DIE ZEIT

wer....was....wo....warum...

Auch der Rebellenhauptmann Galvao, bekannt durch sein Piratenstück mit der „Santa Maria“, konnte den Sieg Salazars nicht schmälern.

Das Kabinett der zwanzig Sessel

Unerquicklich wie die lange, spannungsreiche Vorgeschichte dieses Kabinetts war auch seine Vereidigung. Die SPD blieb der Zeremonie fern, weil der Bundestagspräsident einen SPD-Antrag zur Geschäftsordnung nicht so behandelt hatte, wie es die Opposition erwartet hatte und vielleicht auch erwarten konnte.

Kennedy ist ungeduldig

Der Termin für die zweite Begegnung Kennedys mit Adenauer wurde ungewöhnlich kurzfristig nach der Regierungsbildung in Bonn angesetzt.

Neue Töne aus dem Kreml

Das harte, brutale Klopfen, mit dem im August und September 1961 Kriegsgott Mars aufs neue Einlaß in das Weltgeschehen begehrte, war für jedermann zu hören.

Warnung vor Experimenten

Im Bundeskanzleramt und in den politisch interessierten Kreisen Bonns erwartet man von den Besprechungen Dr. Adenauers mit Präsident Kennedy die Beseitigung von Mißverständnissen, Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, die sich seit einiger Zeit auf beiden Seiten ergeben haben.

Antwort an Mende

Es gibt eine alte Regel, daß nach jeder Wahl jede Partei Gründe findet, um sich als Sieger zu fühlen. Für die Hamburger Bürgerschaftswahlen galt diese Regel nicht.

Atempause für London

Großbritannien ist dabei, mit vollen Segeln Kurs auf den Gemeinsamen Markt zu nehmen. Die Verhandlungen, die Minister Heath mit den Mitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Brüssel führte, lassen daran keinen Zweifel.

Zeitspiegel

„Ich würde sagen, das ist dumm! Und Leute, die so was schreiben, sollen sich genau überlegen, ehe sie so schwerwiegende Vorwürfe gegen zwei Parteien, die zusammen doch 307, glaube ich, Sitze im Bundestag haben, erheben.

Außenminister Gerhard Schröder

Es ist ein hartes Geschäft, Parlamentarier zu sein: Da ist kein Argument zu scharf und keine Bemerkung schneidend genug, wenn es darum geht, selber recht zu behalten und den anderen ins Unrecht zu setzen, ihn lächerlich oder unglaubwürdig zu machen.

Bruderhilfe für Finnland

Gerade im rechten Augenblick haben sich die nordischen Staaten um ihren bedrohten finnischen Nachbarn geschart. Während Helsinkis Außenminister Ahti Karjalainen bei seinem sowjetischen Kollegen Gromyko in Moskau auszukundschaften versuchte, was die Russen mit ihrer Note vom 30.

Die Queen – eine „sozialistische Königin“?

Der freundschaftliche, ja herzliche Empfang, der Königin Elizabeth II. in Ghana bereitet wurde, hat die skeptischen Gefühle, die man in England Nkrumah entgegenbringt, etwas gedämpft.

Die Männer um Walter Ulbricht

In der Zone bestimmen ja bloß die Russen!“ – dieses bei uns beliebte Schlagwort enthält zwar eine halbe Wahrheit, aber es deutet doch zugleich auch auf eine erschreckend große Unkenntnis.

Heim ins Bayerische

Unter den Ministern, die dem neuen Bundeskabinett nicht mehr angehören, ist nur einer, der sich ganz aus dem aktiven politischen Leben zurückzieht: Fritz Schäffer, der in seine bayrische Heimat zurückgeht.

Doch keine Raketenlücke?

Die Vereinigten Staaten verfügen über .176 feuerbereite Lang- und Mittelstreckenraketen, die Atomsprengköpfe in die Sowjetunion befördern können.

„OAS? Noch nie davon gehört“

Seit 21 Jahren spreche ich im Namen Frankreichs“, erwiderte Präsident de Gaulle auf seiner letzten Provinz-Fahrt in Aix-en-Provence einigen lärmenden Demonstranten.

