• DIE ZEIT: Jahrgang 1957

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1957/01

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    • Konrad Adenauer

      Wenn mir Gott die Kraft und die Frische läßt!“ Diese Voraussetzung, unter der Dr. Adenauer auf dem Stuttgarter Parteitag der CDU im vorigen Jahr seine Bereitschaft zur Fortführung der Geschäfte erklärte, ist heute weniger fragwürdig, als sie damals zu sein schien.

    • Antiwestlich gutt

      Radio Budapest meldet, das ungarische Kriegsministerium habe beschlossen, die Uniform der Offiziere und Soldaten der ungarischen Armee, die bisher der sowjetischen Uniform sehr ähnlich sah, zu ändern.

  • Ausgabe 1957/02

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    • Es wird weiter gestreikt

      In Schleswig-Holstein wird weiter gestreikt. Entsprechend den Empfehlungen ihrer Gewerkschaft haben die organisierten Metallarbeiter in der Urabstimmung am Montag – wie erwartet – den Kompromiß des Schiedsgerichts abgelehnt.

    • Reaktionär prüft sein Gewissen

      Die offizielle Lesart der kommunistischen Presse in Rußland und in den von ihr abhängigen Ländern bestand von Anfang an darauf, daß die ungarische Erhebung das Werk von Faschisten, Großgrundbesitzern, früheren Horthy-Offizieren, Adligen und Angehörigen der gehobenen Bourgeoisie gewesen sei.

  • Ausgabe 1957/03

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    • Neuer Mann – alter Kurs?

      Was bedeutet die Übernahme der englischen Regierungsgeschäfte durch Mr. Macmillan? Und was bedeutet die Neubesetzung seines Kabinetts? Bei dieser Neuordnung zunächst fällt auf: daß Selwyn Lloyd trotz des Suez-Abenteuers Außenminister blieb; daß Antony Head wegen des Suez-Abenteuers als Verteidigungsminister sang- und klanglos verschwand und Churchills Schwiegersohn Duncan Sandys siebter Inhaber dieses unruhigen Ministeriums wurde, das seit der Regierungsübernahme durch die Konservative Partei 1951 schon von Sir Winston Churchill, Feldmarschall Alexander, Harold Macmillan, Selwyn Lloyd, Sir Walter Monckton und Antony Head besetzt war; daß der „Radiodoktor“, Dr.

    • Michel gegen Michel

      Nun wetzen sie wieder die Messer und bringen die Parteiapparate auf Touren, die beiden großen Rivalen im Kampf um die Gunst des Wählers! Wir sind endgültig und unwiderruflich in den Wahlkampf des Jahres 1957 eingetreten! Dies beweisen die letzten Reden inner- und außerhalb des Bundestages und auch der Streit im Verteidigungsausschuß, in dem doch die Wehrexperten von Regierung und Opposition, Richard Jaeger (CDU) und Fritz Erler (SPD), bisher in so dankenswerter und erfreulicher Weise zusammengearbeitet haben, immer in erster Linie das Interesse der Allgemeinheit – das Wohl des Vaterlandes – vor Augen und nicht die „Belange“ ihrer Parteien.

  • Ausgabe 1957/04

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    • Hand an der Weiche

      Wie wenige Schritte uns im vorigen Herbst vom Abgrund eines Atomkrieges trennten – wer weiß es schon und wer denkt noch daran? Vergessen sind die sowjetischen Unterseeboote, die unterwegs waren nach Port Said; vergessen die aufgetankten Düsenbomber sowjetischen Ursprungs in Syrien; vergessen – oder nie bekanntgeworden – sind die sowjetischen Truppenbewegungen während der kritischen Novembertage in Mecklenburg und Thüringen.

    • Elfes bleibt ohne Paß

      Wilhelm Elfes (Mitbegründer des Bundes der Deutschen) war im Dezember 1952 nach Wien gereist, um an dem von den Kommunisten arrangierten „Kongreß der Völker für den Frieden“ teilzunehmen.

  • Ausgabe 1957/05

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    • Wozu Außenpolitik?

      Wieder einmal ist Außenpolitik das große Thema in Bonn.....................................................................

    • Lehren eines Streiks

      Der Streik der Metallarbeiter in Schleswig-Holstein geht zu Ende. Wenn die in Bonn zwischen den Generalstäben beider Seiten getroffenen Vereinbarungen auch von der „Front“ gebilligt werden, dann werden am 1.

  • Ausgabe 1957/06

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    • Gomulka gibt Forschungsfreiheit

      Eine Reihe von polnischen Professoren, die in den letzten Jahren zu Unrecht von den Universitäten entfernt wurden, kehrten nunmehr an ihre früheren Lehrstätten zurück.

