Der friedliche Wettbewerb

Galbraith: „Der ZEIT Nr. 37 friedliche WeltIch finde, Galbraith geht an den wirklichen Problemen vorbei. Dieser Artikel kommt mir naiv vor, wie so manches aus Amerika.

Ich glaube, wir im Westen sollten nicht in die Fehler der Vergangenheit fallen, politisch nur für den Augenblick zu planen. Die Kommunisten haben Zeit, sie planen nicht nur für die Zukunft, sondern sie leben schon in der Zukunft. Wenn Rußland in wirtschaftlichen Wettbewerb treten will, so es es sein Ziel, die Wirtschaft des Westens durcheinanderzubringen, Katastrophen und Wirtschaftskrisen heraufzubeschwören. Die Russen denken sich, daß das weniger verlustreich ist für sie ah ein Krieg — dies auch der tiefere Sinn des Streits mit Mao Tse tung.

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Gesetzt den Fall, die Produktion irgendeines Artikels — nehmen wir an, Autos oder Textilien — hat in Rußland eine Höhe erreicht, die die der USA übersteigt, so kann Rußland auf diesem Gebiet mit Leichtigkeit Arbeitslosigkeit in ändern Ländern hervorrufen, wenn es plötzlich diese Artikel zu Dumpingpreisen auf den Markt wirft.

Rußland kann dann ohne weheres auch unter die Selbstkostenpreise gehen auf Kosten des Lebensstandards der eigenen Bevölkerung. Aber nicht nur das: Wenn Handelsverträge großen Ausmaßes mit den Sowjets geschlossen werden, kann es ihnen einfallen, diese Wirtschaftsverträge von heute auf morgen zu brechen.

Die Folge wäre entweder, daß die westliche Wirtschaft in einen Engpaß gerät, weil sie nicht so schnell auf den Ausfall der Güter vorbereitet ist, oder umgekehrt, daß sie mit Waren sitzenbleibt, die plötzlich von Rußland nicht mehr abgenommen werden, was wiederum zu Arbeitslosigkeit führen muß. Dies Auf denKnopf drücken Können scheint mir der eigentliche Sinn der sowjetischen Wirtschaftsoffensive zu sein. Wir sollten weniger an die Blamagen wegen der Sputniks und dergleichen denken als daran, wie wir unsere Wirtschaft beweglich und reaktionsfähig machen, damit wir nicht Krisen im Falle eines Krieges, sondern erst recht Krisen im Falle eines Wirtschaftskrieges gewachsen sind. Ein heißer Krieg wird von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher — Es fehlt uns sehr an Phantasie. Immer wieder verfallen wir in den Fehler, Rußland nach seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten oder nach den ökonomischen Möglichkeiten des Systems zu beurteilen. Eine solche Beurteilung erscheint mir grundfalsch. Es gibt nichts in Rußland, was nicht politisch wäre.

Uns kann sogar die Voll Beschäftigung zum Verhängnis werden, wenn wir nicht eben jene weltanschauliche, politische und wirtschaftliche Ganzheit erreichen, die der Kommunismus besitzt. Wenn wir diese Ganzheit erlangen würden, wären wir dem Kommunismus schlagartig überlegen, denn unsere Weltanschauung — wir brauchen uns nur auf unsere christlich abendländische Kultur zu besinnen — ist dem Kommunismus in jenem Augenblick überlegen, in dem wir nach ihr leben. Sonja Frisch, Walsrode Manfred Sack: „Es begann als kleines Experiment", ZEIT Nr. 28 In Ihrer Beilage brachten Sie einen Artikel über die Organisation Gare. Ich glaube, es is in Deutschland kaum bekannt, daß es außer der GareOrganisation noch eine andere Gruppe gab, die sich um das hungernde Deutschland kümmerte, und daß Südafrika mit Liebesgaben, Paketen und Geldspenden für Deutschland an zweiter Stelle hinter den USA steht.

Der DAHA (Deutsch Afrikanischer Hilfsausschuß) wurde von Deutschen und Afrikanern, also Buren, gemeinsam gegründet, der dann Zweigstellen im ganzen Lande und in Südwestafrika einrichtete. Es wurden Bekleidung, Lebensmittel und Geld gesammelt. Die Farmer etwa gaben monatlich einen gewissen Teil ihrer Sahneeinnahme oder stifteten Wollballen. Wollsachen wurden gestrickt. Die DAHA Pakete waren eine mit den Gare Paketen gleichstehende Hilfe. Die Verteilung in Deutschland erfolgte, soviel ich weiß, durch das evangelische Hilfswerk. Das Büro des DAHA existiert heute noch in Windhoek, und es wird heute noch Bekleidung gesammelt für Flüchtlinge in Deutschland; man kann sogar noch Pakete bestellen.

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