• Ausgabe 05/1962

    Ausgabe 05/1962

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • wer....was....wo....warum...

  • Kurt Hahns neues College

    Ein Deutscher hat während der letzten 14 Tage in der englischen Öffentlichkeit viel von sich reden gemacht. Es ist Kurt Hahn, der große deutsche Pädagoge, der Gründer Salems, der nach Ausbruch des Dritten Reiches nach England kam und in Schottland die Schule Gordonstoun gründete.

  • Die Zeit arbeitet gegen die Vernunft

    Paris, Ende Januar Im Pariser Verlag Flammarion wird demnächst ein Buch erscheinen, das den Titel trägt: „Algerien, der Pflug und die Wafffen“ (L’Algerie, la Charme et les Armes).

    Von Rudolf Fischer

  • Tauziehen in Neapel

    Wie lange und wie leidenschaftlich die 700 Delegierten der eineinhalb Millionen christlichdemokratischer Parteimitglieder im Opernhaus San Carlo in Neapel auch diskutieren mögen – der Kongreß der Democrazia Cristiana kann keine volle Klarheit über den weiteren Gang der italienischen Politik bringen.

  • Stürmisches Ende in Genf

    Länger als irgendeine andere Nachkriegskonferenz, 39 Monate lang, hat sich die Genfer Konferenz über die kontrollierte Einstellung der Atomwaffenversuche hingeschleppt.

  • Die Saat der Gewalt in Südafrika

    Ein Schwarzer warnt die Weißen: Die Geduld der Gewaltlosen ist nicht unerschöpflich

    Von Victor Kadalie

  • Plädoyer eines Föderalisten

    Was wir brauchen: kein Bundeskultusministerium, sondern einen Kulturrat der Länder

  • Schwarze Gipfelkonferenz

    Das Ergebnis der afrikanischen Gipfelkonferenz von Lagos? Es wurde beschlossen, eine zweite Gipfelkonferenz abzuhalten, nachdem zuvor die Außenminister noch einmal zusammenkommen.

  • Die Frage aus Thüringen

    Dr. Johannes Dieckmann, Präsident der Volkskammer, der gelegentlich gern delikate Aufgaben übernimmt,gab in diesen Tagen, wie das Ostberliner LDP-Blatt „Der Morgen“ berichtet, eine Erklärung dafür, warum Bundesbürger in die DDR reisen dürfen, Westberliner dagegen nicht.

    Von N. A.

  • Reaktion in Ostberlin

    Drei Spalten seiner Sonntagsausgabe hat das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ am vergangenen Wochenende dem letzten Leitartikel der ZEIT gewidmet.

  • Briefe aus der Zone

    Briefe, die durch den Eisernen Vorhang gelangen – sie sind heute das einzige Band, das die Deutschen in ihrem geteilten Lande noch verbindet.

  • „Maulkorb“ für Generäle

    Kennedy bleibt dabei: Die hohen Militärs dürfen nicht alles sagen, was sie wollen

    Von Thilo Koch

  • Waghalsig ist er und besonnen

    Mit nie verlöschender Zigarre, Symbol des Erfolgs, Verkörperung des deutschen Familienvaters“ – mit nichts kann man Ludwig Erhard größeres Unrecht antun als mit dieser Art kleinbürgerlicher Plakatierung.

    Von Franz Josef Strauß

  • Zeitspiegel

    Großbritannien wird nach einer Meldung des Sunday Telegraph die Stützpunkte für seine Thor-Raketen wahrscheinlich 1965 verschrotten.

  • Die Horoskop-Firma neben Adenauer

    Als kleines Mädchen bekam sie von ihrer Mutter einen schönen blauen Morgenrock, der war so wunderschön, daß er zum Tragen am Morgen eigentlich viel zu schade war.

    Von Walter Gong

  • Der Kreml lügt mit vielen Zungen

    Noch deutlicher als an der Sowjetpresse wird am sowjetischen Rundfunk die Vielzüngigkeit offenbar, mit der Chruschtschows Propagandisten den Westen durcheinanderzubringen trachten.

