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laut Beschluß einer ao Hauptversammlung der „Securitas" Bremer Allgemeine Versicherungs AG in Bremen wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 31. Dezembei 1963 das Grundkapital von 4 um l Mill.

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DIE ZEIT

Krieg oder Frieden

Allenthalben geben die Staatsmänner beruhigende Versicherungen ab, gewiß. Adenauer und Macmillan, Chruschtschow und Gomulka – übereinstimmend sagen sie, daß es Berlins wegen zu keinem Atomkonflikt kommen werde.

Lord Russell hinter Gittern

Wieder einmal Bertrand Russell, Lord, Earl, um es genau zu sagen, unserer europäischen Welt möglicherweise größter Mathematiker und sicher umstrittenster Philosoph; dazu brillanter Schriftsteller und Nobelpreisträger: Lord Russell, 89 Jahre alt, sitzt im Gefängnis.

Neutral – gegen wen?

Der mit so großem Elan von den erschrockenen Staatsoberhäuptern in Belgrad gefaßte Beschluß, je zwei der anwesenden Delegationschefs nach Washington und Moskau zu senden, ist inzwischen ohne sichtbaren Erfolg ausgeführt worden.

Wahlen ohne Wahl

Wahlen in der DDR? Es sind Wahlen nach derEinheitsliste, ohne Auswahl der Parteien, und sie gelten bei uns als bedeutungslos und daher nicht beachtenswert.

Gaitskells später Sieg

N. A., London, im September Wann immer es in der britischen Labour-Party zu Auseinandersetzungen kommt, legt dies die Partei völlig lahm; für gewöhnlich überdauert dieser Zustand der Ohnmacht den Anlaß des Streites.

Lucius D. Clay – Symbol für Berlin

Wir stehen in Berlin. Ich werde diese Stadt niemals verlassen, denn es macht mir vielzuviel Spaß, an dieser Stelle den Abwehrkampf gegen die Russen zu organisieren!“ Das sagte im Juni 1948 ein Amerikaner zu Journalisten, ein Viersterne-General: Der US-Militärgouverneur für Deutschland, Lucius D.

Ohne Ben Gurion?

Der amtierende Ministerpräsident Israels, David Ben Gurion, hat den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung an den Staatspräsidenten Ben-Zwi zurückgegeben.

Onkel Paolo und die Bodenreform

Der Presseattaché der deutschen Botschaft hat kein Telephon. „Hier warten viele schon jahrelang auf einen Anschluß“, sagt der Portier im Hotel Victoria Plaza.

Zeitspiegel

Der amerikanische Geheimdienst beobachtet laufend den Weltmarkt der wichtigsten Waren. Er hat jetzt festgestellt, daß die kommunistischen Staaten ihre Einfuhr an kriegswichtigen Gütern in letzter Zeit nicht wesentlich erhöht haben.

Am Ende des Wahlfeldzugs

Selbst wenn wir den Erzengel Gabriel als Texter anstellen würden – propagandistisch ist für keine der Parteien in dieser Woche noch irgend etwas drin.

Der ideale Wähler

So hoch die Wogen des Wahlkampfes gehen, so schnell die Argumente wechseln – beeindruckt wird dadurch nur der kleinere Teil der Wähler.

Marathonlauf um die Gunst des Volkes

In der Schlußphase des Wahlkampfes ist die CDU unter Führung Konrad Adenauers mit fliegenden Fahnen zum Frontalangriff gegen die SPD übergegangen.

Das Attentat erschüttert die Franzosen

Wenn es noch eines Ereignisses bedurft hätte, den Franzosen ins Bewußtsein zu rufen, in welchem Maße ihre politischen Sitten verwildert sind, dann wäre dafür keine bessere Inszenierung möglich gewesen, als dieser Sprengstoffanschlag auf den Staatspräsidenten de Gaulle an der Route Nationale 19.

