Ein Dankwort an Just Scheu †

An den Folgen einer Blinddarmentzündung ist Just Scheu gestorben, und Millionen von Rundfunkhörern haben diese Nachricht mit Trauer aufgenommen, da sie fortan eine Stimme entbehren müssen, die ihnen lieb war. Und wirklich gebührt Just Scheu über seinen Tod hinaus große Dankbarkeit.

Was er geleistet hat, zeigt am besten die von-ihm angeregte und betreute „Funklotterie“: ein Spiel, das vom Hamburger Funkhaus über Nordwestdeutschland ausstrahlte und viele Millionen Mark für die Bedürftigen eingetragen hat. Just Scheu hatte damit soviel Erfolg, weil die Natur ihm zwei Begabungen geschenkt hatte, die nicht unbedingt zusammengehören: eine höfliche, leichte, herzliche Art, Menschen zusammenzubringen, und einen Humor, der nichts Satirisch-Pessimistisches hatte. Seine Menschenfreundlichkeit, die jeden Witz entschärfte, gewann ihm jedesmal die Sympathie des Publikums, dem er in großen oder kleinen Sälen als Sprecher und Plauderer gegenübertrat. Er war ein Virtuose der Improvisation. Und das Besondere an ihm war, daß seine Schlagfertigkeit gebremst wurde durch seinen Takt.

Scheu war ein gebildeter Mensch von großer Vielseitigkeit: Musiker, Bühnenautor, vortrefflicher Schauspieler. Er liebte das Leichte. Aber wo trifft das sonst zusammen: Leichte Muse und Geschmack? Wäre ein solches Zusammenwirken nicht schwer – wir hätten mehr von ähnlichen Talenten. m.