    • Politik verschleißt die Kräfte

      Ein deutscher Arzt – der Kölner Internist Professor Schulten – wurde an das Krankenbett eines Mitglieds der Sowjetregierung gerufen.

  • Ausgabe 1957/07

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    • HAUPTSTADT: BERLIN

      Sollten die vielen leeren Plätze im Haus der Abgeordneten am Tage der Berlin-Debatte etwa darauf, deuten, daß Zweifel am Erfolg der Sache weit verbreitet sind, es wäre schlimm.

    • Duell in Fernost

      Der indische Handelsminister Moraji Desai, der als einer der möglichen Nachfolger Nehrus gilt, meinte: „Der kürzeste Weg führt nicht immer am raschesten zum Ziel.

  • Ausgabe 1957/08

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    • Vansittart ohne Erben

      Lord Vansittart ist tot und hinterläßt keinen Erben. Um des brillanten Schriftstellers und Redners zu gedenken, des Mannes, der die Liebe so tief empfand, daß sie ihn zu wirklich schönen lyrischen Gedichten inspirierte, habe ich einmal wieder in den beiden Büchern gelesen, die er für seine Hauptwerke hielt: „Black Record“ (gesammelte Rundfunkreden) und „Events and Skadows“.

    • Brauchen Soldaten Schutz?

      Du sollst nicht töten – so steht es schon im Alten Testament. Jesus verweist besonders auf diese Stelle und predigt vom Berge zum versammelten Volk: ‚Ihr Habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten.

  • Ausgabe 1957/09

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    • Krieg und Frieden

      Es gilt als realpolitisch, um nicht zu sagen als schick, die amerikanische Nahostpolitik als ein Abwägen von Ölinteressen, also proarabischen Momenten, gegen jüdische Wählerstimmen und pressure groups, also proisraelische Momente, zu deuten.

    • Rechtsanwälte, Ärzte und Bauern

      Dürfen wir vorstellen: Studiosus Kasper und Studiosus Hauser, beide entschlossen, Rechtsanwälte zu werden. Der eine, Kasper, ortsansässig, mit einem reichlichen väterlichen Wechsel und einer gutgehenden väterlichen Anwaltspraxis im Hintergrund, der andere, Hauser, ein „Zugereister“, Sohn von Vertriebenen ohne Vermögen, aber mit gerade genug Einkommen, um den Sohn studieren zu lassen.

  • Ausgabe 1957/10

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    • Moskau entdeckte das Recht

      Die Iswestija schrieb dieser Tage: „Indem er das Geständnis zur entscheidenden Grundlage bei der Aburteilung von Verbrechen machte, hat Wyschinski Grundzüge der bürgerlich-kapitalistischen Rechtstheorien in das Sowjetrecht eingeführt.

    • Der nächste, bitte!

      In der Begründung dieses Begehrens heißt es ausdrücklich: Was der Staat den Sozialrentnern mit dem „Anhängen“ der Renten an das steigende Volkseinkommen gewährt habe, das könne er seinen Beamten, die „ihr ganzes Leben hindurch“ für ihn zu arbeiten sich verpflichtet hätten, unmöglich versagen .

  • Ausgabe 1957/11

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    • Getrübte Filmfestfreude

      Die Filmfestspiele in Cannes und die Deutschen – das scheint auch in diesem Jahr ein ärgerliches Kapitel zu werden. Im vorigen Jahr wurde der Film der Bundesrepublik „Himmel ohne Sterne“ zurückgewiesen, weil er eine der teilnehmenden Nationen hätte kränken können.

    • Einer war dagegen

      Einem sehr berühmten Vorbilde, dem Vorbild des Fürsten Leo Sapieha, des Helden des ersten Aktes von Schillers Demetrius, folgte der polnische Sejm-Abgeordnete Anton Wojtsyiak, als er vor kurzem aufstand und als einziger gegen die Regierung Cyrankiewicz stimmte.

  • Ausgabe 1957/12

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    • Zauberer gesucht

      Die Insel Bermuda, wo Premierminister Macmillan jetzt seine Besprechungen mit Präsident Eisenhower führt, soll der Ort gewesen sein, an dem sich Shakespeares Drama „Der Sturm“ abspielte.

    • Viel Lärm um Hosen

      Die Kunstfaserindustrie ist um die Bundeswehr besorgt, nicht um die Sicherheit der Soldaten, sondern um deren Unterhosen. Die enthielten nicht genug Kunstfasern, heißt es (was wahrscheinlich für den Hersteller besorgniserregender ist als für den Träger).

  • Ausgabe 1957/13

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    • Warschau, Pankow und Bonn

      Mit ausgeprägtenEinerseits aradererseits Gef ühlen blickt das polnische Volk über die Oder und Neiße nach Westen.