Die absolute Mehrheit

Gewinnt die CDU wieder die absolute Mehrheit? So lauten die Wetten vor dieser Wahl. Dabei sind sich manche Wettlustigen nicht darüber im klaren, welche absolute Mehrheit der Wett-Partner nun eigentlich meint.

Erfolgreicher Diplomat

Es kommt im Auswärtigen Amt nur ganz selten vor, daß ein Diplomat, statt Stufe um Stufe die übliche Ochsentour hinter sich zu bringen, gleich zwei Stufen auf einmal nimmt.

Wenn Schmidt länger dient...

Wie sag ich’s meinem Kinde?“ Die Bundesregierung befand sich eine Woche lang in der ungemütlichen Lage eines Vaters, der seinem Sprößling die Realitäten des Lebens erklären muß, jedoch weder bei ihm einen seelischen Schock hervorrufen will noch bei der Nachbarschaft durch die frühreife Lebensbereitschaft des Knaben Ärgernis erregen möchte.

Winken verboten!

Den Kindern bringt man es schon früh bei, das Winken. „Mach winke, winke...“ Jung gelernt, alt getan. Man grüßt freundlich-teilnahmslos winkend den Nachbarn oder auch die vielen Kinder, die winkend an der Autobahn stehen.

Wird Ulbricht stören?

Eine seltsame Spannung herrscht seit einigen Wochen in der Berliner Luftsicherheitszentrale. Die Russen, die dort seit Jahren einträchtig mit ihren westlichen Kollegen Dienst tun, arbeiten nur noch obenhin.

„Morgen ist Boxen hier“

Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft!“ schmetterte ein Orchester der Ruhrkumpels in das überfüllte Rund der Westfalenhalle.

Nordrhein-Westfalen: Weltflughafen um jeden Preis

Gleich nach der Bundestagswahl wird der Regierungspräsident in Düsseldorf einige Tausend Einsprüche gegen den Ausbau des Flughafens Düsseldorf-Lohausen mit den als Nachbarn beteiligten Bürgern, Städten und Gemeinden „erörtern“.

Nordrhein-Westfalen: Eine schwere Entscheidung

In meinem Briefkasten steckt jetzt jeden Morgen das doppelte Quantum – seit über vierzehn Tagen schon. Und obwohl ich nie zurückschreibe, beehrt mich die bundesdeutsche Prominenz täglich mit Post.

Ein echtes gesamtdeutsches Gespräch

Früher unterhielten sich die Leute in Deutschland, heute führen sie ein Gespräch; und um diese Art des Gedankenaustausches noch schärfer gegen jene harmlosen Allerweltsunterhaltungen abzugrenzen, wie sie als „small talk“ das A und O gesellschaftlichen Lebens sind, wo es eine „Gesellschaft“ noch gibt, wird gern betont, daß es sich um ein „echtes“ Gespräch handele.

Beschreibung einer Mauer

Wir haben unseren Mitarbeiter, den jungen Berliner Schriftsteller Eckart Kroneberg („Der Grenzgänger“), gebeten, einmal die Mauer zu beschreiben, die seine Stadt halbieren will: an einem Ende beginnend, ihr von Straße zu Straße folgend, ganz nüchtern notierend, was er auf diesem Wege von Zonengrenze zu Zonengrenze sieht und hört.

Zeitfragen: Was nun im Theater?

Daß Theater eine aktuelle Kunst ist, wird uns Deutschen in diesen Wochen wieder einmal bewußt. Leider hat diese nützliche Erinnerung einen negativen Anlaß.

Kleiner Kunstkalender

Nach den deutschen Zeichnungen (1952) und der französischen Zeichnungen (1958) führt die Hamburger Kunsthalle ihre Übersicht über die europäische Zeichenkunst mit den Holländern aus den Jahrhundert von 1575 bis 1675 weiter, 153 Blätter von 83 Künstlern aus öffentlichen und privaten Sammlungen der Niederlande, die man sonst schwer oder überhaupt nicht zu sehen bekommt, darunter allein 21 Zeichnungen von Rembrandt – es lohnt die weiteste Reise.

