Wirtschaft

Die verpulverten Milliarden

Der mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnungsbau gehört zu den Paradepferden der in der Bundesrepublik betriebenen sozial manipulierten Marktwirtschaft.

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DIE ZEIT

Der Geist von Wien: Skepsis

Die Welt hat sich so an Chruschtschows Winkelzüge und Paukenschläge gewöhnt, daß viele schon erleichtert aufatmen, wenn der Sowjetzar einmal eine Gelegenheit zum Spektakel oder auch nur zum Spectaculum ausläßt.

Des Bundeskanzlers Vereinfachung

Der Bundeskanzler steht nicht im Ruf, zu den militärischen Fachleuten zu gehören. Sein eigener Fraktionskollege, Dr. Dresbach, sagte es mit verzeihender Offenheit: „Der Mann hat doch gar nicht gedient, woher soll er es denn haben!“ Trotzdem hat sich Bundeskanzler Adenauer in manchen seiner letzten Reden – so vor der Jungen Union in Nürnberg, in Hamburg und jüngst wieder vor den Präsides der katholischen Arbeiterbewegung in Düsseldorf – in sehr dezidierter Form über die Bewaffnung, der Bundeswehr geäußert.

Konkurrenz-Fernsehen

Es war viel Geduld, Zähigkeit und Schmiegsamkeit notwendig, um den heftig umstrittenen Staatsvertrag über das Zweite Fernsehen auf der Stuttgarter Konferenz unterschriftsreif zu machen.

36 Millionen KP-Mitglieder

Wie stark ist der Weltkonimunismus? – Sowjetzeitschriften veröffentlichen Mitgliedszahlen

Die weiße Stadt ist krank

Die Stadt Algier ist krank. Ihr Befinden wird zweimal täglich durch ein offizielles Bulletin bekanntgegeben. „Algier ist ruhig“.

Im Gleichschritt – wohin?

Die Bundeswehr gibt zu, daß es keine deutsche Infanterie mehr gibt. Es gibt nur noch Panzergrenadiere – und sie unterscheiden sich nur nach der Art der Vehikel, die sie benutzen.

Weg mit den Nazirichtern!

Noch immer sind an Gerichten der Bundesrepublik Deutschland Richter tätig, die in der Nazizeit an Terrorurteilen mitgewirkt haben.

Zeitspiegel

Dreizehn Millionen Franzosen hätten am Sonntag zu den kantonalen Wahlen gehen sollen. Aber nur sechs Millionen sind an den Urnen erschienen.

Zwist Kairo – Moskau

Zwar gebe es wohl neutrale Nationen, so hatte der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow im Gespräch mit dem amerikanischen Journalisten Walter Lippmann doziert, nicht aber neutrale Männer.

Bonn ist zufrieden

Der Bundeskanzler ist über den Verlauf des Wiener Gesprächs sehr befriedigt. Besonders hat ihn die feste, unerschütterliche Haltung Kennedys in der Berlin-Frage stark beeindruckt.

Im Presse-Troß des Präsidenten

In Paris sagte er, die Vereinigten Staaten seien eine Tochter Frankreichs, und jedermann habe – nach Benjamin Franklin – zwei Vaterländer: Frankreich und das eigene.

Mageres Ergebnis

Fragt man in London die „Offiziellen“ nach ihrer Meinung über die Wiener Konferenz, so zeigen sie sich zwar befriedigt, lassen aber auch keinen Zweifel darüber, wie wenig sie von dem offensichlich mageren Ergebnis der Gespräche beeindruckt sind.

Frankreichs große Schweigende

Zu sagen, daß die Ex-Generäle Challe und Zeller vermutlich zum Tode verurteilt worden wären, hätte ihr Prozeß sofort nach dem Zusammenbruch ihres Putsches stattgefunden, ist das zuviel vermutet? Und daß sie wahrscheinlich freigesprochen worden wären, falls ihr Gerichtstag hätte hinausgezögert werden können? Jedenfalls kennzeichnet es die Stimmung in Paris, daß eben diese Behauptung im Kreise politischer Beobachter laut wurde.