  • Wirtschaft
  • Aktiensparer werden vertröstet

    Wer zu Beginn dieser Woche die Börsenberichte der Banken und die „Prognosen“ der sogenannten Informationsdienste aufmerksam verfolgte, konnte unschwer eine gewisse Einheitlichkeit in der Beurteilung der Börsenlage feststellen.

    Von Kurt Wendt

  • Wirtschaftswunder am Polarkreis (I)

    Das Brot vom Acker – den Wohlstand vom Walde

    Nur selten richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf den östlichsten skandinavischen Staat – etwa zu Zeiten politischer Manöver der Sowjets am Polarkreis –, und so weiß man in Mitteleuropa von Finnland wegen seiner peripheren Lage nicht sehr viel.

  • Gespräche amBankschalter

    Brauereiaktien bleiben krisensicher

    Als sich im vergangenen Jahr die Möglichkeit einer DM-Aufwertung abzeichnete, hielten viele Anleger eine Überprüfung ihrer Portefeuilles für notwendig.

  • Der Luftomnibus fehlt noch

    Die Bundesrepublik hat ein Schienen- und Straßennetz, wie man es so dicht kaum sonstwo in Europa oder Übersee findet. Daher hieß es auch lange Zeit, ein Nahflugverkehr in diesem Gebiet sei Nonsens.

  • Honorierte Seenot

    Die Reeder nehmen Kurs auf Bonn – unter diesem Titel begründete Harald H. Schuldt, Mitglied des Präsidiums des Verbandes Deutscher Reeder, in der Ausgabe Nr.

    Von Sigmund Chabrowski

  • Alle Jahre wieder ...

    Den Rundfunk- und Fernsehhändlern ist der Kragen geplatzt. Wenn die Preisbindung für Fernseher nicht aufgehoben wird, so beschlossen sie, sollten sich die Händler vom 1.

    Von H. M.

  • Eine D-Mark für eine Reichsmark

    „Die Bundesregierung wird im Jahre 1962 den Entwurf eines Gesetzes zur Aufwertung der privaten Kapital- und Rentenversicherungen vorlegen.

    Von Albert Schieier

  • Wirtschaftspolitik im Laboratorium

    Eine mehrjährige Phase des wirtschaftlichen Aufschwunges in der Bundesrepublik hat uns den Blick für eine echte Konjunkturpolitik getrübt.

    Von Hermann Riedle

  • Frankreich zieht die Bremsen

    In Frankreich ist der Pflichtreservesatz der Banken von 30 % auf 32 % erhöht worden. Der Nationale Kreditrat, in dem der Gouverneur der Bank von Frankreich den Vorsitz führt, hat diesen Beschluß mit der enormen Ausweitung der Bankkredite an die Privatkundschaft – von 48 Mrd.

  • Pariser Börse

    Reform-Schwierigkeiten

    Mit der Börsenreform ist während des ersten Monats ihrer Wirksamkeit dem Pariser Markt wenig Glück widerfahren: die Umsätze sind allgemein zurückgegangen und die zu Agents de Change ernannten früheren Coulissiers sind nun ganz überzeugt, daß sie diese Ehre mit rückläufigen Verdiensten zu bezahlen haben werden.

  • Argentinische Sorgen

    Der erste, Alvaro Alsogaray, Bewunderer und Nachahmer Minister Erhards, hatte Argentinien in fast zweijähriger Amtszeit zur „freien Wirtschaft“ geführt.

  • Die bösen Kapitalisten

    In der vergangenen Woche hat sich der Vorsitzende der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, Dipl. Volkswirt Rolf Spaethen, des Kurses der VW-Aktien angenommen.

    Von K. W.

  • England noch nicht überzeugt

    Die auffallend spärlichen Berichte der englischen Presse über die Londoner Verhandlungen Prof. Erhards mit den führenden britischen Ministern stützen sich fast ausschließlich auf Mittellungen Minister Erhards an hiesige deutsche Pressevertreter.

