präsident

      Jueri Jaakson und seine Ehefrau wurden unlängst vom Amtsgericht Oldenburg für tot erklärt. Wenn man hinzufügt, daß der in Oldenburg bescheinigte Tod vor Jahren in Sibirien erfolgte, bedarf – so scheint es – diese Nachricht einer Interpretation.

  • Ausgabe 1949/14

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    • Geheim-Europa

      Europa tagt wiederum – diesmal in London. Dennoch verdienen die Zehnmächte-Besprechungen der Botschafter, Frankreichs, Italiens, Schwedens, Dänemarks, Norwegens, Islands und der drei Beneluxländer mit dem Vertreter Großbritanniens im ständigen Ausschuß der Westunion besondere Beachtung.

    • Unser Pate aus USA

      Verschleppen die westlichen Besatzungsmächte die Bildung eines deutschen Staates? Diese Frage wird bei uns eifrig diskutiert.

  • Ausgabe 1949/15

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    • Billig davongekommen

      Waren im Werte von rund 200 Millionen Dollar sind im letzten Jahre illegal über die Grenzen des Dreizonengebiets ins Ausland gebracht worden.

    • Land der begrenzten Möglichkeiten

      Ein deutsches Märchen: „Konrad Adenauer, Carlo Schmid und Theodor Heuß kommen zusammen. Sie sind des langen Streites um das Grundgesetz und auch des langen Grundgesetzes müde.

  • Ausgabe 1949/16

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    • Die zögernden Sieger

      In den letzten vierzehn Tagen vor Ostern hat eine Art von Großreinemachen bei den verschiedensten Dienststellen unserer alliierten Obrigkeit stattgefunden: dieser und jener Akt wurde nach langwährender Prüfung endlich abgeschlossen, diese und jene längst fällige Entscheidung verkündet.

    • Schwergeburt in Bonn

      Gewiß, man könnte sagen, wieder ist das Parteigezänk zwischen SPD und CDU schuld daran, daß das, was wirklich wichtig ist, die Errichtung eines Grundgesetzes und einer eigenen Regierung nicht zustande kommt.

  • Ausgabe 1949/17

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    • Kalter Krieg - Heißer Friede

      Inzwischen besteht nun wirklich kein Zweifel mehr darüber: die Russen wollen wieder ins Gespräch kommen, obgleich ihnen klargeworden sein dürfte, daß zuvor die Blockade aufgehoben werden muß.

    • Veit Harlan nicht rehabilitiert

      Als Veit Harlan nach der Urteilsverkündung den Gerichtssaal verließ, brachte ihm das Publikum Ovationen dar. Der stürmische Beifall für diesen Mann ist ebenso fehl am Platze wie entrüstete Proteste, die sich gegen den Freispruch richten.

  • Ausgabe 1949/18

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    • Zwischenlösung für Kehl

      Es hat in den letzten zwei Jahren viel Krakehl um Kehl gegeben; der ist nun vorläufig beendet In Washington wurde der Text eines Dreimächte-Abkommens über die Kontrolle des Rheinhafens veröffentlicht.

    • Drei Kriegsgefahren und ein Friedensgespräch

      Die Sowjetunion fürchtet den Zusammenstoß mit Amerika und insbesondere einen amerikanischen Präventivkrieg Europa fühlt sich durch den revolutionären und kriegerischen Imperialismus Moskaus bedroht.

  • Ausgabe 1949/19

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    • Zehn Mächte gründen Europa

      In der Rekordzeit von drei Tagen ist auf der Londoner Zehn-Mächte-Konferenz das Statut für den Europa-Rat formuliert, angenommen und veröffentlicht worden.

    • Trumans Kampf für den „Fair Deal“

      Jeder Zweig unserer Wirtschaft und jeder einzelne hat ein Anrecht darauf, von unserer Regierung einen fairen Plan – „Fair Deal“ – zu erwarten.

  • Ausgabe 1949/20

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    • Triest ein Probefall

      Triest blieb wieder einmal als „unerledigt“ auf der Tagesordnung der UNO; seine Bewohner ohne Gouverneur. Der Sicherheitsrat vertagte sich.

    • „Und neues Leben blüht aus den Ruinen“

      Deutschland hat sich ein Grundgesetz gegeben, dessen geographischer Geltungsbereich durch die Macht des Ostens, dessen Souveränitätsrechte durch die Mächte des Westens beschränkt werden; Wir haben auch westlich des Eisernen Vorhangs keine volle politische Freiheit.