• DIE ZEIT: Jahrgang 1950

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1950/21

    Ausgabe ansehen
    • Kulmbacher Dunkel

      Als es kürzlich in Kulmbach eine Nachwahl zum Bundestag gab, wobei Dr. Semler, einst Vorgänger Erhards in der ehemaligen Frankfurter „Verwaltung für Wirtschaft“, knapp Sieger blieb, hätte sich auch Alfred Loritz, M.

    • Neues Biedermeier Bonner Staatsschutzgesetz

      Das Biedermeier war nicht nur das Zeitalter eines geruhsamen patriarchalisch regierten Bürgertums, es stand auch im Zeichen des Polizeistaats Metternichscher Prägung.

  • Ausgabe 1950/22

    Ausgabe ansehen
    • So nicht!

      minister Stikker als Direktor der OEEC auf Banketten nur selten vergißt, warmherzige Worte an die Adresse Deutschlands zu richten, und in der die Bürgermeister der größten holländischen und deutschen Hafenstädte sich gegenseitig freundliche Botschaften senden und Besuche machen, zu dieser Zeit, fünf Jahre nach Waffenstillstand, hat die holländische Regierung von Deutschland die „Rückerstattung“ von 66 Binnentankern gefordert, die im Krieg auf holländischen Werften gebaut wurden.

    • Der Geist von Dünkirchen ist noch nicht tot

      Sie werden noch einmal fahren, die kleinen Boote ... Am kommenden Wochenende, zehn Jahre nach der Räumung des Dünkirchen-Strandes, werden viele der kleinen Schiffe noch einmal den Kanal kreuzen, in Erinnerung an eine große Katastrophe und – an die stärkste Inspiration der Engländer im letzten Kriege.

  • Ausgabe 1950/23

    Ausgabe ansehen
    • Zu viele Richtlinien

      Der Wohnungsbau läuft nicht in dem erwarteten Tempo an. Für diese Verzögerung machte der Bundeskanzler vor einiger Zeit in einer stark parteipolitisch gefärbten Rede in Königswinter die zuständigen Länderminister verantwortlich.

    • Ohne England...

      Daß die kommende Pariser Konferenz der Länder, die gemäß dem Schuman-Plan gewillt sind, sich zu einer neuen europäischen Organisation zusammenzuschließen, ohne Vertreter Großbritanniens tagen wird, ist zwar noch nicht sicher, aber immerhin zu befürchten.

  • Ausgabe 1950/24

    Ausgabe ansehen
    • Die neue Volksdemokratie

      Seit die Warschauer Deklaration die Oder-Neiße-Linie als endgültige Ostgrenze bestätigte, ist es ganz deutlich geworden: die SED zwingt Ostdeutschland, den Weg der Volksdemokratien zu gehen.

    • UN-Sinn

      In Lake Success wurde jenes Zehnpunkteprogramm veröffentlicht, das Trygve Lie auf seiner „Pilgerfahrt für den Frieden“ den Regierungen der vier Großmächte überreicht hat.

  • Ausgabe 1950/25

    Ausgabe ansehen
    • Unsere Ostpolitik muß aktiv werden

      Bundesrat und Bundestag haben eine weitreichende politische Entscheidung getroffen: auf Antrag der Regierung Adenauer haben beide Kammern beschlossen, daß die Deutsche Bundesrepublik dem Straßburger Europa-Rat beitreten soll.

    • Hochgestimmte Pläne

      Man kann die Stärke Europas nicht dadurch ermitteln, daß man die Produktionskraft der europäischen Länder, ihre Bevölkerungszahlen oder Volksvermögen addiert.

  • Ausgabe 1950/26

    Ausgabe ansehen
    • Aufstand der Elite

      Einen Monat ist es her, daß die kommunistische „Freie Deutsche Jugend“ im Gleichschritt durch Ostberlin getrieben wurde. Heute aber präsentiert die Sektorenstadt ein anderes Sinnbild, diesmal das westliche, der zweigeteilten Welt: den „Kongreß für kulturelle Freiheit“.

    • Beamten-Pensionen

      Die berechtigten Ansprüche der Personen, die am 8. Mai 1945 in öffentlichen Diensten standen, der vertriebenen Beamten also, der Berufssoldaten und jener Entnazifizierten, die zu Unrecht um ihr Amt gekommen sind, sollen – das ist im Artikel 131 des Grundgesetzes festgelegt – durch ein Gesetz geregelt werden.

  • Ausgabe 1950/27

    Ausgabe ansehen
    • Der fremde General

      Der Sowjetgeneral Pjotr Pantschewskij ist zum bulgarischen Verteidigungsminister ernannt worden. Die Unterstellung der europäischen Satellitenarmeen unter sowjetrussischen Oberbefehl begann in Polen mit der Einsetzung des sowjetischen Marschalls Rossokowski.