Los von Delos

Unversehens tauchten sie hinter den Säulen des Isis-Tempels auf. Die Überraschung war völlig geglückt. Ich wußte, ich hatte nur eine winzige Chance, ihnen zu entkommen.

Prügel für Kriemhild

Durchblättert man einmal, nachdem man es jahrelang nicht mehr aufgeschlagen und weil es einem gerade im Bücherschrank in die Hand gerät, das Vers-Epos von Siegfried, Kriemhilde und Brünhild, das „Nibelungenlied“ also, so mag es geschehen, daß man just auf eine Stelle stößt, die man in der Schule nicht „gehabt“ hat: wie nämlich Kriemhilde bereut, was sie angerichtet hat, und klagt, wie ihr Mann ihr „zur Strafe den Leib zerbläuet hat“.

Plötzlich kommt Mozart zur Tür herein ...

Kein Theater kann von heute auf morgen eine der führenden Bühnen der Welt werden. Daß die Hamburgische Staatsoper eine dieser Bühner geworden ist, wird nicht bezweifelt.

Die Struwwelpeter

Der winzige, peinlich ordentliche Mann, der gerade die Matrizen für den Druck des erster, preußischen Papiergeldes stach, legte erstaunt der Stichel beiseite und betrachtete verblüfft den langen dürren Freund.

Zeitmosaik

Für Fehler und Verbrechen anderer Völker sind wir nicht verantwortlich, aber wenn wir aus dieser Katastrophe nichts über unsere eigene verfehlte Politik gelernt haben, ist unser; Fall hoffnungslos.

Darum liebe ich „man“

Manch Jüngling glaubt in stiller Einfalt, mit dem duftenden Wörtchen „Liebe“ die Welt erobern zu können. Das ist verzeihlich’.

Das Experiment

Ein großer Zauberer erfand eines Nachts, nach jahrelangen Versuchen, ein Elixier, mit dem er allerlei Verwandlungen durchführen konnte.

In diesen Tagen

Das Frühstück wird begonnen in der Erwartung der möglichen Ereignisse mit den Zeitungen ist neue Sorge ins Haus gekommen ich bin freundlicher als sonst zu meiner Familie aber meine Frau fragt mich warum ich so stumm bin.

Unsichtbares Theater

Zitate sind und bleiben etwas Schönes. Man kann mit ihnen so bequem Autorität usurpieren; kann, falls man dessen bedarf, den Widersprach kleiner Geister mit dem Ausspruch eines großen Geistes niederschlagen, ohne sich selbst dabei amustrengen.

Weltraum-Gedanken

Der Aufbruch der Menschheit in den Weltraum ist heute kein bloßes Hirngespinst mehr. Als erste Ziele hat man sich den Mond und den Mars aufs Korn genommen.

Brutstätte allen Unheils

Als Döblin 1934 in Paris diesen Roman schrieb, sah ich ihn beinahe täglich. Er war sechsundfünfzig Jahre alt, hatte fünf Jahre zuvor seinen größten Erfolg gehabt, mit dem Roman „Berlin Alexanderplatz“, hatte im selben Jahr 1934 ganz erfolglos seinen witzigsten und phantastischsten Roman publiziert, „Die Babylonische Wanderung oder Hochmut kommt vor dem Fall“, und hatte schon 1933 eine unübersehbare und definitive Erfahrung begonnen, nämlich das Leben im Exil, auf das freilich sein ganzes Leben und sein ganzes Werk schon lange zugeschnitten schienen.

Mein Bild

Da ist die Wahl schwer. Zehnmal für den Künstler, der inwendig voller Bilder ist, Bilder aller erdenklichen Art: früher und später, westlicher und östlicher, großer und kleiner, machtvoller und lieblicher–und so immer fort.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT „Darstellung und Dokumente“ zu den entscheidenden Deutschland-Plänen von 1941 (Atlantik-Konferenz) bis 1949 (6. Sitzung des Rates der Außenminister), mit besonders eingehenden Darstellungen der Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam.

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