Bundesbahn braucht Eigenkapital
Nach der Schweiz die teuerste europäische Eisenbahn
nalisten das vorläufige Jahresergebnis 1961 der DB erläuterte, daß trotz des erhofften Rechnungsausgleichs von einer wirtschaftlichen Gesundung könne. Ein Defizit wird nur vermieden, wenn der Bund seine Leistungen an die Bahn um 85 Mill. DM erhöht. Geschieht dies, dann handelt es sich dabei keineswegs um eine Verlustübernahme oder gar um eine Subvention der Schiene. Die erwähnten 85 Mill. DM sind nicht anders zu beurteilen als die 1 2 Mrd. DM, die der Bund voraussichtlich im laufenden Rechnungsjahr an die Bahn leisten wird, im übrigen ein Betrag, der rund 300 Mill. DM über dem liegt, was für das vergangene Jahr vorgesehen war. Das sind gewaltige Beträge, die der Steuerzahler im Rahmen einer Neuordnung der finanziellen Beziehungen zwischen Bund und seiner Eisenbahn aufbringen muß. Dieser wurden aber in den Nacjikriegsjähren Lasten aufgebürdet, die mit den. Eisenbahnbetrieb selbst nichts, oder nur wenig, zu tun haben.
Selbstverständlich mußten eines Tages klare Verhältnisse geschaffen werden. Deshalb wurde die Brand Kommission 1958 vom Bundestag beauflagt, Grundsätze für eine wirtschaftliche, Gesundung der Bundesbahn zu erarbeiten. Das ist geschehen Über das Prinzip gibt es keine Meinungsverschiedenheiten. Es ist aber auch allen Beteiligten klargeworden, daß nicht in einem Akt dies neugeordnet werden kann. Dafür ist die Bundesbahn zu groß und die Etatlage des Bundes viel zu sehr angespannt. Man exerziert jetzt ad loc Lösungen. Sie sind darauf gerichtet, die Rechr ung der Bundesbahn, jeweils auszugleichen, unabhängig davon, ob die Ansprüche, die die Bahn nach rechtlichen Überlegungen und kaufmännischen Grundsätzen an den Bund stellen kann, abgelöst werden oder nicht. Praktisch erfolgt dies nur mit einem Bruchteil. Daher vermag die Bundesbahn auch, ohne sich in die Lage eines Subventionsempfängers gedrängt zu sehen, einen zusätzlichen Ausgleich, so wie das für 1961 vorgesehen ist, zu fordern. Bei der Fremdverschuldung ist die Bahn an eine Grenze gestoßen; sie läßt sich nicht mehr beliebig hinausschieben. Die in der DB arbeitenden fremden Mittel betragen 7 5 Mrd. DM, umgerechnet der Bundes- also Eigentümer Darlehen. Der Kapitaldienst beansprucht im Jahr 860 Mill. DM. Zunächst muß daher das Eigenkapital in eine vernünftige Relation zur Bilanzstruktur gebracht werden. Das soll in den nächsten Jahren mit jeweils einer halben Milliarde geschehen. Vor allem aber kommt es darauf an, die Investitionsprogramme ungeschmälert durchzuführen. Ohne Ausschöpfung der Rationalisierungsmöglichkeiten und Modernisierung des technischen Apparates läßt sich das Tarifniveau der Bundesbahn nicht dem der EWG anpassen. Das muß aber erfolgen, denn die Bundesbahn ist nach der Schweiz die teuerste europäischt Eisenschaft, sondern beeinträchtigt auch die Wett bewerbskräft der Bahn gegenüber den anderen Verkehrsträgern, die sich einen immer größeren Anteil am Verkehrsaufkommen, sichern konnten, ein Prozeß, der auch heute noch nicht abgeschlossen ist. W. R. Das Geschäftsjahr 1961 des Dekafonds I ist — vom Absatz her gesehen - recht befriedigend verlaufen; denn es konnten rd. 566 000 Anteile neu erkauft werden (1960 rd. 508000). Der Anteilnmlauf ist danach von ra 3 68 Mill. Anteilen am 31. 12. 1960 auf 4 248 013 Anteile am Jahresultimo 1961 gestiegen. Das Fondsverinöcien hat im Jahre 1961 nur eine geringfügige Zuwadisraie aufzuweisen. Stand 31. 12. 1960 204 0 Mill: DM. Siand 31. 12. 1961 209 3 Mill. DM Die Senkung des Kürsniveaus im Berichtsjahr hat einem höheren Zuwachs, wie ei nach dem ZuHuß der Mittel aus dem Anteilabsatz und aus dem höheren Zufluß von Erträgen aus Dividenden und Zinsen zu erwarten war, entgegengewirkt. Je Anteil werden für 1961 3 — DM je Anteil für 1960 2 75 DM je Anteil) ausgeschüttet. Das Verhältnis der in der Ausschüttung enthaltenen ordentlichen Erträgnisse (Zinsen und Dividenden) zu den außerordentlichen Erträgnissen (Bezugsrechtserlöse und Verkaufsgewinne) ist etwa das gleiche wie im Vorjahr (rd. 40: >).
- Datum 16.02.1962 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 16.2.1962 Nr. 07
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