s. n., Bevensen

Matthias Claudius, der Wandsbecker Bote, möchte seine Freude gehabt haben über die Art, wie vor kurzem sein Urenkel, der niederdeutsche Dichter HermannClaudius in der Klosterkirche zu Medingen geehrt wurde. Kerzenlicht strahlte in den schlicht klassizistischen Kirchenraum, den Kurfürst Georg III. an Stelle der 1781 abgebrannten Klosterkirche hatte erstellen lassen. Zweihundert Gäste waren aus dem niederdeutschen Raum diesseits und jenseits der Elbe gekommen, darunter eine Abordnung der Rostocker Studentenschaft. Mit schlichter Herzlichkeit überreichte Frau Kracht (Kiel) im Auftrage des schleswig-holsteinischen Kultusministers dem nun 71jährigen Dichter den Klaus-Groth-Preis für niederdeutsche Lyrik. Sie erinnerte daran, daß „wenn im Middelöller de Minnesänger de Preis ut de Hann vun Frundslüd innemötnehm, denn dat wull nie so ganz bito ist, wenn dat ok ditmal so holn ward“.