Kairo im August

Etwa 116 Millionen Brutto-Register-Tonnen haben im vergangenen Jahr den Suez-Kanal in beiden Richtungen passiert. Rund 73 v. H. davon waren Öltanker. Der Verkehr durch den Kanal verstärkt sich um etwa sieben von Hundert jährlich, und ein großer Teil dieses Zuwachses ist in dem ansteigenden Öltransport von den Ölfeldern des Nahen Ostens, insbesondere vom Persischen Golf, begründet.

Ein Öltanker, der vom Persischen Golf nach England durch den Kanal anstatt um das Kap der Guten Hoffnung fährt, spart dabei 3800 Meilen, (oder rund drei Wochen Fahrtzeit).

Was geschieht, wenn ein Schiff durch den Suez-Kanal fährt? Der Kapitän funkt an seinen Agenten in den Kanalhäfen Suez (Rotes Meer) oder Port Said (Mittelmeer) Angaben über sein Schiff und den Zeitpunkt, zu dem es vermutlich eintreffen wird.

Der Agent gibt diese Informationen weiter an das Zentralbüro der Transit-Abteilung der Suez-Kanal-Gesellschaft in Ismailia und an die Hauptverwaltung der Gesellschaft, die ihren Sitz etwa in der Mitte des Kanals hat und alle Schiffsdurchfahrten kontrolliert.

An beiden Kanalenden werden die Schiffe zu Konvois zusammengestellt, und ihre Durchfahrt wird zeitlich so festgelegt, daß die einander entgegenkommenden Konvois sich entweder in den Seen, die einen Teil des Kanalsystems bilden, oder in dem vor fünf Jahren fertiggestellten 11 Kilometer langen Ausweichkanal passieren können.

Hat ein Schiff mehr als 500 Tonnen, nimmt es einen Lotsen der Kanalgesellschaft an Bord. Der Kanal ist 101 Meilen lang, hat eine Minimaltiefe von 12 Metern und ist zwischen 60 und 110 Metern breit. Eine eigene Bauabteilung der Kanalgesellschaft sorgte für Unterhaltung und Ausbau des Kanals, wobei man die Entwicklungspläne einem internationalen Beratungsausschuß vorlegte, der aus zwölf Fachleuten verschiedener Nationalität bestand und jährlich in Paris zusammentrat.