bbs., Kiel

Sommerferien unter Polizeischutz müssen dreißig Jugendliche aus Schleswig-Holstein (Kreis Eiderstedt) wohl als eine neue Variante des Jugendschutzes auffassen. Oder wie sollen sie begreifen, daß kein Erwachsener sich bereit fand, die Aufsicht in ihrem Zeltlager in der Lüneburger Heide zu übernehmen?

Mag sein, daß nach den zahlreichen Berichten über verwilderte Halbstarke sich niemand als freiwilligesOpfer ihrem wilden Treiben aussetzen wollte. Oder aber – durch ungeschickt geführte Prozesse gewarnt, die bei Unglücksfällen die Schuld nur dem Aufsichtspersonal beimaßen – scheute jeder die große Verantwortung? Wie dem auch sei: es fand sich niemand bereit, die Aufsicht zu übernehmen.

Da das Kreisjugendamt das Zeltlager nicht aufgeben wollte, forderte es zwei Beamte der Kieler Bereitschaftspolizei an. „Die Polizei, dein Freund und Helfer

Wie reagiert wohl ein junger Mensch, wenn niemand von den gegen das „Halbstarken“-Unwesen empört wetternden Erwachsenen seine Pflicht der Jugend gegenüber erfüllen will; und wenn dreißig völlig einwandfreie junge Leute drei Wochen unter Polizeischutz „Ferien“ machen müssen?