Adenauer in Zahlen

R. S., Bonn

Wie beurteilen die Bürger in der Bundesrepublik Bundeskanzler Adenauer Wie groß ist seine Popularität und wie werden seine politischen Entscheidungen bewertet? Das Allensbacher Institut für Demoskopie hat seit Jahren in regelmäßigen Abständen einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darüber befragt. Das Ergebnis liegt nun in einem „Porträt in Zahlen“ vor.

Mehr als die Hälfte der Befragten hält Adenauer für „klug, diplomatisch begabt, ausdauernd und zäh“. Sie loben sein Verhandlungsgeschick. Über 50 Prozent der Befragten halten es für gut, daß Adenauer und die Opposition in den meisten Fragen verschiedener Meinung sind. Sie wünschen offenbar klare Fronten. Die Popularitätskurve Adenauers ist von 1950 bis 1960 bei gelegentlichen Schwankungen ständig gestiegen. War es 1950 ungefähr ein Drittel der Befragten, die mit der Regierung Adenauer einverstanden waren, so ist es heute fast die Hälfte.

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Überwältigend ist die Mehrheit für Adenauers Aussöhnungspolitik gegenüber Frankreich (fast dreiviertel der Befragten). Seine wiederholten Zusammenkünfte mit de Gaulle werden von 43 Prozent gebilligt, nur von 9 Prozent getadelt.

Und wie stellt sich „der Mann auf der Straße“ das Einkommen eines Bundeskanzlers vor? 57 Prozent meinen, daß weniger als 2000 Mark monatlich ausreichend wären. Vom Arbeitstag des Kanzlers glauben die meisten, er dauere acht Stunden, nur 9 Prozent meinen, er dauere mehr als 12 Stunden; 38 Prozent erklärten freilich schlicht und vernünftig, sie wüßten es nicht.

Die Kritik, daß Adenauer nicht genug für die Wiedervereinigung getan hätte, wird mit großer Mehrheit zurückgewiesen: 44 Prozent sind der Ansicht, Adenauer habe in dieser Sache nicht mehr tun können, 28 Prozent glauben, er habe nicht genug getan. Der Rest hat keine Meinung.

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