Bayern: Dunkle Geschäfte mit Heiligen

Krankenschwester Anna Edmeier betrat die „Gotteshäuser in schlichter Kleidung, einen Eierkorb in der Hand. Wer sie sah, hielt sie für eine fromme Bäuerin, die den Inhalt des zugedeckten Korbes weihen lassen wollte.

Hessen: Frankfurts trauriger Ruhm

Ein dürftiges Ergebnis legte Elisabeth Strauss, die Geschäftsführerin der vor etwa sechs Monaten in Bad Godesberg gegründeten „Aktion Gemeinsinn den Frankfurtern vor.

Hamburg: Ohne Kommando, ohne hohes Pathos

Sonderbarerweise ist es schlimmer, offen auszusprechen, daß die Bewohner der Bundesrepublik den 17. Juni, den Tag der deutschen Einheit, beim Ausflug genießen, als zuzugeben, daß die kirchlichen Feste seit langem die Tage sind, an denen viele Autofahrer auftanken und ins Grüne fahren.

Kritik, aber keine Kritiker in der DDR

Wie prüft die Literaturkritik in der DDR, ob ein Kunstwerk die Thesen der Partei propagiert? Stehen etwa im Mittelpunkt von Romanen und Novellen, deren Handlung in der DDR spielt, einsame Menschen, so zeugt das bereits von der skeptischen oder gar pessimistischen Haltung des Autors, die natürlich vom Standpunkt der SED her unzulässig ist.

Mein Bild

Liebe „Zeit“, das Bild, mit dem ich seit 25 Jahren lebe, ist eine Rhöne-Landschaf von Vlaminck. Ich zog mit ihm nach Hamburg an den Harvestehuder Weg und nahm es mit nach Schlachtensee, als ich im Kriege (bei übernahme des Deutschen Opernhauses in Berlin) mein Elternhaus bezog.

Zeitfragen

Manchen von uns mag es just so erscheinen. Aber es stimmt nicht, weder wenn man sich die Art, noch wenn man sich – was viel einfacher ist – die Zahl der hierzulande stattfindenden Diskussionen ansieht.

Freiheit altphilologisch

Welchen Beitrag die Beschäftigung mit der griechischen und römischen Antike und der altsprachliche Unterricht an unseren Gymnasien zur politischen Bildung in der Gegenwart leisten könne, dies hatte sich der Deutsche Altphilologenverband zum Thema seiner diesjährigen Tagung in Hannover gewählt.

Kleiner Kunstkalender

Die Qualität der ausgestellten Werke mittelalterlicher Plastik rechtfertigt den Titel „Bewahrte Schönheit“. Er bekommt dadurch noch einen speziellen Sinn, daß der Mönchen-Gladbacher Industrielle wichtige Skulpturen aus dem Ausland zurückerwerben oder vor der Abwanderung bewahren konnte.

Der ganze Unsinn

Im Grundgesetz ist in Artikel 29 vorgesehen, daß entsprechend den deutschen Wünschen eine Neugliederung des Bundesgebietes stattfinden soll.

Gegen Phrase und Lüge

Wenn einmal die kulturelle Bilanz des Jahrhunderts zu ziehen ist, so wird Karl Kraus einer ihrer wichtigsten Aktivposten sein; vielleichteiner jener zehn Gerechten, um deretwillen Sodom verdienen wird, nicht verdammt zu werden.

Italiens lebendige Stimme

Am 1. Juli erscheint als Band 70 der Bibliothek Suhrkamp in Deutschland die erste größere Auswahl aus dem Werk Giuseppe Ungarettis; 55 Gedichte, italienisch und deutsch, übertragen von Ingeborg Bachmann; auch der folgende Essay der Übersetzerin wird in dem Band enthalten sein.

Der letzte Pfiff

Denkt man an gefährliche Sportarten, so fallen einem gleich Autorennen, Boxen und amerikanischer Football ein. Die letzten Krawalle in Wien, Stockholm und Glasgow haben mich aber darüber belehrt, daß zu den gefährlichen Sportarten zweifellos der Fußball gehört und dabei mehr noch als die Zuschauer und Spieler die Schiedsrichter in Gefahr sind.

