Deutsche und jugoslawische Männer toben im Balkan-Krieg herum, und fünf jugoslawische Frauen wissen nicht recht, weshalb. So geraten sie mit dem patriotischen Ehrenkodex in Konflikt, als sie sich alle an denselben deutschen Besatzungscasanova verlieren. Jugoslawische Partisanen scheren ihren hübschen Landsmänninnen darauf zur Strafe den Kopf. Die Frauen müssen ihre Stadt verlassen und stoßen nach einem Zwischenspiel weiblicher Freibeuterei zu eben den Partisanen, die sie um ihre Haare gebracht haben.

„Jovanka und die anderen“ – so heißt der Film – werden nun zu Partisanen und überfallen zusammen mit den Männern deutsche Transporte. Jede der Frauen steht in einem anders nuancierten Konflikt zwischen Weiblichkeit und Kampfmoral: Jovanka (Silvana Mangano) sublimiert ihre Triebe in eine Führerrolle. Daniza (Vera Miles), die sich im Partisanenlager der verbotenen Liebe zu Branco (Harry Guardino) hingibt, muß mit dem Tod dafür büßen. (Weiblicher Aufschrei aus dem Hamburger Premierenpublikum: „Nein!“) Ljuba (Jeanne Moreau) liebt heimlich einen gefangenen deutschen Offizier, muß ihn aber bei seinem Selbstmord-Fluchtversuch erschießen.

Das ungewöhnliche Thema dieses Films wurde von zwiespältiger Regie in Szene gesetzt. Eine plumpe Exposition weicht später einer handlungsgeladenen Dramatik, dem Pole nicht nur Deutsche und Jugoslawen, sondern eben auch weibliche Kämpfer und kämpfende Weiblichkeit sind. Der ausgezeichneten Photographie können die Phrasendialoge – von der Synchronisation auch noch pathetisch überhöht – nicht Schritt halten.

Große Achtung verdienen der Mut und die Schauspielkunst der fünf Frauen, die sich trotz ihres dekorativen Kollektivs der Kahlköpfigkeit als Individuen voneinander abheben. J. Z.