Monsieur Morgan – so hieß Henri Vidal noch vor ein paar Jahren. Denn er war mit dem berühmten französischen Filmstar Michèle Morgan verheiratet. Aber in kurzer Zeit brachte er selbst es zum Publikumsliebling. Er starb in diesen Tagen, kurz nach dem Tode von Gérard Philipe, jung, eben 40 Jahre, in Paris an einem Herzschlag.

Er war eine männliche Schönheit mit seinem romanischen Modellkopf, er hat schnell und intensiv gelebt, er liebte rasende Autofahrten, er hat auch ernst und fleißig gearbeitet. „Man ist Schauspieler, wie man Uhrmacher ist“, sagte er einmal. „Im Leben zählen drei Dinge: Rechtschaffenheit, Talent und eine Chance. Es sind die Frauen, die uns zu Stars machen. 75 v. H. der Briefe, die ich erhalte, sind von Frauen geschrieben. So geht es auch Edith Piaf (der verehrten Chansonsängerin), so geht es Gabin und so geht es Madame Morgan.“

Von den etwa 30 Filmen, in denen er eine Rolle spielte, waren einige auch in Deutschland zu sehen. Am meisten in der Erinnerung haftet sein Spiel mit Pierre Brasseur in René Clairs „Mausefalle“. E. M.