Auch die Westfalenbank AG, Bochum, hat im Geschäftsjahr 1957 den Sprung über die Dividendenhürde, die bei den Banken nach wie vor bei 12 v. H. liegt, nicht getan. Sie hielt die „innere Stärkung“ für vordringlicher, daß heißt, sie führte den Rücklagen per 31. Dezember 1957 – wie im Vorjahr – wieder 2,5 Mill. DM zu. Außerdem schlägt sie ihrer auf den 25. April einberufenen Hauptversammlung vor, das Grundkapital noch einmal um 5 auf 20 Mill. DM. zu erhöhen. Durch die per 31. Dezember 1957 erfolgte Ausweitung der Bilanzsumme um rund 14 v H. auf 762,8 Mill. DM ist der Anteil des ausgewiesenen Eigenkapitals an der Bilanzsumme auf 4,2 v. H. abgesunken. Nach der Kapitalerhöhung wird er rund 4,9 v. H. betragen und erreicht damit einen Satz, der nach den neueren Maßstäben noch als akzeptabel gilt.

Über die Ertragsituation selbst wird im Geschäftsbericht wenig gesagt, wie überhaupt die Knappheit mancher Ausführungen, insbesondere die Zusammenziehung einiger Posten auf der Aufwandseite in der Gewinn- und Verlustrechnung, wohl nur dadurch zu entschuldigen ist, daß die Aktien der Bank keine „Börsenpapiere“ darstellen. Hauptaktionär ist Wintershall mit einem Anteil von 26 v. H. an dem Grundkapital von noch 15 Mill. DM. Es besteht aber kein Zweifel, daß es sich bei der Westfalenbank um ein sehr ertragskräftiges Institut handelt, das wieder einmal eine sehr liquide Bilanz ausweist. Das Bochumer Haus ist die größte filiallose Bank im Bundesgebiet.Sie unterhält zu vielen großen Gesellschaften des Reviers ausgezeichnete Geschäftsbeziehungen, die sich vorwiegend auf die kurzfristige Finanzierung erstrecken dürften.

Interessant ist die Bewegung auf dem Beteiligungskonto, das sich leicht um 0,4 auf 12,8 Mill. DM erhöht hat. Schon im Vorjahresbericht wurde der Verkauf der Beteiligungen an der Bergbau-AG Lothringen, und an der Kundenkreditbank KG a. A. erwähnt. In Höhe dieses Abganges wurden Wertpapiere hereingenommen, die als Daueranlage gelten sollen. Weitere Zugänge betreffen, den Erwerb von Aktien der Ibero-Amerika Bank AG, Bremen, sowie die Kapitalerhöhung bei Poensgen, Marx & Co, Düsseldorf, und anderer Beteiligungsgesellschaften. Hier stecken offenbar erhebliche stille Reserven, die im Berichtsjahr auch an anderen Stellen verstärkt sein dürften. -ndt