Opposition
In einer guten Demokratie werden in der Zeit außenpolitischer Krisen die Hürden im Innern beiseite geräumt. Wie eine parlamentarische Opposition sich in solcher Lage verhalten kann, dafür lieferte jetzt ein großer Politiker ein Beispiel:
„Ich möchte hoffen sagte er, „daß unsere Partei in dieser äußerst schwierigen Zeit, wo die Krankheit des Außenministers unsere Regierung ihres einzigen aktiven Praktikers auf dem Gebiet der Außenpolitik beraubt hat, als verantwortungsbewußte Opposition ihren Einfluß benutzt, um die öffentliche Meinung auf die Notwendigkeit zu richten, die gefährlichen Mängel der Exekutive auszugleichen, und ein wenig die führende Hand zu reichen...
Der Bedeutung einer solchen Demonstration des Verantwortungsbewußtseins entspricht nur noch ihre Dringlichkeit.“
Der das sagte, war der Amerikaner Adlai E. Stevenson, und er sagte es zu einem Zeitpunkt, da in einem anderen demokratischen Lande, in der Bundesrepublik, die Opposition die Propagandatrommel mächtig rührt und mit großer Anstrengung immer neue Hürden auf richtet.
Verantwortungsbewußtsein der Opposition... Gibt es in diesem Augenblick wohl etwas Unverantwortlicheres, als aus parteiegoistischen Gründen eine außenpolitische Debatte zu erzwingen – eine Debatte, in der (bevor die Außenminister der Vier getagt haben) nichts geklärt oder gelöst, aber unendlich viel verdorben werden kann? H. G.






