• DIE ZEIT: Jahrgang 1955

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1955/21

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    • O du mein Österreich

      Der Jubel, mit dem auch in Deutschland die Nachricht begrüßt worden ist, Österreich habe durch den Abschluß des Staatsvertrages seine Unabhängigkeit wiedergewonnen, hat mit einem Mißklang geendet, nachdem der Wortlaut dieses Vertrages bekanntgeworden ist.

    • Der neutrale Gürtel

      Das Allheilmittel für sämtliche Nöte Europas schien gefunden: man ersetze den Eisernen Vorhang durch einen neutralen Gürtel, und der Kalte Krieg ist zu Ende.

  • Ausgabe 1955/22

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    • Die Belgrader Panne

      Der erste Versuch, eine Politik der sogenannten aktiven Koexistenz mit der Sowjetunion zu vereinbaren, hat mit einem bolschewistischen Manöver begonnen, das jeden weiteren Versuch dieser Art, wenn nicht von vornherein als aussichtslos, so doch als lebensgefährlich erscheinen läßt.

    • Grundgesetz je nach Bedarf

      Das Plenum des Bundestages hat auf Antrag der SPD-Abgeordneten Reitzner und Dr. Arndt den Entwurf eines Gesetzes „zur Bereinigung deutsch-österreichischer Staatsangehörigkeitsfragen“ mit einer aus allen Parteien bestehenden Mehrheit an die Ausschüsse zurückverwiesen.

  • Ausgabe 1955/23

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    • Verkommen, verfault, verloren...

      In dem folgenden Artikel wird ein steuerstrafrechtlich und menschlich interessanter Fall geschildert, in dem sich der Kampf eines Steuerpflichtigen gegen ein Unterwerfungsverfahren bereits über sechs Jahre hinzieht.

    • Freiwillige vor!

      Die Eile, mit der das Freiwilligengesetz dem Soldatengesetz vorangeschickt worden ist, hat in der Öffentlichkeit keinen guten Eindruck gemacht.

  • Ausgabe 1955/24

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    • Schulbetriebsräte?

      Wenn Schulen Behörden sind, und das sind sie nach Ansicht des hessischen Kultusministeriums, dann müssen sie auch Betriebsräte wählen.

    • Kein Nachwuchs für Labour?

      Die Labour Party erscheint in den Träumen – und in den Darstellungen – ihrer Anhänger mit Vorliebe als die Partei des Fortschritts, die Partei der Zukunft, die Partei der Jugend.

  • Ausgabe 1955/25

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    • Zusammenarbeit mit USA

      In dem Kommuniqué, das nach dem Washingtoner Gespräch zwischen Präsident Eisenhower und Bundeskanzler Adenauer veröffentlicht worden ist, heißt es: Der Präsident, der Kanzler, der Außenminister und ihre Berater „stimmten darin überein, daß eines der Ziele der bevorstehenden Viermächtekonferenz sein soll, den Weg für eine baldige Wiedervereinigung Deutschlands zu bereiten.

    • Kulturkampf in Israel

      Der politische Zionismus entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts als unmittelbare Reaktion auf antisemitische Wellen. Er wollte den Antisemitismus nicht bekämpfen, sondern dessen eigentliche Ursache aufheben, die er in der Diaspora-Existenz der Juden erblickte, also in der Tatsache, daß Juden und Nichtjuden innerhalb der gleichen Territorien leben.

  • Ausgabe 1955/26

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    • „Entplanung“

      Kommissar, geben Sie mehr Handlungsfreiheit! Diesen Ruf erhoben sowjetische .Industrieführer auf einer kürzlich in Moskau abgehaltenen Konferenz.

    • Japanische Lehre

      Auf der Jubiläumstagung der UNO beklagte Molotow die Schaffung immer neuer Militärblocks und -bündnisse in allen Teilen der Welt.

  • Ausgabe 1955/27

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    • Die SPD und die Armee

      Wer die Armee hat, dem gehört der Staat – diese Meinung spielt augenblicklich in Deutschland eine große Rolle, obwohl niemand sie auszusprechen wagt.

    • Frankreichs „unverdaute Brocken“

      Neben so vielen kleinen gibt es auch einen recht großen unverdaulichen Brocken im Magen der Vierten Republik. Ob er doch einmal bewältigt werden wird, entscheidet über den weiteren Verlauf der Geschichte dieser Republik, die bisher auf weite Strecken eine Krankengeschichte war.