  • Im Schatten der Kuba-Aktion

    Mexiko hat die Feigen der amerikanischen Interventionin Kuba gut überwunden. Das mag absurd klingen ist aber doch nur die Feststellung einer schlichten Tatsache.

  • HEW sind nicht konjunkturempfindlich

    Der Inhalt des Geschäftsberichtes der Hamburgische Electricitäts-Werke AG, Hamburg, für 1960/61 (30. Juni) ist optimistischer als der Dividendenentschluß des Aufsichtsrates, nämlich 9 % Dividende (wie für das Vorjahr) zu verteilen, aber zusätzlich einen Bonus von 1 % zu gewähren, erkennen läßt.

  • Portiät der Londoner Börse:

    Tradition – eine hinderliche Hypothek

    Die Londoner Stock Exchange wird 1973 ihr zweihundertjähriges Jubiläum feiern. Aktien wurden aber schon vorher in einem Kaffeehaus gehandelt, das einem gewissen Jonathan gehörte.

    Von F. J. Weale

  • Zeitraffer

    Das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik stieg, nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, im Jahre 1961 real um 5,3 % (1960 um 8,8 %).

  • Wissen
  • Moskaus neue Methoden

    Das Aide-mémoire des sowjetischen Außenministeriums vom 27. Dezember 1961 war kein einmaliges, zufälliges Schriftstück; es markierte vielmehr den Beginn einer Akzentverschiebung in der sowjetischen Deutschland-Politik.

    Von Wolfgang Leonhard

  • Törichter Trotz?

    Zwei Meldungen tauchten zu Beginn der Woche in unseren Zeitungen auf. Die eine besagte, daß sich die Verluste aus der Gründung des „Freies Fernsehen GmbH“ voraussichtlich auf 39 Millionen belaufen werden.

  • Was tut Paris?

    Ja, es gibt Leute; die vor Angst vergehen, weil in ihrem Hause schon zweimal eine Plastik-Bombe explodierte („Warum nicht ein drittes Mal, Monsieur?“); Leute, die einem wiederholt „plasti-Treppe Mitbewohner, wenn sie ihm.

    Von Josef Müller-Marein

  • Reisen
  • Eismeer-Abfahrt – sanfter als ihr Ruf

    Gewinn an Eleganz heißt oft Verzicht auf Erlebnis, auch im Wintersport. Er fordert mehr Aufwand, er wird komplizierter – und ärmer.

  • Zwei-Klassen-Schiffe auf Jungfernfahrt

    Eine ganz neue Art von Seetouristik nimmt ihren Anfang, wenn am 3. Februar das längste Fahrgastschiff der Welt, die 315,50 Meter lange „France“, an der Pier von Le Havre zu ihrer offiziellen Jungfernfahrt (eine Probefahrt führte zu den Kanarischen Inseln) loswirft.

  • In der weißen Arena von Obergurgl

    Die gut ausgebaute Autostraße F 186 mündet im höchsten Kirchdorf Österreichs in Obergurgl auf fast 2000 Meter Höhe. Hier riegeln mindestens ein Dutzend Dreitausender das weite sonnige Hochtal nach allen Seiten ab.

    Von Peter Mörser

  • Reisespiegel

    Im Harz plagt man sich seit einiger Zeit mit einer Entscheidung, die gleichermaßen Kommunen wie Privatwirtschaft Kopfzerbrechen verursacht: Soll das Wasser im Staubecken der Okertalsperre getrunken oder auf andere Weise „benutzt“ werden? „Der Fremdenverkehr“, Fachblatt der Deutschen Zentrale für Fremdenverkehr, berichtet, daß sich die Industrie- und Handelskammer Braunschweig neuerlich gegen die Verwendung eben dieses Wassers als Trinkwasser gewendet habe.

  • Gehört und gesehen
  • Fernsehen

    Der Essay über die besondere Art der amerikanischen Kleinleute-Seligkeit fehlt noch. Zweimal hatte man in der vorigen Woche Gelegenheit, der USA-Version von „arm aber reinlich“ beizuwohnen.

