Kassel und kein Ende. Der Streit um den Neubau des Kasseler Staatstheaters ist in eine neue Phase getreten: die hessische Landesregierung hat unter Berufung auf ein Dreiergutachten angesehener Architekten den vor einem Jahr bei Architekt Paul Bode in Auftrag gegebenen Gegenentwurf gegen den preisgekrönten Entwurf von Scharoun – Mattern zur Ausführung bestimmt. Die drei Gutachter gaben jedoch eine Erklärung ab, wonach sie den Bodeschen Entwurf als künstlerisch minderwertig bezeichnet haben.

Heine-Denkmal bleibt in Toulon. Die Bemühungen der Hamburger Kulturbehörde um die Rückführung des Heine-Denkmals, das anfangs für Korfu geschaffen war, und bis 1933 im Hamburger Donnerpark stand, sind nach langem Schriftwechsel mit der französischen Stadt Toulon jetzt endgültig gescheitert. Nach den Abbruch des Denkmals durch die Nationalsozialisten nahm die Tochter des Eigentümers, des Hamburger Verlegers Campe, die Statue 1936 mit nach Frankreich. Sie wurde dann der Stadt Toulon geschenkt, die damit rechtmäßig Eigentümerin ist.

Goethe-Plakette an Hindemith. Die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main wurde für 1956 dem Komponisten Paul Hindemith verliehen. Der Frankfurter Oberbürgermeister Kolb überreichte die Auszeichnung bei einem Festkonzert, das Hindemith dirigierte.

Ein Foliant kehrte zurück. Ein 500 Seiten starkes Kämmereibuch der Stadt Lüneburg aus den Jahren 1558–1583 wurde dem Magistrat von einem Antiquar in England zugestellt. Der unersetzliche Foliant wir bei Kriegsende aus dem städtischen Archiv spurlos verschwunden. Ein englischer Soldat, der das Buch mitgenommen hatte, übergab es dem Antiquar mit dem Auftrag, es seinen Eigentümern zurückzuschicken.

Spanisches Kulturinstitut. Das erste spanische Kulturinstitut in Deutschland wurde in München von dem spanischen Botschafter Antonio Gonzalo eröffnet. Das Institut ist in der Residenz untergebracht und soll sowohl deutschen Studenten Wissen über Spanien vermitteln als auch durch Vorträge die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern vertiefen.

Zu wenig für die Wissenschaft. Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft stellte auf einer Vorstandssitzung fest, daß die Spendenbeträge aus Industrie- und Handelskreisen für die Förderung der Wissenschaften im vorigen Jahr mit 11,5 Millionen Mark die Erträgnisse von 1954 noch um drei Millionen übersteigen. Dennoch reichten die frei verfügbaren Mittel nicht aus, um Geisteswissenschaften und Grundlagenforschung angemessen zu unterstützen, da fast sieben Millionen von der Gesamtsumme zweckgebunden gespendet seien.

O’Neill – Uraufführung. Die Uraufführung von O’Neills nachgelassenem Drama „Long Day’s Journey into Night“ wird von dem Stockholmer Königlichen Nationaltheater für den 10. Februar vorbereitet.