Vererbung und Wasserstoffbombe
Die Existenz der Wasserstoffbombe, zur Zeit notwendig zum Schutze der westlichen Welt, birgt nicht nur eine Gefahr unsäglicher Zerstörung für den Fall eines Krieges. Bereits die Versuche mit Atombomben, Wasserstoffbomben und Wasserstoff-Uranbomben, die neuerdings in steigender Zahl durchgeführt werden, können die Gesundheit vor allem der zukünftigen Generationen ernstlich bedrohen. Hierzu äußert sich in dem folgenden Aufsatz ein englischer Fachmann.
Die amerikanische Atomenergiekommission behauptet, daß die in Nordamerika durch Atombomben verursachte Strahlung gleichbedeutend sei mit einer Röntgendurchleuchtung des Brustkorbs jedes einzelnen Einwohners. Gleichzeitig wird uns gesagt, ein solches Strahlungsausmaß sei gefahrlos; und diese Versicherung ist von Sir Winston Churchill wiederholt worden. Der Laie erinnert sich jedoch daran, daß Röntgenaufnahmen des Brustkorbs nur so selten wie möglich gemacht werden und daß Aufnahmen des Unterleibs einer Frau in den ersten Schwangerschaftsmonaten nur dann gemacht werden, wenn dies unumgänglich notwendig ist. Nun hat der Verband amerikanischer Wissenschaftler in einem Antrag an die Vereinten Nationen eine Untersuchung über die genetischen Gefahren nuklearer Explosionen gefordert.
Verseuchte Gene
Bei der genetischen Gefährdung handelt es sich nicht um Tod oder Verletzung, beide können durch die Hitze, die Explosion und die radioaktive Strahlung des Feuerballs einer Atombombe sowie durch die Verseuchung mit radioaktivem Staub verursacht werden. Die genetische Gefährdung ist nicht durch Anzeichen oder Symptome bei dem betroffenen Individuum erkennbar; diese treten erst in späteren Generationen in Erscheinung. Die Quelle potentieller genetischer Schäden liegt in der Radioaktivität, die nach Atomexplosionen durch Wind und Wetter in der ganzen Erdatmosphäre verteilt wird.
Der Vorgang, durch den Nachkommen normalerweise die Merkmale ihrer Eltern erben, kann am besten beschrieben werden, indem man sich des Begriffs des Gens bedient. So kann man zum Beispiel sagen, daß Kinder aus einer Ehe zwischen verschiedenfarbigen Eltern halbblütig sind, weil der eine Elternteil ein „schwarzes Gen“ und der andere ein „weißes Gen“ zu ihrer Erbmasse beiträgt. Hier führt die Mischung der Farbgene bei den Nachkommen zu Merkmalen, die zwischen denen der beiden Eltern liegen. Beim Menschen ist die Zahl der Gene sehr groß – etwa 50 000. Sie werden von den Eltern an die Nachkommen vermittels der Keimzellen (Samen- und Eizellen) weitergegeben.
Schädliche Mutationen
Seit Anfang der zwanziger Jahre ist bekannt, daß Röntgenstrahlen und radioaktive Strahlen diesen normalen Vorgang der Vererbung stören können. Sprunghafte Veränderungen oder Mutationen der Gene können durch beide herbeigeführt werden, so daß die Merkmale eines Kindes von denen der Eltern verschieden sein können. Solche Mutationen ereignen sich auch spontan – sie sind sogar für den Prozeß der natürlichen Zuchtwahl notwendig. Leider ist jedoch die überwiegende Mehrzahl der genetischen Mutationen, ob spontan oder künstlich hervorgerufen, schädlich. Sie beeinträchtigen Gesundheit und Fruchtbarkeit.