  • Theater

    Das „Kleist-Jahr“ 1961 reicht für die deutschen Bühnen zwar noch bis zum Ende der laufenden Spielzeit. Das Hessische Landestheater in Darmstadt will – so weit man sieht, als einzige Bühne – auch noch „Die Familie Schroffenstein“ herausbringen.

  • Film

    „Barfuß durch die Hölle II“ (Japan; Verleih: Atlas): Mit diesem zweiten Teil seines insgesamt dreiteiligen und acht Stunden dauernden „Barfuß“-Films setzt Regisseur Masaki Kobayashi die Geschichte des unentschiedenen Intellektuellen Kaji, der glaubt, Faschismus und Krieg humanisieren zu können, konsequent fort.

  • Funk

    Es ist für einen jungen Autor sicher nicht leicht, nach einer schmerzhaften Geschichte ein Hörspiel zu schreiben, das frei ist von wütenden Anklagen und dramatischen Ausbrüchen.

  • Gehört und Gesehen
  • Kritiker von heute – Regisseure von morgen

    Als kürzlich in Hamburg der Film Eheinstitut Aurora“ uraufgeführt wurde, sagte der Produzent Ulrich bei einem Presseempfang nicht ohne Stolz, er mache, so lange es keine Subventionen gebe, solche Filme, bei denen „die Kasse stimmt“ – und er bat anschließend um Entschuldigung dafür, daß er sage, was er denkt.

    Von Rene Drommert

  • Gesellschaft
  • Mattscheiben für Studenten

    Im „Self-Instruction“-Raum des Harvard Colleges ist pausenlos Vorlesung. Die Studenten kommen und gehen, wann es ihnen paßt, aber das stört den Professor nicht.

    Von Thomas v. Randow

  • Schwarze Raumfahrt-Woche in Amerika

    Oberstleutnant John Herschel Glenn mußte wieder einmal unverrichteter Dinge aus seiner Raumkapsel klettern, und Millionen Amerikaner stellten enttäuscht ihre Fernsehapparate ab.

    Von V. G.

  • Farewell, Fahrenheit!

    Seit dem 15. Januar gibt das britische Wetteramt die Temperaturen nicht nur in der landesüblichen Fahrenheitskala an, sondern auch in Celsius.

    Von Egon Larsen

  • Werde ich hier nicht bedient?

    Was der Kunde erwarten darf – Wer bildet die Verkäufer aus – und für wen? – Taktik hinterm Ladentisch

    Von Ortwin Fink

  • Warum sie Verkäufer wurden

    Nach dem Grund ihrer Berufswahl befragt, antworteten mir 38 von hundert jungen Damen in einer Textil-Einzelhandelsschule: „Weil man als Verkäuferin ständig mit Menschen in Kontakt kommt.

  • Wie man „mehr herausholen” kann

    Es ist nicht so, daß die Unternehmer ihr Personal nicht anleiteten. Zusätzlich zum Berufsschulunterricht erhalten schon die Lehrlinge – vor allem in den großen Geschäften – betriebliche Schulung, zumeist wöchentlich eine Stunde.

  • Kultur
  • Witz im Schatten

    Der Dominikanerpater Dr. Rochus Spiecker wurde jetzt als zwölfter in den Aachener „Orden wider den tierischen Ernst“ aufgenommen.

    Von Rochus Spieeker

  • Mohlers Takt

    Daß man von Toten nur Gutes sagen sollte, ist ein Ratschlag, der eher altehrwürdig als immer gut ist. Hat er doch beispielsweise dazu geführt, daß es keine verlogenere literarische Gattung gibt als den Nekrolog.

  • Nr. 5 vom 31. Januar 1952

    Die Unterhöhlung beginnt

    Die Woche brachte schlimme Nachrichten aus Nordafrika. Die gegen den Kolonialismus gerichtete Revolution dehnt sich vom Iran über Ägypten nach Tunesien und Marokko aus.

  • Zeitmosaik

    Die Alten, um das Reich zu befrieden, ordneten zuerst ihr eigenes Land. Um ihr Land zu ordnen, schufen sie Ordnung in ihren Familien.