    • Der Aufmarsch der Roten Armee im Fernen Osten

      Die strategisch-operativen Aufgaben der ganz Sibirien und den Fernen Osten umfassenden Heeresgruppe VI der Roten Armee waren bisher rein defensiver Natur.

  • Ausgabe 1950/28

    Ausgabe ansehen
    • Gerechte Quittung

      Die Wahlen in Schleswig-Holstein haben den Sozialdemokraten eine schwere Niederlage gebracht. Von 43 Mandaten haben sie nur 19 behalten.

    • Korea könnte sich leicht wiederholen

      Er sähe keine Anzeichen dafür, daß der Korea-Konflikt irgendwelche Folgen für die Lage der Bundesrepublik haben werde, erklärte der amerikanische Hohe Kommissar John J.

  • Ausgabe 1950/29

    Ausgabe ansehen
    • Bonn und die Bäcker

      Seit Jahren wurden die Getreidepreise in Deutschland mit Hilfe erheblicher Steuermittel unter dem Weltmarkt-Preisniveau gehalten.

    • Das Obere Bundesgericht

      In wenigen Tagen wird der Bundestag das Gesetz über die Errichtung des Oberen Bundesgerichtes, das dem früheren Reichsgericht in Leipzig entspricht, verabschieden und dabei seinen Sitz bestimmen müssen.

  • Ausgabe 1950/30

    Ausgabe ansehen
    • Kein Besatzungsstatut mehr!

      In London ist gegenwärtig eine Studiengruppe von alliierten Sachverständigen dabei, eine Revision des Besatzungsstatutes vorzubereiten.

    • Fahnen und Bomben

      Über den Mittelflügel von Schloß Laeken weht wieder die schwarz-gelb-rote Trikolore Belgiens. Aber über den Straßen des Landes flattern Spruchbänder: Tod dem König.

  • Ausgabe 1950/31

    Ausgabe ansehen
    • Zwischen Ausbeutung und Rüstung

      Wie die Sowjetunion seit langem, so hat jetzt auch die deutsche Sowjetzone ihren Fünfjahresplan. Zwar ist dieser Plan vorerst nichts als ein Dokument in der Hand Walter Ulbrichts, nichts als ein Stück Papier, und doch sucht sich das kommunistische Protektorat zwischen Oder und Elbe nach dieser Vorlage schnell vollends der Struktur des Sowjetstaates anzugleichen.

    • Bequem und sicher

      Es ist unerfreulich: Bonn hat wieder einmal versagt. Der Bundestag bestimmte Karlsruhe zum Sitz des Oberen Bundesgerichts. Sicher wird der Gerichtshof dort ebensogut arbeiten, wie an jedem anderen westdeutschen Ort.

  • Ausgabe 1950/32

    Ausgabe ansehen
    • Keine Grenzpfähle

      Es war am selben Tage ... In Bad Cannstatt auf der Bundestagung der vertriebenen Deutschen wurde voller Trauer jenes Abkommens gedacht, das vor fünf Jahren in Potsdam beschlossen worden ist, damals, als die Siegermächte sich darin einig waren, daß die deutschen Ostgebiete unter sowjetrussische und polnische Herrschaft kommen und die Deutschen ausgewiesen werden sollten.

    • Gegen alle, die auf zwei Schultern tragen

      Kampf den kommunistischen Illegalen, den falschen Friedenskämpfern und den Schläfern auf dem Vulkan / Von Claus Jacobi

  • Ausgabe 1950/33

    Ausgabe ansehen
    • Seelenfang

      Die maskenreiche Propaganda der Moskauer Schule bedient sich ebenso skrupellos der brutalen Drohung wie der scheinbar humanitären Lockung.

    • Wider die Spielregeln

      In drei deutschen Ländern sind zur Zeit Minderheitsregierungen im Amt. Der Anlaß war in jedem Land ein anderer. In Nordrhein-Westfalen hat das Wahlergebnis durch Stimmenzuwachs der FDP eine starke Tendenz nach rechts erkennen lassen, der wohl ein Teil der CDU-Fraktion, nicht aber ihr stärkster Mann, der Ministerpräsident Arnold, Rechnung tragen möchte: er zieht die Koalition mit den Sozialdemokraten vor.

  • Ausgabe 1950/34

    Ausgabe ansehen
    • Sturm im Glas Wasser

      In dem Zirkel, den man als Bonner politische Kreise zu bezeichnen pflegt, herrscht wieder einmal Aufregung und Verstimmung. Der Bundeskanzler hat einem Vertreter der New York Times ein Interview gegeben und gleichzeitig ein Verlangen der akkreditierten deutschen Journalisten nach seiner Rückkehr eine Pressekonferenz abzuhalten, ignoriert.

