Mein Bild

Georges Seurat (1859-1891):

Der Zirkus

Als ich jung war und in Paris lebte, hatte ich schwere Kämpfe zu bestehen. Ich war vorher in Weimar gewesen, und der Atem der französischen Malerei hatte mich angeweht. Graf Keßler, ein international gebildeter Kunstfreund, war Museumsdirektor in Weimar und stellte französische Bilder aus, die wie Blumen auf mich wirkten und mich bestärkten, in Paris zu arbeiten.

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Henry van de Velde, der Lehrer meiner späteren Frau, Erica von Scheel, die seine Mitarbeiterin wurde, besaß einen Seurat: einen „Hafen von Honfleur“, leicht in der Farbe, geschmückt mit bunten Fahnen, die im Winde flatterten.

Das Bild kam zu Osthaus, dem bedeutenden deutschen Sammler in Hagen, und ist jetzt im Reichsmuseum Kröller-Müller in Otterloo bei Arnheim zu sehen.

Der Kampf in Paris wurde mit mir selber geführt. Es kam darauf an, mit Farben zu malen, und so zog ich aus, um Aquarelle an der Seine zu machen, überallhin wanderten die Augen, bis sich der junge Maler auf seinen kleinen Klappstuhl niederließ. Vor ihm saß ein Kollege, und es schien ihm, als er flüchtig auf dessen. Blatt sah, daß er den eigenen Absichten recht nahe kam. Wir begännen ein Gespräch, und es stellte sich heraus, mein Nachbar war der von mir hochverehrte Maler Paul Signac, zu gleicher Zeit ein Freund Henry van de Veldes und des Grafen Keßler in Weimar.

Erica von Scheel und ich wurden zu ihm eingeladen. Ich wurde geschickt, um Karbonaden einzukaufen, Madame Signac richtete das Abendbrot, der Wein kam vom eigenen Weinberg in St. Tropez. über dem Sofa hing ein großes Bild, ich saß gegenüber. Es war der Zirkus von Georges Seurat. Seurat hatte einen reichen Vater, der seinen Sohn nicht unterstützen wollte, da er mit dessen Malerei nicht einverstanden war.

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