Der Gutachter vor Gericht

„Unangreifbare Machtstellung der Sachverständigen“ oder „Omnipotenz der Richter“? (II)

Die Ehrfurcht vor der Wissenschaft

Haben die Sachverständigen wirklich eine „unangreifbare Machtstellung“, wie man es nach dem Rohrbach-Verfahren las – oder gibt es vielmehr eine „richterliche Omnipotenz“, wie sie im Anschluß an das Anastasia-Urteil kritisiert wurde? Das Gesetz hat die Verantwortungen klar bestimmt: „Über das Ergebnis der Beweisaufnahme entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Inbegriff der Verhandlung geschöpften Überzeugung“ (Paragraph 261 der Strafprozeßordnung, entsprechendes gilt auch im Zivilprozeß.

Entspannung im Südtirolkonflikt

Die sonntägliche Tafelrunde im Palazzo Chigi kannte nur ein Thema: Südtirol. Der italienische Ministerpräsident Fanfani und sein Außenminister Segni nutzen die Gelegenheit der päpstlichen Geburtstagsfeierlichkeiten von Johannes dem XXIII.

Seebär im Bonner Teich

Dieser wuchtige Mann, der seine Umwelt unter schweren Augenlidern forschend anblickt, sieht nicht danach aus, als werde er Kompromisse schließen.

Unter falscher Flagge

Immer wieder – und besonders nach den Koalitionsverhandlungen, die der letzten Bundestagswahl folgten – hat die Redaktion der ZEIT Briefe erhalten, in denen eine Änderung des Grundgesetzes gefordert wurde: Bundeskanzler und Bundestag sollten getrennt gewählt werden.

Erziehung hinter Gittern?

In der dicken, fünf Meter hohen Mauer ist ein eisernes Tor. Ein Mann mit großem Schlüsselbund geht darauf zu und öffnet. Von der nahen Kirche läutet die Mittagsglocke.

Bayern: Die Rebellion der Bürgermeister

Die Versammlung erreichte ihren Höhepunkt, als sich der Bürgermeister von Sendelbach im Kreis Hersbruck erhob und „die über tausend Jahre alte Kultur“ seiner Gemeinde beschwor.

Hessen: Ist Müller krank oder gesund?

Fassungslos buchstabierte der 36jährige Kraftfahrer Otto Müller aus Frankfurt-Griesheim an dem Schreiben herum, das ihm ein Polizist in die Wohnung gebracht hatte.

Berlin: Uniform wirkte Wunder

Doch immer wieder gelingt einigen Bewohnern Mitteldeutschlands oder Ostberlins die Flucht. „Dazu gehört verdammt viel Mut“, sagte vor kurzem ein junger Vopo, dem der Sprung über die Mauer geglückt war.

Nordrhein-Westfalon: Star-Allüren auf Spesen

Es war viel Arbeit“, erzählte der Filmkaufmann Siegfried Lang. „Ich telephonierte fast um die halbe Erde ...“ Dann aber hatte er endlich die Zusage der Prominenz von Film, Funk und Bühne, ohne Gage und zum Wohle der UNICEF – des Weltkinderhilfswerkes – in Duisburg aufzutreten.

Bildungs- und Halbbildungspläne

Wer hat dies Buch genehmigt? Mit einer Frage als Überschrift wurde an dieser Stelle vor einiger Zeit die „Literaturgeschichte“ von Georg Red einer scharfen Kritik unterzogen.

Der heilsame Schock

Das viel bemühte Wort von der „Bewältigung der Vergangenheit“ wird nicht immer von allen, die es im Munde führen, richtig verstanden.

Ein deutscher Maler im Exil

In den späten Nachmittagsstunden des ersten Oktobersonntags verunglückte zwischen Paestum und Battipaglia, auf der Heimfahrt von einem Freundesbesuch in Buxentum, der deutsche, seit 1934 in Italien lebende und seit 1941 ständig in Positano ansässige Maler Kurt Craemer durch die Schuld eines unbeherrschten Sonntagsfahrers, der frontal in den Wagen Craemers hineinfuhr.