    • Amerika trägt die ganze Last

      Immer wieder kann man hören, der Überfall der Kommunisten auf Südkorea habe die nichtkommunistische Welt aufgerüttelt. Die Gefahr, daß alle westliche Freiheit verlorengehen und daß sowjetrussische Tyrannei in Zukunft über die Erde herrschen könnte, sei plötzlich auch denen deutlich geworden, die bisher von ihr nichts wissen wollten.

  • Ausgabe 1950/35

    Ausgabe ansehen
    • Patschhändchen

      Mehr als 273 Millionen Menschen in 75 Staaten hätten bisher das Stockholmer „Friedensdokument“ unterzeichnet, schreibt die Prawda, und da Kinder dies Ächtungsmanifest der Atombombe nicht unterschreiben durften, müßte man rechnen, daß die 273 Millionen Unterschriften für 600 Millionen stünden: den vierten Teil der Menschheit.

    • Der liberale Gedanke

      In Stuttgart fand in der vergangenen Woche der Vierte Liberale Weltkongreß statt. Unter den 200 Vertretern aus verschiedenen europäischen Staaten befanden sich viele hervorragende Männer, wie der spanische Liberale de Madariaga, die Engländer Lord Layton und Sir Andrew McFadyean, der Franzose Bonnefou, der Belgier Motz; unter den deutschen Mitgliedern waren Hermann Dietrich, Vizekanzler Blücher, Ministerpräsident Reinhold Maier.

  • Ausgabe 1950/36

    Ausgabe ansehen
    • Freiheit, die ich meine

      Das amerikanische Repräsentantenhaus nahm dieser Tage mit 354 gegen 20 Stimmen ein Gesetz gegen Spionage und kommunistische Umsturztätigkeit an, das, am amerikanischen Verfassungsstandard gemessen, außerordentlich weit geht.

    • Kampfstoff Streik

      „In einer außerordentlich ernsten Lage wendet sich der Deutsche Gewerkschaftsbund an die Öffentlichkeit. Seit Wochen geht eine sich immer mehr steigernde Unruhe durch alle Betriebe.

  • Ausgabe 1950/37

    Ausgabe ansehen
    • Europa kommt durch den Lieferanten-Eingang

      Wenn heute einer jener berühmten Wahrsager, von denen man immer nur weiß, daß sie bis zum gestrigen Tage alles schon vor Jahren vorausgesehen haben, mit der notwendigen Dreistigkeit prophezeite, daß am 30.

    • Wahlduelle

      In diesem Jahre hat der Wahlkampf in Schweden eine sportliche Note: die Parteien messen ihre Kräfte in Rededuellen; jeweils zwei hervorragende Redner von zwei verschiedenen Parteien.

  • Ausgabe 1950/38

    Ausgabe ansehen
    • Die Blitze über Korea erleuchteten die Welt

      Wie irrsinnig ist diese Welt, in der wir leben! Der Kreml, der oft genug bewiesen hat, daß sein einziges Interesse darin bestellt, Unruhe, Streiks, Aufstände und Bürgerkriege anzuzetteln, spricht seit Wochen in der Prauda und den Sendungen der TASS von nichts anderem als vom Frieden, spricht von der „Stockholmer Friedensresolution“, spricht von den neuen gigantischen Plänen, das größte Wasserwerk der Welt in Kubyschew zu erbauen, spricht von der Aufforstung und Bewässerung riesiger Gebiete, von dem kommenden Paradies der friedliebenden Sowjetnation.

    • Konstruktives Mißtrauen

      Ob der nordrhein-westfälische Landtag in der heutigen Situation auch noch das „konstruktive Mißtrauensvotum“ in die Verfassung hereinnehmen würde (wie er es vor einigen Monaten tat) ist zum mindesten fraglich.

  • Ausgabe 1950/39

    Ausgabe ansehen
    • Mißtrauen gegen Mißtrauen

      Seit Wochen droht die Bundestagsfraktion der Bayernpartei dem Bundesfinanzminister mit ihrem Mißtrauen, ihrem potentiellen Mißtrauen.

    • Was New York wirklich bedeutet

      Würde man heute die politische Situation in einer Momentaufnahme festhalten, so würde dieses Bild dem Erstlingswerk eines photographischen Dilettanten gleichen, der mehrere Bilder übereinander geknipst hat, weil er vergaß, weiter zu drehen.

  • Ausgabe 1950/40

    Ausgabe ansehen
    • Jäger ohne Flinten

      Im Juni dieses Jahres erließ die Hohe Kommission eine Verordnung, mit der sie den Deutschen Erwerb, Besitz und Gebrauch von Jagdwaffen wieder gestattete.

    • Vorbild Katyn

      Wenn die Kriegsverbrecherprozesse geführt wurden, um der Verhinderung von Kriegen oder auch nur der Humanisierung der Kriegführung zu dienen, dann muß man leider heute schon sagen, daß dieser Zweck völlig verfehlt worden ist.