Trotz höherer Beitragseinnahmen ist die Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung der „National“ Allgemeine Versicherungs-AG, Lübeck, auch im Geschäftsjahr 1955 wieder ein Verlustgeschäft gewesen. Diese Feststellung ist nicht nur für die Verwaltung bedrückend. Wenn auch der Bonus von 10 bzw. 20 v. H., der auf Grund gesetzlicher Vorschriften für zwei und drei Jahre schadenfrei gebliebene Verträge zu gewähren ist, nicht unwesentlich zum rechnungsmäßigen Verlust beigetragen hat, so spiegelt das hohe Risiko doch ungemein kennzeichnend die Verhältnisse auf den deutschen Straßen wider. Immerhin ist die Feststellung tröstlich, daß in der Kraftfahrt-Unfallversicherung die Ergebnisse für die Gesellschaft befriedigend waren.

Da auch bei einer Reihe von anderen Versicherungszweigen Gewinne erreicht wurden und sich das Versicherungsgeschäft in Übereinstimmung mit der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung ausgeweitet hat, konnte die HV des Unternehmens die Verteilung einer Dividende von 10 (8) v. H. beschließen. Im laufenden Geschäftsjahr hielt die Ausweitung an. So betrug die Steigerung im Neugeschäft gegenüber dem Vorjahr nach den Prämien gerechnet 26 v. H. Allerdings sieht der Schadenverlauf des Geschäfts nicht so günstig aus. Insbesondere in der Feuer- und Leitungswasserversicherung waren die ersten Monate mit schweren Schäden belastet. Das gleiche gilt für die Transportversicherung.

Bei der ebenfalls zur „National“-Versicherungsgruppe gehörenden Stettiner Rückversicherungs-AG wurde die Dividende ebenfalls auf 10 v. H. festgesetzt. Im Geschäftsjahr 1955 ist der freien Rücklage ein Betrag von 0,12 Mill. zugeführt worden, so daß die gesamten Rücklagen jetzt 0,414 Mill. bei einem eingezahlten Kapital von 0,42 Mill. DM betragen. ue

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Krefft ohne Radio- und Fernsehgeräteproduktion. Die HV der W. Krefft AG, Gevelsberg/Westf., beschloß, den Gewinn des Geschäftsjahres 1954/55 (30. 9.) von 7354 DM (i. V. 0,42 Mill. DM, die fast völlig zur Verlusttilgung verwendet wurden), der sich um den Vortrag auf 0,06 Mill. DM erhöht, auf neue Rechnung vorzutragen. Im Berichtsjahr erreichte der Umsatz zum ersten Male 50 (i. V. knapp 45) Mill. DM. Allerdings standen den in alteingeführten Artikeln erzielten Überschüssen Verluste, insbesondere in der Radio- und Fernsehproduktion, gegenüber, so daß trotz ausgeglichener Ertragsrechnung das Ergebnis unbefriedigend ist. Zur Verbesserung der Liquidität und Rentabilität wurde daher Ende 1955 die Radio- und Fernsehgeräteproduktion eingestellt, die jedoch das Ergebnis des laufenden Jahres noch beeinträchtigen wird. Die günstige Entwicklung bei den traditionellen Erzeugnissen des Unternehmens (Haushaltsherde, Ofen, Großkoch- und Kühlanlagen) hat im laufenden Geschäftsjahr angehalten, wodurch der Marktanteil gestiegen ist. Wie ausgeführt wurde, könnte mit einer Reduzierung des Typenprogramms eine weitere Produktionssteigerung erzielt werden. Der Export hat sich ebenfalls befriedigend entwickelt; der Exportanteil beträgt etwa 12 bis 15 v. H. des Gesamtumsatzes.