• DIE ZEIT: Jahrgang 1958

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1958/02

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    • Die Schwäche der Guten

      Erfahrungsgemäß geht die Welt überhaupt nicht so rasch zugrunde, wie man in allen Epochen immer wieder gedacht hat, aber in abgewandelter Form ist jener Ausspruch sicher richtig.

    • Politik, Prestige, Profit

      Wieder erleben wir den Kampf um eine Hauptstadt. Diesmal zwar nicht so intensiv wie damals, als es um Bonn oder Frankfurt ging.

  • Ausgabe 1958/03

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    • Eisenhower redivivus

      Die Mitglieder beider US-Kongreßparteien erhoben sich am letzten Donnerstag applaudierend von ihren Plätzen, als Präsident Eisenhower die Verlesung seiner Botschaft über den Zustand der Union beendet hatte.

    • Kennwort: Marktgerecht

      Schon im Herbst, bald nach der Bundestagswahl, ist deutlich geworden, daß Steuersenkungen einstweilen nicht mehr zur Debatte stehen, daß vielmehr der neue Finanzminister alle Mühe haben werde, für das Haushaltsjahr 1958 einen ausgeglichenen Etat vorzulegen.

  • Ausgabe 1958/05

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    • Realität von 1958

      Die Erregung selbst der leidenschaftlichsten parlamentarischen Debatten um die deutsche Außenpolitik pflegt im allgemeinen rasch abzuklingen.

    • Algeriens Johanna

      Die algerischen Aufständischen wollen – so haben sie dem Internationalen Roten Kreuz mitgeteilt – die vier französischen Soldaten entlassen, die ihnen letzte Woche in die Hände gefallen sind, wenn dafür die 22jährige Djamila Buhired und vier mit ihr zum Tode verurteilte Algerierinnen begnadigt würden.

  • Ausgabe 1958/06

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    • FDP-Waschküche in Wolfenbüttel

      Die niedersächsische FDP hielt in Wolfenbüttel ihren seit einiger Zeit schon überfälligen Landesparteitag ab. Das Kochen, Wringen und Spülen der von den sechs DRP-Hospitanten bei der gemeinsamen FDP-BHE-Landtagsfraktion sehr angedunkelten Parteiwäsche dauerte fünf Stunden.

    • Konfessions-Parteien?

      Während in Bonn jener unselige Ätherkrieg ausgebrochen ist, in dessen hitzigen Bataillen weit weniger die gegnerischen Heerscharen als vielmehr die Würde und das Ansehen des Parlaments Schaden nehmen, hat in Stuttgart (nicht über den Rundfunk) ein Mann das Wort ergriffen, dem Würde und Ansehen des Parlaments am Herzen liegen wie nur einem: Eugen Gerstenmaier.

  • Ausgabe 1958/07

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    • La Civilisation

      Kolonien sind wie Früchte, die vom Baum fallen, wenn sie reif sind“, sagte Turgot, der Finanzexperte Ludwigs XVI. Ein Minister des achtzehnten Jahrhunderts wußte offenbar mehr über soziologisch-geschichtliche Zusammenhänge als die Beamten der Vierten Republik, die wie mutwillige Kinder ohne Unterlaß jenen Baum auch noch schütteln.

    • Diplomatie?

      Was ist denn eigentlich los in der Diplomatie? Das Auswärtige Amt in Bonn hat eine Reihe seiner Diplomaten ausgewechselt. Schon zeigt sich mancherwärts die Neigung, die Neuberufenen schlecht zu machen.

  • Ausgabe 1958/08

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    • Notaufnahme-Spitzel

      Täglich sitzen in den Dienstzimmern des Bundes-Notaufnahmeverfahrens in Westberlin von morgens bis abends Menschen, die aus politischen Gründen die Sowjetzone verlassen haben.

    • Gipfelaspirant China

      Ein Jahr lang hat sich die rotchinesische Führung damit beschäftigt, die wilden Gewächse in Mao Tse-tungs ideologischem Blumengarten auszujäten.

  • Ausgabe 1958/09

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    • Feindliche Häuser

      Ein Krieg ist ausgebrochen – ein zum Glück nur kleiner und unblutiger Krieg. Er wird zwischen den beiden Hohen Häusern in Bonn geführt, und zwar mit Leidenschaft.

    • Der Zorn der Jugend

      Ein junges Mädchen, das in der Sowjetzone wohnt, schrieb mir diesen Brief: „Da Sie, wie ich annehme, ein dickes Fell haben, kann ich ohne Angst, psychischen Schaden anzurichten, sagen, daß Sie mir ausgesprochen unsympathisch sind.