  • Deutsche Studenten heute

    Gepreßt in die drangvoll fürchterliche Enge der Hörsäle und Institute, können unsere Studenten an den Universitäten heute kaum mehr vernünftig arbeiten.

    Von Rudolf Walter Leonhardt

  • Kleiner Kunstkalender

    Die reichste Kollektion französischer Kunst des 18. Jahrhunderts befindet sich nicht im Louvre, sondern, dank Friedrich dem Großen, in Berlin.

  • Verunglückter Apoll

    und behauptet, es sei „ein Zeitroman, der den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile überrascht“. Bezieht man diese Verheißung auf Grammatik und Stil dieses Berichts über die Abenteuer eines amerikanischen „Soziologie-Professors“ in Deutschland, so muß man dem Verlag recht geben.

    Von Svbil Gräfin Schönfeldt

  • Unser Seller-Teller Januar 1962

    Drei beliebte Vorurteile kann diese Liste Lügen strafen: daß Ubersetzungen aus aller Welt in der Bundesrepublik größere Chancen haben als die Bücher einheimischer Autoren (zum viertenmal in der nun sechsundfünfzigmonatigen Geschichte des Seiler-Tellers haben wir es nur mit deutschen Autoren zu tun, und mit einer Ausnahme auch mit deutschen Themen, einmal sogar mit dem Thema Deutschland); daß die Leute, bei aller Aufgeschlossenheit für „Sachbücher“, im großen und ganzen doch dem Roman den Vorzug geben (zum ersten Mal ist kein einziger Roman darunter); und schließlich, daß uns das Jahr 1961 keinen einzigen richtigen Bestseller beschert hat – das hat es doch, wie sich jetzt herausstellt, und zwar gleich deren drei.

  • Die heimatlose Linke

    Seine Unkenntnisse, nicht seine Provokationen sind Wolf Jobst Siedler vorzuwerfen

    Von Fritz J. Raddatz

  • Was heißt „Heimat“?

    Nun, Sie werden sicherlich einige Briefe bekommen – darunter diesen Ich muß den Handschuh wohl aufnehmen, weil in dieser langen Polemik, die sich im übrigen dadurch auszeichnet, daß nahezu alle sachlichen Belege fehlen, unter den drei oder vier genannten Namen ausgerechnet auch meiner vorkommt.

  • Macht die norwegische Kultur bankrott?

    „Auf der vordersten Linie der norwegischen Kultur ist in allen ihren Bereichen heute schon der nahende Kältetod zu spüren. Theater und bildende Kunst unterliegen einem raschen Schrumpfungsprozeß Unsere Malerei erlebt ihren Herbst und stellt ihn aus, unsere Bildhauerei ist ein monumental angelegter Souvenirladen, und unsere Architektur ist geist- und spannungslos geworden.

  • Zeitfragen

    Zum Lachen oder Weinen?

    Noch immer geht der Geist von Boris Pasternak um. Noch immer? Der Mann starb vor noch nicht anderthalb Jahren und wirkt seither von Monat zu Monat stärker und tiefer und weiter.

  • Lehren aus Parties

    Der Partyroutinier wird natürlich nie den Fehler begehen, zu früh, also zur angegebenen Uhrzeit, auf einer Party zu erscheinen.

    Von Wolfgang Ebert

  • Zu empfehlen

    ES ENTHÄLT, wie nicht anders zu erwarten, die Gegenstücke zu jenen 88 000 Spezialbegriffen der Industrie, des Handels und der Verwaltung, diesmal, statt aus dem Englischen ins Deutsche, aus dem Deutschen ins Englische übertragen (eine ungleich schwierigere Aufgabe).

