Rüstungsaufträge sollten zu keiner einseitigen Bevorzugung einzelner Wirtschaftszweige oder Betriebsgrößen führen. Denn auch das mittelständische Gewerbe möchte gern zum Kreis der Rüstungslieferanten gehören. Das hat Erhards Ministerium bereits vor längerer Zeit eingesehen und deswegen angeordnet, daß Ausschreibungen für Rüstungsgüter bei 60 bis 80 v. H. des Auftragsvolumens abzubrechen sind und der Rest an mittelständische Unternehmungen zu vergeben ist, die wegen der hohen Preise in ihren Angeboten nicht berücksichtigt werden konnten. Dieses ohnehin schon etwas freigiebige Verfahren hat bis heute zum Vorteil der mittelständischen Betriebe gut funktioniert.

Nur 38 CDU/CSU-Abgeordnete, die der Mittelstandsgruppe ihrer Partei angehören, sind nicht zufrieden. Sie wollen mehr: Ein Gesetz soll die Rüstungsauftraggeber verpflichten, rund die Hälfte aller Aufträge an mittelständische Unternehmen (mit 50 und weniger Beschäftigten) zu vergeben. Das dürfte aber nun doch zuweit gehen. Die wahltaktisch eifrigen Abgeordneten haben übersehen, daß ein solches Gesetz, das im Entwurf vorliegt, den Bundesrechnungshof alarmieren müßte. Dü.