  • Ausgabe 1958/10

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    • Erst Friedensvertrag

      Daß die Sowjets, die sich lange gegen ein Außenministertreffen zur Vorbereitung der Gipfelkonferenz gewehrt haben, dieser Reihenfolge nun plötzlich doch unter der Voraussetzung zustimmen, daß bereits die Außenministerkonferenz zu einer sinnlosen Massenveranstaltung wird, verstärkt die Befürchtung, daß Moskau an einem ernsthaften Ost-West-Ausgleich gar nicht interessiert ist.

    • Unruhe auf der Insel

      Eine seltsame Stimmung hat in den letzten Tagen in Großbritannien um sich gegriffen. Es ist, als seien die Traumata der dreißiger Jahre wieder aufgebrochen – jener Jahre, da sich die Kommunisten und Faschisten in den Straßen Londons erbitterte Schlachten lieferten, die Arbeitslosen bar jeder Hoffnung vor den geschlossenen Gruben- und Fabriktoren standen und die pazifistische Peace Pledge Union die erstaunliche Zahl von elf Millionen Unterschriften zugunsten des Völkerbundes und der Abrüstung zu sammeln vermochte.

  • Ausgabe 1958/11

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    • Legende Anne Frank

      Ernst Schnabel hat seinem soeben erscheinenden Buch „Anne Frank – Spur eines Kindes“ eine kurze Widmung vorangesetzt. Sie heißt nicht: ‚Der deutschen Jugend zur Belehrung‘ oder ‚Dem deutschen Volke zur Mahnung’; sie heißt: „Für meine Kinder, damit sie es wissen.

    • Bücherwurm-Schlangen

      In Polen sind Bücher noch immer Mange’ware – und die Bücherfreunde müssen noch heute Schlange nach ihnen stehen. Nach einem Bericht der Breslauer „Arbeiterstimme“ werden die Bücher ausländischer Autoren am besten verkauft, wobei Hemingways Wem die Stunde schlägt an erster Stelle liegt.

  • Ausgabe 1958/12

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    • Rakete zum Mond

      Die Marine tut mir aufrichtig leid. Sie hat einen Löwen beim Schwanz gepackt und kann ihn nicht loslassen.“ Der diese Worte am vorigen Sonnabend sprach, das Vanguard-Satelliten-Projekt seiner Kollegen von der Marine gönnerhaft belächelnd, war der Chef des amerikanischen Heeresamtes für ballistische Geschosse, Generalmajor Medaris.

    • Nachschub für Sidi-bel-Abbès

      Je eine kriegsstarke Kompanie deutscher Freiwilliger für die französische Fremdenlegion geht jede Woche von den beiden Durchgangslagern Metz und Straßburg nach Marseille zur Weiterverschiffung nach Nordafrika ab.

  • Ausgabe 1958/13

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    • Die Weichen sind gestellt

      Was war des Streites Kern in dieser viertägigen außenpolitischen Bundestagsdebatte? Der Kanzler faßte es in die vereinfachende Formel, es gehe um die weitere Zugehörigkeit der Bundesrepublik zur NATO: Der Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Lemmer, nuancierte dies so: Der Regierung gehe es vor allem um die Sicherung des Bestehenden, die Opposition hingegen sei bereit, für die Wiedervereinigung etwas zu riskieren.

    • Wie sag ich’s meinem Volke?

      Der Sieger der Bundestagsdebatte stand fest, bevor sie noch begonnen hatte. Die Reden, Beschwörungen, Argumente, das ganze Aufgebot brillanter Dialektik und trüber Emotionen, die Stimmen der Nachdenklichkeit und der entfesselte Schwall des Lärms, der sie, von allen Bänken her, immer wieder zu überspielen und zu übertosen drohte, dieses Aufgebot aller Register, der leisen und der dröhnenden bis hinab zu den unartikulierten Urlauten der Empörung – all das ändert nichts daran, daß die Entscheidung nicht in der Aussprache fiel, sondern bereits gefallen war, als der Kanzler am letzten Donnerstag das Wort zur Regierungserklärung ergriff.

  • Ausgabe 1958/14

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    • Lautz und kein Ende

      Es geht um den früheren Oberreichsanwalt Lautz beim „Volksgerichtshof“. Wie viele Todesurteile besagter Herr Lautz beantragt hat – es wird von 393 gesprochen –, wird seit verwunderlich langer Zeit untersucht.

    • Bonner Besucher

      Zwei prominente ausländische Besucher waren in diesen Tagen in Bonn: der britische Verteidigungsminister Duncan Sandys und der französische Außenminister Pineau.

