Bilder und Träume
Lektüre. Ein Buch, lang und breit wie ein Acker,
kräftig gebunden nach alter Chronik-Art, schlug sich allmählich vor mir auf. Miniaturen und Illuminationen ließen sich erkennen. Das derbe, gegilbte Papier war mit großen Lettern bedeckt, die ich dennoch nicht zu entziffern vermochte. Der Dunst schwelender Feuerbrände, dann Staubwirbel und Werften mit fliegenden Fischen und Löwen glitten darüber hin. Wälder folgten reigenhaft mannigfachem Feldgestein... Alles schwebte, in Schatten aufgelöst. Dennoch schien es zuweilen, als ob das Buch mir ein wenig leserlicher werde. Mancher Schatten klärte sich. Auch lernt der geduldige Blick, Schleier zu durchdringen. – Übrigens hatte ich alsbald wahrgenommen, daß hier das Liber mundi vorlag.
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Der glücklichste Traum. Nach beschwerlichem, nichts mehr erwartenden Innehalten schrieb ich mit Licht: – es floß statt Tinte unerschöpflich aus meiner Feder, die alsbald das Papier verließ und sich im Räume fortzubewegen begann. Es entstanden leuchtende, schwebende Gebilde im Übergänge vom Buchstaben zur Figur.
Der Sieger. Inmitten einer abgezweckten Erregung und Bewegung zahlreicher Menschen, die alles für möglich hielten und zu den äußersten Konsequenzen entschlossen waren, hörte ich die metallen dröhnende Lautsprecherstimme den Sieger verkünden, der alsbald, mit Kränzen ausgezeichnet, die Ehren- und Triumphrunde fuhr: das schnellste Auto der Welt. Zu meiner Überraschung trug es, über seine ganze schimmernde Länge hin, in weißer Farbe den Namen „Gedanke“. Carl Conrad



