Egon Wertheimer †

Von den „Drei Musketieren“ unter den Jungsozialisten ist nun auch der letzte dahingegangen ... Da war Carlo Mierendorff, der in einer Leipziger Bombennacht des Winters 1943/44 zu Tode kam, da war Theo Haubach, der an der Aktion des 20. Juli 1944 beteiligt war und sechs Monate später auf Himmlers Befehl dem Henker überantwortet wurde, und da war Egon Ranshofen-Wertheimer. Vor kurzem ist er in New York verstorben.

„Egon“, wie er bei seinen Freunden aus der Heidelberger Studentenzeit hieß, war schon 1924, von Hamburg aus, wo er beim „Echo“ als Außenpolitiker gearbeitet hatte, ins Ausland gegangen: zunächst nach London, als Korrespondent für den Sozialdemokratischen Pressedienst. Später war er längere Jahre beim Internationalen Arbeitsamt in Genf, dann trat er in den Dienst der UNO, die er auf mancherlei exponierten Posten zu vertreten hatte: so in Korea, später in Erythrea.

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Dem Wirken des unermüdlichen Arbeiters, der sich selbst immer zuviel abverlangt hatte, ist nun in seinem 64. Lebensjahr, plötzlich ein Ende gesetzt worden. Seine Freunde, jetzt über die ganze Welt verstreut, werden diesem Manne, der Politiker aus Leidenschaft und innerer Berufung gewesen ist, ein treues Andenken bewahren. E.T.

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  • Quelle DIE ZEIT, 23.1.1958 Nr. 04
  • Schlagworte Echo | Tod | Winter | Hamburg | London | New York
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