  • Ausgabe 1958/15

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    • Kampfgruppen jetzt in Steingrau

      „Wir müssen alle Kräfte zur Vernichtung des Gegners mobilisieren. Der Hauptfeind stellt in unserem Land.“ Mit diesen Worten schließt ein Tagesbefehl des im Januar 1958 neu gebildeten Zentralkommandos der SED-Betriebskampfgruppen.

    • Milchborn ver„siegt“

      Den Einsparungsmaßnahmen der französischen Regierung ist nun auch die Milchration zum Opfer gefallen, die Frankreichs Schulkinder unter zehn Jahren bisher täglich gratis erhielten.

  • Ausgabe 1958/16

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    • Auf Biegen oder Brechen?

      Die Verwirrung ist groß in den deutschen Landen: Die SPD wünscht eine Volksbefragung zur Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen, die Regierungskoalition trachtet sie unter allen Umständen zu verhindern.

    • Wie lange noch?

      Will man die sogenannte Affäre Strack über die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hinausziehen? Hofft man, dann vielleicht einen anderen Justizminister in Düsseldorf zu haben? Wir glauben nicht, daß sich Justizminister Amelunxen und sein Staatssekretär zu Verzögerungsmanipulationen hergeben.

  • Ausgabe 1958/17

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    • Umweg nach Moskau

      Jeder Stand hat seine Last, auch jeder Status. Neutral sein gilt für sehr bequem, aber es ist zuweilen auch besonders mühsam.

    • Stelldichein der Hunderttausend

      Er stand vor seines Rathaus’ Zinnen und schaute mit bewegten Sinnen auf die vereinten Massen hin; blauäugig, wie immer, doch aufgereckt wie selten: ein verehrenswerter Mann.

  • Ausgabe 1958/18

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    • Paris: Nichts Neues

      Diesen Montag hat Pleven nach einer Woche voll Konsultationen endlich den Auftrag zur Regierungsbildung offiziell angenommen.

    • Spaltung der Kirche?

      Ist der Christ in der DDR ein Bürger zweiter Klasse?“ Als der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Dibelius, am Wochenende den Synodalen aus den mittel- und westdeutschen Gliedkirchen diese Frage stellte, drangen gerade einige hundert kommunistische Demonstranten in den Tagungsraum im Ostberliner Stöckerstift ein.

  • Ausgabe 1958/19

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    • Ganz neue Ansätze

      Vor einigen Jahren hatte ich einmal Gelegenheit, im politischen Kolloquium einer westdeutschen Technischen Hochschule an einer Aussprache über das Problem des Nationalismus teilzunehmen.

    • Kühler Wind aus Kopenhagen

      Kopenhagen ist nicht Paris: Die Konferenz der NATO-Außenminister in Dänemarks Hauptstadt findet in einem ganz anderen politischen Klima statt als das Dezembertreffen der Regierungschefs an der Seine.

  • Ausgabe 1958/20

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    • Die Politik der Tricks

      Als Murat, von Napoleons Gnaden König von Neapel, nach einem amüsanten und für ihn offenbar aufschlußreichen Gespräch einen englischen Politiker bat, ihm eine Verfassung zu entwerfen, antwortete dieser: „Sie könnten mich gerade so gut auffordern, einen Baum zu bauen.

    • Das neue Rom

      Ich hätte neulich an jenem schönen Frühjahrsmorgen in Washington gewiß etwas Gescheiteres zu tun gehabt, als zeitvergessen um die klassizistische Fassade des Capitols herumzustreichen.

  • Ausgabe 1958/21

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    • Die SPD-Reformer überspielt

      Ein gespenstischer, unheimlicher Regisseur hat dem Parteitag der SPD einen düsteren, drohenden Hintergrund gegeben: beunruhigende Bilder aus Frankreich und Algerien wurden eingeblendet und aus dem Libanon kamen unheilverkündende Nachrichten.

    • Arme, zerrissene Nation

      Die durch das Pronunciamento von Algier ausgelöste Erschütterung ist noch nicht zu Ende. Es ist noch nicht abzusehen, was ihr Ergebnis sein wird.

  • Ausgabe 1958/22

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    • Das Ende der Vierten Republik

      Die Vierte Republik geht ein, und zwar an Ideenlosigkeit. Seit der Nacht des Pronunciamento von Algier, in der sich die Regierung Pflimlin so gut gehalten hatte, wartete man vergeblich auf irgendwelche Taten oder auch nur symbolische Gesten, mit denen sie sich Autorität schaffen könnte.

    • Konzil im Kreml

      Mit der Ankündigung, daß nun ein gemeinsamer Ostblockmarkt geschaffen werden soll, hat Chruschtschow einen weiteren Schritt auf dem Wege zu seinem Fernziel getan, die Vereinigten Staaten wirtschaftlich zu überrunden.