    • Regierungskrise an der Saar

      Der saarländische Ministerpräsident Dr. Hubert Ney hat am vergangenen Montag im Verein, mit seinen Ministerkollegen den Rücktritt erklärt.

  • Ausgabe 1957/14

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    • Taxifahrer für Todesstrafe

      Das Recht auf Leben ist ein Hauptprinzip des Grundgesetzes, und um dieses Recht zu stützen, wurde die Todesstrafe abgeschafft.

    • Makarios kommt, Salisbury geht

      Wenn man einer patriachalischen Gesellschaft den „pater“ wegnimmt, dann gibt es niemanden, der für diese Gesellschaft noch sprechen könnte.

  • Ausgabe 1957/15

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    • Selbstsucht greift an

      Gelobt seien die Verbände, sie müssen sein! Sie geben den Schwachen, sofern sie nur ein Plätzchen auf den Mitgliederlisten haben, die Chance oder wenigstens die Hoffnung, höhere Löhne oder bessere Gewinne zu erzielen.

    • Würde um Würde

      Der Berliner SPD-Abgeordneten Frau Louise Schröder, die in der Zeit von Blockade und Luftbrücke als Oberbürgermeisterin der Reichshauptstadt amtierte, wurden zu ihrem 70.

  • Ausgabe 1957/16

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    • Ohne Christus?

      Ohne Jesus Christus würde die Welt nicht bestehen, denn sie müßte entweder zerstört sein oder der Hölle gleichen – dieses Wort des Franzosen Blaise Pascal gilt nicht nur für die Welt, sondern auch für den persönlichen Lebensbereich.

    • Minister Strauß erklärt:

      „Wir haben Bundesverteidigungsminister Franz JosefStrauß gebeten, zu der Göttinger Erklärung der Atomwissenschaftler Stellung zu nehmen.

  • Ausgabe 1957/17

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    • Silberstreif am Atom-Himmel

      Zum erstenmal ist Optimismus bei den Londoner Abrüstungsgesprächen berechtigt

    • Nach dem Göttinger Appell

      Das Gespräch des Bundeskanzlers mit den Atomwissenschaftlern hat zwar die unfreundliche Atmosphäre gereinigt, die durch die erste heftige Kritik des Kanzlers an dem Göttinger Kommunique entstanden war, aber in der Sache selbst hat keiner der beiden Partner seinen Standpunkt geändert.

  • Ausgabe 1957/18

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    • FDP mit schwerem Geschütz

      Zwischen dem Bundeskanzler und den Sowjets bestehe eine „Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Status quo“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag und Bundeswahlkampfleiter der Freien Demokraten, Wolfgang Döring, in einer Rede zur Zehnjahresfeier der Jungdemokraten.

    • Ein jeglicher ein Volkssoldat

      Die Presseabteilung der Sowjetischen Botschaft in Bonn gibt regelmäßig (dreimal im Monat) in deutscher Sprache eine Zeitschrift heraus „Die Sowjetunion heute“.

  • Ausgabe 1957/19

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    • Kanzler an die Saar

      In Saarbrücken geht das Tauziehen um die Regierungsneubildung weiter. Die Schwierigkeiten für das beabsichtigte Zweiparteienkabinett aus CDU und CVP, dem eine weitgehende Einigung der beiden Christlichen Parteien vorauszugehen hat, konnten bisher nicht aus dem Wege geräumt werden.

    • Haltet den Dieb!

      Kürzlich wurde ein Film aus der Unterwelt gezeigt, in dem zu sehen war, wie die gewiegten „schweren Jungen“ es anstellen, wenn sie ein „Ding drehen“ wollen.

  • Ausgabe 1957/20

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    • Spätzünder aus Washington

      Während 481 Delegierte der CDU/CSU-Partei am Montag in Hamburg der großen, wohlvorbereiteten Rede Brentanos über die, Stetigkeit der deutschen Außenpolitik lauschten, lagen vor ihnen die Tageszeitungen, die Überschriften trugen, wie: „Eisenhower ändert den Kurs“, „Kehrtwendung der USA-Politik“, „Entspannung auf Kosten Deutschlands“.

    • Suez-Rebellen: ... da waren’s nur noch acht

      Als Expremierminister Anthony Eden das Unternehmen Suez abbrechen ließ, rebellierten 80 konservative Abgeordnete. Als sich herausstellte, daß Premierminister Harold Macmillan die Suezpolitik zwar nicht expressis verbis für dumm hielt, aber doch diese Politik fortzusetzen nicht gewillt war, drohten 30 konservative Abgeordnete mit Rebellion.