  • Ausgabe 1955/28

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    • Auch das wäre Zensur

      Eine Gruppe von Abgeordneten der CDU/CSU hat dem Bundestag einen Gesetzentwurf zugeleitet, den man angesichts des Zeitpunktes, zu dem er eingebracht wurde, wohl als „Lex 20.

    • Das Freiwilligengesetz

      Der Krieg um das Freiwilligengesetz findet nicht statt. Es kam nicht zu dem angedrohten Exodus der Opposition aus den Ausschüssen des Bundestages.

  • Ausgabe 1955/29

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    • Seidiger Himmel in Genf

      Der Kongreß tanzt nicht, der Kongreß sonnt sich. Das hochsommerliche Klima Genfs und der seidige Himmel, der sich über die Stadt am See spannt, hat die Konferenz der Großen Vier in eine friedfertige Stimmung eingelullt.

    • Die ungelöste Frage

      Die deutsche Wiederbewaffnung hat mit einem Konflikt zwischen Regierung und Parlament begonnen. Das Freiwilligengesetz, mit dem die Bundesregierung den Wiederbewaffnungsprozeß einleiten wollte, ist vom Bundestag in allen entscheidenden Aspekten vollkommen abgeändert worden.

  • Ausgabe 1955/30

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    • Ich war nicht in Moskau!

      In der Beurteilung Rußlands muß man sich vor zwei Fehlern hüten: die Menschen mit dem Regime und das Regime mit den Menschen zu identifizieren.

    • Pax atomica

      Nun haben sie sich wieder in alle Winde zerstreut, die Großen dieser Welt, mit ihren Diplomaten, Generalen, Expertenstäben, die 1500 Journalisten und jene kuriosen Randfiguren weitgeschichtlicher Ereignisse: Sektierer, politisierende Pastoren und pasteurisierte Politiker aus Niedersachsen und anderen deutschen Gauen.

  • Ausgabe 1955/31

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    • Adenauer vor Moskau

      Als der österreichische Bundeskanzler Raab im Frühsommer dieses Jahres nach Moskau fuhr, um dort die Freiheit seines Landes einzuhandeln, antwortete in Bonn die vierundsiebzigjährige CDU-Abgeordnete Helene Weber auf die Frage eines Journalisten, was wohl der deutsche Kanzler im Fall einer Einladung des Kremls tun würde, trocken: „Er wird sofort Herrn von Brentano zum Außenminister machen.

    • Parole Annäherung...

      Das könnte den Funktionären der DDR so passen, daß ihre großen Brüder aus Moskau die Teilung Deutschlands verewigen, denn das würde ihr Regime endlich von dem Risiko der Liquidation befreien.

  • Ausgabe 1955/32

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    • Sold und Ehre

      Die Vorlage der Bundesregierung über die Besoldung der künftigen Bundesstreitkräfte ist vom Bundesrat abgeändert worden. Die Bezüge sollen nicht, wie es recht und billig wäre, denen der ranggleichen Zivilbeamten entsprechen, sondern durchweg eine Gehaltsklasse tiefer liegen.

    • John plaudert

      Otto John, um den es lange Zeit still war, ist jüngst wieder an die Öffentlichkeit getreten. Er hat Interviews gegeben, nicht nur der ostdeutschen Presse, sondern auch ausländischen Zeitungen, dem Svenska Dagbladed zum Beispiel.

  • Ausgabe 1955/33

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    • Grotewohls Rausch

      Der Wodka, der anläßlich des sowjetischen Staatsbesuchs in Pankow floß, muß sehr stark gewesen sein, sonst hätte Grotewohl, der von einer fremden Macht über 18 Millionen Deutsche eingesetzte Ministerpräsident, nicht auf den Gedanken kommen können, im Namen von 70 Millionen Deutschen zu sprechen.

    • Die Lenin-Taktik

      Vor einem halben Jahrhundert erschien Lenins Werk „Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution“. Die eine dieser Taktiken ist der direkte Weg zur Diktatur des Proletariats, die andere ist ein Umweg über Demokratie und zeitweilige Bündnisse mit geeigneten Weggenossen.

  • Ausgabe 1955/34

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    • Deutsche Atom-Panne

      Professor Otto Hahn, der Entdecker der Uranspaltung und Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, fehlte, als die deutsche Delegation bei der Genfer Atomkonferenz im „Hotel des familles“ eine Konferenz veranstaltete.

    • Wo ist Ulbricht?

      Wir haben zu den verschiedenen im Umlauf befindlichen Deutungen des Verschwindens von Ulbricht aus dem Licht der Öffentlichkeit bisher keine Stellung genommen, aber wir haben sie gezählt.

