D-Mark für Osaka

Mitte der vergangenen Woche unterzeichneten in Frankfurt die Beauftragten der Präfektur und die der Stadt Osaka den Vertrag über die Gewähung einer 6Va °o Anleihe im Betrag von 100 Mill. DM; sie wurden von einem deutschen Bankenkonsortium übernommen. Dies ist die erste deutsche Anleihe, die jemals an Japan gegeben wurde, und die erste Anleihe, die Japan nach dem letzten Krieg in Europa untergebracht hat. Ihre Effektivverzinsung beträgt etwa 7 °o. Sie kostet etwa l °o mehr, als Inländer in Deutschland zahlen müssen, und ist etwa l °o billiger, als Osaka hätte in Japan zahlen müssen. Dies zeigt, daß die Bundesrepublik trotz eines hohen Kapitalzinses einen kommerziellen Kapitalexport betreiben kann, wenn sie sich um ihn bemüht. Nichts aber ist notwendiger als dies, denn auf lange Sicht gesehen müssen dem politischen Kapitalexport in die Entwicklungsländer kommerzielle Auslandsanleihen zur Seite gestellt werden. Mit Geschenken und offenen Verlustgeschäften können wir unsere Zahlungsbilanzprobleme allein nicht lösen.

Die Anleihe ist für den europäischen Markt interessant. Japan ist, ein Schuldner, der seinen Verpflichtungen bisher immer korrekt nachgekommen ist. Seine Anleihen notieren heute in New York wieder durchweg etwa bei pari. 100 Millionen ist ein großer Betrag. Kein Wunder, wenn die Anleihe auch im Ausland angeboten wird. Bei ihrer guten Ausstattung wird sie dort Interessenten finden, zumal sie über D Mark lautet und in D Mark bedient wird. Die Stärke unserer Währung wird bewußt kommerziell genutzt. W". R.

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