Stetiges Wachstum der Westfalenbank
Eigenkapital und Bilanzsumme kommen in ein besseres Verhältnis
In ihrem Geschäftsbericht für 1959 sagt die Westfalenbank AG, Bochum, sehr vieles zur allgemeinwirtschaftlichen Situation der Bundesrepublik und des nordrhein-westfälischen Raumes, aber relativ wenig über sich selbst. Das dürfte daran liegen, daß die Aktien des Unternehmens nirgends gehandelt werden und offensichtlich in festen Händen liegen, davon über 25 v. H. des Grundkapitals bei der Wintershall AG. Die Aktionäre der Bank sehen ihre Papiere als Dauerbesitz an – und tatsächlich besteht auch kaum Veranlassung, sich aus irgendwelchen Gründen, die bei der Bank liegen, von den Westfalenbank-Aktien zu trennen. Der verhältnismäßig scharfe Währungsschnitt von 10 : 4,5 dürfte inzwischen verschmerzt sein. Für 1959 wird die neue Standardbanken-Dividende von 16 (14) v. H. ausgeschüttet. Daneben gibt es ein recht günstiges Bezugsrecht. Das Grundkapital soll kräftig um 10 auf 30 Mill. DM erhöht werden. Davon erhalten die Aktionäre allerdings nur 8 Mill. (also 5 : 2) angeboten, aber diese zu pari. Die restlichen 2 Mill. DM bleiben zur freien Verwertung der Gesellschaft. Es liegt nahe, anzunehmen, daß mit diesen 2 Mill. DM das Aufgeld hereingeholt werden soll, auf das bei den 8 Mill. DM verzichtet worden ist.
Die Kapitalerhöhung wurde notwendig, weil trotz Zuführung von 2,5 Mill. DM aus den Erträgen des Geschäftsjahres 1959 der Anteil der Eigenmittel an der Bilanzsumme per 31. 12. 1959 auf 4,7 (4,9) v. H. abgesunken ist; eine Relation, mit der sich die Banken heute nur noch schwerlich zufrieden geben können. Bei der Westfalenbank haben die offenen Rücklagen 22,5 Mill. DM erreicht. Die Bilanzsumme erhöhte sich per 31.12.1959 auf 903,4 Mill. DM. Auf der Passiv-Seite wird sie mit 757,8 (677,5) Mill. DM durch die Einlagen ausgefüllt. Davon entfallen nur 78,4 Mill. auf Kreditinstitute und 678,6 (591,5) Mill. auf die Nichtbankenkundschaft. Man erkennt daraus, wie stark das Institut auf dem Einlagensektor ist.
Das Mehr an Einlagen konnte auch hier nicht voll im Kreditgeschäft Verwendung finden. Ein Teil floß in die liquiden Mittel, ein anderer Teil in die Wertpapiere, die um 22,2 Mill. auf 74,3 Mill. zugenommen haben. Die Debitoren stiegen um 12,7 auf 202,7 Mill. DM; der Wechsel-Bestand, wiederum der größte Posten der Aktiva, hat sich um 25,5 auf 316,5 Mill. ermäßigt. – ndt