Beschwerde über Jazzsendungen

Im NDR haben sie dazu Stimmen mit schausprecherischen Qualitäten, kongeniale Interpreten der Texte, etwa so: „... wenn er genug verdiente, um sich genügend Gin, Whisky und“ – anzügliches Räuspern – „Freundinnen leisten zu können.

Schriftsteller antworten...

3. Unterschiedlich, eigentlich nur wenn ich muß, z. B. wegen Korrektur. Meine Prosa lese ich durchweg gern, meine Stücke möchte ich meistens umschreiben, komme aber nicht dazu, da ich lieber was Neues mache.

Ein Brief an Chruschtschow

Nachfolgender Brief von Hans-Werner Richter – bisher letztes Glied einer Korrespondenz, in deren Verlauf der sowjetische Ministerpräsident seinem Briefpartner übrigens versprochen hatte, die Sowjetunion werde keinesfalls als erster Kernwaffenversuche wiederaufnehmen – wird hier zum erstenmal veröffentlicht.

Mein Bild

Von wem ist mein Bild? Von Bracque könnte es sein. Von Buffet auch, durchaus, oh, der Katzenjammer derer, die sich an ihm übernahmen und nun augurisch feixen: Rolls Royce und Schloß, also Schwindel; diese Selbstdesavouierer – wo ist denn der Zwanzigjährige mit einer Leinwand von zwei oder wieviel Metern Breite, dünn hingepinselt kargfarbiges Interieur (Bett mit Sitzender) so durchgehalten, so gespannt, wie in Trance gemalt? Was schiert mich sein äußerer „Erfolg“, wenn Buffet trotzdem durchhält? Bis jetzt tat er’s.

Ballett bleibt überall Ballett

Es drängte sich auch die Überlegung auf, ob zwischen Stil und Nationalität ein innerer Zusamschlafenden Wald) nennt, hatte Robert Helpmann nach Marius Petipa erarbeitet, jenem Südfranzosen, der schon 1847 nach Petersburg kam und dort für einen glänzenden Aufstieg des Balletts verantwortlich war.

Brauchen wir eine Regierung?

Bis zur großen Koalitionskrise gab es vernünftige Menschen, die da meinten, jedes Volk brauche eine Regierung – und sei es nur, damit etwas da ist, was man gelegentlich stürzen kann.

Chefansager der Gruppe 47

„Literarisch wünsche ich mir in Deutschland etwas mehr Liebe zur Wahrheit und weniger Neigung zur versponnenen Idylle. Aber der Elfenbeinturm wächst schon wieder, und die Nornen spinnen das Garn der Zukunft um die ewig Gestrigen.

Zeitmosaik

Der erste Teil einer vielversprechenden Serie „Premierminister aus der Nähe gesehen“, die Kenneth Harris für den „Observer“ schreibt, schließt mit der Ankündigung: „Nächste Woche unterhalten wir uns mit Sir Harold Macmillan über Schriftsteller und Literatur.

Nur wenn man schneidet, heilt man Geschwüre

Seit ein paar Jahren, seitdem wir wissen, daß die heutigen Polen eine erstaunliche Literatur, einen – trotz allem – eigenwilligen Kunstsinn, ein aufregend vitales und schillerndes Geistesleben besitzen, und seitdem wir wissen – sehen und staunen! –, wie die Intelligenz dieses kleinen Volkes (zwischen den Mühlsteinen), und obwohl nicht minder anspruchsvoll als wir im Westen Europas, im Lande gehört und geachtet wird, wie souverän sie urteilt und handelt, die Geschicke ihrer Gesellschaft beeinflußt, wie schwer dort wiegt, was sie zu sagen hat (wenn man bedenkt, wie wenig wiegt, was unsere bei uns zu sagen hat), fragen wir uns immer wieder, wie solches möglich ist.

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