Baden- Württemberg Studenten-Rebellion in FreiburgSeite 2/2
Johannes Vincke. Wenn es den akademischen Stil schon nicht gebe, meinte Prälat Vincke, so müsse man ihn eben schaffen.
„Die Bekundung des Mißfallens durch Zischen an diesem Ort" erschien ihm „als ein Rückfall in den Kannibalismus". Es komme gar nicht so sehr auf die Freiheit an wie auf den Geist, welcher an diesem Ort ein Geist „des Studentenulks" sei, ein Geist „der Bierzeitungen". Die anschließende Diskussion, die von den Studenten mit bemerkenswerter Prägnanz geführt wurde, fand dadurch ein schnelles Ende, daß Magnifizenz „nach Hause wollte". In der Tat erlaubte der Reise Terminkalender Rektor Thiemes kein weiteres Eingehen auf den „Brand" im eigenen Hause. So waren schließlich alle froh, daß sie nach fast einstimmiger Annahme einer vorsichtigen Protestresolution ins Bett durften. Wie lange es bei Resolutionen bleiben wird, weiß indes niemand. Die Risse klaffen weiter denn je. Verrat an Deutschland? In der Diskussion wurde Hermann Brock zitiert: „Demokratie ist die Auflehnung des Individuums gegen die totalitäre Tendenz, die jeder Verwaltungsmaschinerie innewohnt " 1
- Datum 15.07.1960 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.7.1960 Nr. 29
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