  • Ausgabe 1955/35

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    • Auf Görings Spuren

      Mit der Rückkehr des Bundeskanzler aus Murren hat in Bonn die politische Saison wieder begonnen. Wenn der Akzent wegen der bevorstehenden Moskauer Reise auch zunächst auf der Außenpolitik liegt, so formieren sich doch die Kräfte zugleich schon für die Behandlung innenpolitischer Fragen.

    • Laßt uns offen reden!

      Als König Saud I. im vorigen Jahr in Karatschi, der pakistanischen Hauptstadt, Staatsbesuch machte, wurden mehrere Stockwerke in dem riesigen internationalen Hotel evakuiert (ich weiß es, weil ich selber ausziehen mußte), denn er brachte nicht nur etwa zwanzig Prinzen mit, sondern auch ein riesiges Gefolge von Ministern, Dienern und sogar Musikanten.

  • Ausgabe 1955/36

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    • Mit großem Gefolge

      Der Delegation, die den Kanzler nach Moskau begleitet, fuhr ein großer Stab von Sachverständigen, technischem Personal, Köchen und so weiter voraus.

    • Die „gefährliche“ Konjunktur

      Wer so im Lande herumhört könnte manchmal fast der Meinung sein, als sei mit der Vollbeschäftigung, dem hohen Stand der Produktion und dem sich ausweitenden Verbrauch ein Unheil über uns gekommen und es müßten demzufolge alle Anstrengungen unternommen werden, um die volkswirtschaftliche Leistung wieder herabzudrücken.

  • Ausgabe 1955/37

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    • Preise senken – Kosten senken – Steuern senken!

      Bei den „alten Fuhrleuten“ der Wirtschaftspolitik haben die Vorschläge, die Professor Erhard in der ZEIT und in vielen Konferenzen und Verhandlungen gemacht hat, einiges Erstaunen hervorgerufen.

    • Ein harter Kampf in Moskau

      Dieser Staatsbesuch wird als eines der eigenartigsten diplomatischen Ereignisse in die Geschichte eingehen: Der deutsche Bundeskanzler begab sich mit zwei Sonderflugzeugen und einem Sonderzug, also mit großem Aufgebot, jedoch ohne festes Programm, in die Metropole der östlichen Welt, zu der keinerlei Beziehungen bestehen.

  • Ausgabe 1955/38

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    • Inflation der Botschafter

      Die Vereinigten Staaten haben ihre Gesandtschaft in Luxemburg in den Rang einer Botschaft erhoben. – Früher, zu einer Zeit, die noch Sinn für Rang und Würde hatte, bedeutete ein Botschafter viel.

    • Neue politische Tatsachen

      Das Ergebnis der Moskauer Verhandlungen liegt vor; es hat sich zu jenen Fakten gesellt, die die politischen Möglichkeiten und Zwangsläufigkeiten ebenso bestimmen, wie sie deren Stoff und Instrumente sind.

  • Ausgabe 1955/39

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    • Nichts von Hamlet...

      Zwei Dinge sind geschehen. Wir haben beschlossen, einen Botschafter nach Moskau zu schicken, der – anders als alle seine Bonner Kollegen – nicht mit dem Anspruch auftritt, ganz Deutschland zu vertreten, sondern sich damit abfindet muß, daß es am gleichen Platz neben ihm einen zweiten Botschafter gibt, der auch ein Stück Deutschland vertritt.

    • Angelpunkt Berlin

      Die Volkskammer der Sowjetzone hat eine Verfassungsänderung gebilligt, welche die Aufstellung einer Armee ermöglicht. Artikel 5 der Verfassung wurde erweitert und lautet jetzt: „Der Dienst zum Schutze des Vaterlandes und der Errungenschaften der Werktätigen ist eine ehrenvolle nationale Pflicht der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.

  • Ausgabe 1955/40

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    • Quo vadis, Peron?

      Die posthume Trennung von Gut und Böse, die die neue argentinische Regierung jetzt vornehmen muß, erfordert äußersten Takt. Man will die Prinzipien der Demokratie hochhalten und dennoch den Augiasstall nicht mit Gewalt säubern.

    • Wie’s ihm gefällt

      Ob ein Auto ein Auto ist, entscheidet der Fiskus souverän. Er tut es je nachdem; und wie es der Zufall will, fällt die Entscheidung stets zu seinen Gunsten und stets zum Nachteil des Steuerzahlers aus – jedenfalls wenn es sich um Kleinwagen handelt.