Zehn „neue“ Rubens. Zehn Zeichnungen von Peter Paul Rubens, die seit 1768 in russischem Besitz waren, werden zum erstenmal wieder in Westeuropa gezeigt, Die Leitung der Leningrader Eremitage hat sie als Leihgaben für eine Ausstellung des Meisters im Rubens-Haus in Antwerpen zur Verfügung gestellt, die insgesamt 155 Werke umfaßt.

Zuviel Geld für Picasso. Weil ihm die Versicherungsprämie zu hoch schien, hat der spanische Maler Picasso auf die beabsichtigte Versicherung seiner Werke gegen Diebstahl verzichtet und stattdessen erklärt er werde diese seine Werke künftig erst nach ihrem Verkauf signieren und alle unsignierten Arbeiten für Fälschungen erklären.

Amerikanische Grillparzer-Ausgabe. Eine amerikanische von Henry H. Stenvens übertragene Gesamtausgabe des dramatischen Werkes von Grillparzer plant die Register Press in Yarmouthport (Massachusetts). In die Gesamtausgabe sollen die bisherigen Übersetzungen von Arthur Burkhard „Die Jüdin von Toledo“, das Fragment „Esther“ und „Medea“ übernommen werden.

Halbstarker Dramatiker. Englands jüngster und neuester Bühnenautor ist der achtzehnjährige Schneiderlehrling Michael Hastings, von dem zwei Stücke in den Winterspielplan Londoner Bühnen aufgenommen wurden. Sie beschäftigen sich mit dem Halbstarkenproblem. Das eine von ihnen heißt „Vernichte mich nicht“ und hat einen „typischen fünfzehnjährigen Jungen der Nachkriegszeit“ zum Helden.

Stalins Erzählungen. Stalins Behauptung, der Russe Alexander Federowitsch Moschaisky habe das erste Flugzeug der Welt gebaut und es bereits 1882 zum ersten Mal geflogen, beruhe auf einer Fälschung, schreibt die sowjetische Zeitschrift „Probleme der Geschichte“. Die Zeitschrift stellt mit wissenschaftlicher Gründlichkeit fest, daß unter anderem an jenem Tage des Jahres 1882 ein schwerer Sturm geherrscht habe, so daß ein so unerprobtes Flugzeug gar nicht hätte fliegen können.

Tabellen zur Kernphysik. „Tabellen zur angewandten Kernphysik“ hat der ostberliner „Verlag der Wissenschaften“ herausgebracht. Die Tabellen, die von dem Atomforscher und Stalinpreisträger. Manfred Ardenne verfaßt wurden, zeigen einen Überblick über die Typen. Stärken und Wirkungen der explosiven Kernwaffen und „quantitave Unterlagen über die Vernichtungskraft der für militärische Zwecke gespeicherten Energien“. Manfred Ardenne, der nach dem Kriege mehrere Jahre in der Sowjetunion weilte, leitet heute das im Aufbau begriffene Institut der Kernphysik an der technischen Hochschule Dresden.

Geophysikalisches Jahr 1957/58. Zur Vorbereitung für die im internationalen geophysikalischen Jahr 1957; 58 geplanten Antarktis-Expeditionen wurde in Paris eine Konferenz eröffnet, an der sich Vertreter von elf Staaten beteiligen. Die Abgeordneten wollen Wetterprobleme, die Errichtung ständiger Basen sowie Fragen der Koordination zwischen den Expeditionen verschiedener Länder besprechen.