Zeitmosaik

Der Intellektuelle tut recht daran, daß er als Ausgleich für die Verachtung, die er genießt, auf große Brocken aus ist, die von den reichen Tischen fallen.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT eine Auswahl aus den vor fünf Jahren im Suhrkamp Verlag, Frankfurt, erschienenen „Schriften“ Walter Benjamins, und zwar vor allem die großen theoretischen Abhandlungen und literarischen Essays.

,,Mrs. Miniver“: Die Façon von 1942

Im Jahre 1942 zollte William Wyler mit diesem Film der britisch-amerikanischen Waffenbrüderschaft Tribut. Fünf Oscars bestätigten ihm, daß er damit die herrschende Zeitstimmung getroffen hatte – etwas anderes bewiesen diese Auszeichnungen damals so wenig wie heute.

Fernsehen: Mehr Mut zur eigenen Meinung!

Was die Leute jeder Zeitung zubilligen, auch vom Hörfunk hinnehmen, die persönliche Stellungnahme von einzelnen Kommentatoren zu allgemeinen Problemen, das erregt, wird es einmal weiter pointiert gewagt, Proteste von allen Seiten: von Betroffenen am Bildschirm, die „unsachlich“ nennen, was wehtut, und von den Aufsichtsorganen, die nach einem Interessentenproporz zusammengesetzt sind und mit ihren Argusaugen den kritischen Elan lähmen.

Dienstag, 30. Mai, das Hörspiel:: „Rivalen“

Witz und Charme gewinnen noch immer dankbare Zuhörer, wenn unsere zeitgenössische Literatur auch mehr Tiefsinn und greuliche ideologische Schlachten vorzieht – oder vielleicht gerade deswegen.

Theater

Als einzige Eigeninszenierung der 15. Ruhrfestspiele wird bis Mitte Juli dreißigmal Schillers Wallenstein-Trilogie aufgeführt.

Warum ich doch beim Film bleibe

Paul Rotha, geboren 1907 in London, hat seit 1928 auf fast allen Gebieten des Films gearbeitet, insbesondere als Regisseur von Dokumentarfilmen, aber auch als Spielfilmregisseur.

Arbeitszeit in Europa

Wer ins Ausland reist, vergleicht nicht nur gern die Preise, sondern beliebtes Gesprächsthema sind auch Arbeitszeit und Urlaub, wobei der Bundesbürger feststellt, daß die deutschen Verhältnisse durchaus nicht die schlechtesten sind.

Aufstieg

Aufstieg. – Rund 60 vH der männlichen und über zwei Drittel der weiblichen kaufmännischen Angestelten sehen für sich eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit, ergab eine Umfrage des Deutschen Handels- und Industrieangestellten-Verbandes (DHV).

Keine Angst vor leeren Wartezimmern

Erstmals seit wohl sechs Jahren hat ein Deutscher Ärztetag keine Entschließung zur Krankenversicherungsreform gefaßt. Aber die Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung geht auch innerhalb der Ärzteschaft weiter.

Hagener Straßenbahn fährt in falscher Richtung

Der Währungsausschuß der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft empfiehlt vorzeitige Schuldenrückzahlung; er empfiehlt weiter, daß die devisenmächtigen Länder alles tun sollten, um den Kapitalexport zu fördern.

Der Leser schreibt...

Man darf davon ausgehen, daß Entwicklungspolitik in sich ein umfassendes Unternehmen ist. Entwicklungspolitik ist also nicht primär eine Frage der Finanzhilfen oder der technischen oder der Handelshilfe, sondern einer Kombination zwischen alten diesen, die je nach Zeit und Ort sehr verschieden auszusehen hat.

Geschäftsreisen im Flugzeug?

Die Pariser Luftfahrtschau auf dem Flugplatz Le Bourget hat keine wesentlichen technischen Neuigkeiten geboten. Sie wies jedoch auf eine bemerkenswerte Entwicklung in der europäischen Flugzeugindustrie hin: Auch in der Privatfliegerei macht das Ganzmetallflugzeug der Holzbauweise den Vorrang streitig.

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