  • Aus den Hauptstädten der Welt

    Oslo – die bröckelnde Idylle

    Wenn ich aus dem Fenster meiner Mansarde blicke, habe ich ein treuherzig verschneites Bild vor mir. Ein naiver Maler hätte den kleinen Park mit seinen kahlen, lilabraunen Bäumchen, dem zugefrorenen Teich, den türkischen Kiosken nicht zutraulicher auf seine Leinwand setzen können: Kinder kreisdien fröhlich in der Wintersonne, alte Damen führen ihre Pudel spazieren, und hinter dem glitzernden Zuckerguß auf den Parkbänken fahren himmelblaue Trambahnen vorbei.

    Von Haas Magnus Enzensb erger

  • Ferner Osten – nähergebracht

    Vor über hundert Jahren wurde der japanische Holzschnitt entdeckt, gerade als es mit ihm zu Ende ging, und ein wenig Flügelstaub dieses exotischen Falters fiel auf den Impressionismus, auf Whistler, Beardsley, van Gogh; aber immer blieb die Kunst Ostasiens, in der alles schön ist, nur nicht der Mensch und seine Kultur, der nichts abgeht als das heiße Herz, dem Abendlande fremd in ihrer begnadeten Sturheit.

    Von Ernst Stein

  • Länderspiegel
  • Nordrhein-Westfalen

    Bis zur Gelbsucht...

    Wer glaubt, um verhaftet zu werden, müsse man ein rechter Bösewicht sein, der irrt. Bei Hildegard Langenberg, einer unbescholtenen Kölner Bürgerin, hätten ein paar falsch placierte alte Möbel schon um ein Haar ausgereicht.

  • Bremen

    Radio Bremen schaltete ab

    Den Verantwortlichen von Radio Bremen sitzt noch heute der Schreck in den Gliedern. Ist da doch dieser Tage ein höchst unfeines Wort auf lizenzierter Welle in den Äther ausgestrahlt worden – ein Wort, das sich kaum für die schriftliche Wiedergabe eignet.

  • Bayern

    Kapfinger und die Intelligentsia

    Zwischen dem 9. und dem 23. Januar, zwischen Beginn und Ende der Kapfinger-Hauptverhandlung, veröffentlichte die „Passauer Neue Presse“ insgesamt genau 41 Zeilen über die Darbietungen ihres Besitzers und Herausgebers vor einer örtlichen Strafkammer.

  • Baden-Württemberg

    Leutnants spielten Karl May

    Öffentliches Interesse liege nicht vor, zu dieser Ansicht kamen der Kommandeur des 252. Fallschirmjägerbataillons und das Nagolder Amtsgericht über Vorgänge in der Nagolder Eisberg-Kaserne.

  • Lebensart
  • Für den Arzt geht Not vor Recht

    Ärzte, die zur schnellen Hilfeleistung in die Wohnung eines Kranken gerufen werden, kommen heute oft später als nötig. Sie finden keine Möglichkeit, ihr Auto zu parken; darüber ist schon viel geklagt und viel geschrieben worden, aber praktische Abhilfe wurde bisher noch nicht geschafft.

  • Indro Montanelli:

    Das private Leben wird immer mehr eingeengt

    Eine gewisse Traurigkeit erfaßt mich, wenn ich an Frau Merlin denke, die sozialistische Senatorin: Zehn Jahre lang hat sie sich für das nach ihr benannte Gesetz zur Schließung der öffentlichen Häuser.

  • Staub auf Englands Kochbüchern

    „Auf ‚die gute französische Küche wird selten viel hygienische Sorgfalt verwandt. In einem Hotel mit drei Sternen habe ich gesehen, wie der Küchenchef seine Finger in die Soße tauchte, um sie zu probieren.

  • Sport
  • Der russische Herkules

    Die menschliche Kraft kennt, ebenso wie die Intelligenz, keine Grenzen. Jeder Tag bringt uns neue Erkenntnisse, natürlich auch auf dem Gebiet des Sports.

    Von Peter Heusen

  • Eishockey: Rasant, rauh – und politisch

    Die Eishockey-Weltmeisterschaften, die vom 8. bis 18. März in Colorado Springs in den USA stattfinden sollen, sind mit Sprengstoff der hohen Weltpolitik geladen.

    Von Horst S. Veiten