Theater

FRANKFURTMain (Kleines Haus): „Die Viadukte" von Marguerite Duras Im III. Programm, dem Studio der Städtischen Bühnen, inszenierte Günther Ballhausen die deutsche Erstaufführung eines Bühnenstückes, dessen Verfasserin hauptsächlich durch ihre Dialoge zu dem Film „Hiroshima — mon amour" bekannt geworden ist „Alles, was die persönliche_Faszination dieser Autorin ausmacht, ist auch in diesem Stück, obschon es, weiß Gott, kein Stück ist", liest man m ehepaar hat seine taubstumme Nichte ermordet, die Leiche zerstückelt und die 36 Teile von Zügen, die die nahen Viadukte passierten, in alle Teile Frankreichs fahren lassen (Warum?) „Erst der Mord hat die beiden alten Leute zur Berühmtheit fähig gemacht" (Nette Presse) „Die Viadukte sind kein Kriminalstück. Es könnte eher als ein psychoanalytisches Vexierspiel bezeichnet werden Man kann sich als Hörer und Zuschauer der Identifikation nicht entziehen. Man weiß die neuere französische Literatur von Camus bis zu Genet und lonesco gegenwärtig" (Karl Korn in der FAZ). Der Übersetzer Walter M. Guggenheimer weist auf das „Geheimnis der Sprache" von Marguerite Duras hin „Das ist heute, schlicht gesagt, der wichtigste Platz auf Erden. Was immer wir auch zu sagen haben werden, wir werden es nicht einmal mehr denken können, wenn uns die Sprache ausleiert, in der es erst Gestalt gewänne In den beiden Hauptrollen fanden Elisabeth Kuhlmann und KÖLN (Kammerspiele): Einakter Buzzatis inszenieren „Sie sind besser. Nicht viel, aber immerhin", urteilt Walter Karsch im Berliner Tagesspiegel: Allein zuhaut? zeigt eine vereinsamte Witwe, eine Kartenlegerin, die nur noch in Angst lebt. Gisela Holzinger spricht diesen Monolog mit hoher Intensität und Strahlkraft . Im Mantel zeigt Buzzati dann wieder eine Beschwörung. Diesmal ruft eine Frau ihren gefallenen Sohn aus dem Totenreich herbei. Der Dialog hat manchmal sogar dichterische Kraft Hans Bauer bewegt seine Figuren vor Chargesheimers knapp andeutendem Bühnenbild manchmal etwas zu holzschnittartig. Das bekommt vor allem der Mutter von Irmgard Forst nicht gut . Man glaubt ihr die Kraft der Beschwörung nicht — Die Anekdote aus der Französischen Revolution „Der grüne Kakadu" von Arthur Der Einakter ist ein Vorläufer von Pirandellos „Sechs Personen suchen einen Autor" Über die Aufführung sagt Albert Schulze Vellinghausen in der FAZ: „Dawar ein Chor aus großen Solisten . Genaue Einsätze, es war eine Freude " STUTTGART (Schauspielhaus): „Dantons Tod" von Georg Büchner „den Weg der Distanzierung". Durch das Bühnenbild Gerd Richters — „alte, angegilbte, klassizistische Stiche und helles Licht" — bekamen laut keit eines Bilderbogens Die meisten Szenen verloren ihre Atmosphäre „Wenn die Stuttgarter Aufführung im Grunde nie zum Drama Dantons vorstieß, dann deshalb, weil Max Eckardts Danton seine Todesgedanken wie eine Dekoration trug . Die Regie selbst schien dem Puritanismus Robespierres zuzuneigen Die einzige Gestalt, die ihren Namen nicht wie ein an allen Ecken und Enden zu großes Gewand trug, war der Robespierre Hans Helmut Dickows In den weiblichen Rollen: des zweiten Teils ließ das Publikum an die Garderoben drängen, noch ehe es mehr als nur höflichen Applaus gespendet hatte Jac MÜNCHEN (Theater am Gärtnerplatz): „Lysistrate" von Aristophanes und Paul Kont Wer ist Paul Kont? Man erfuhr es nicht aus der Musik, für die er mit seinem Namen zeichnete, man erfuhr es aus dem Programmheft: ein zweiundvierzigjähriger Komponist aus Wien, der sich für seine Berufenheit auf eine ganze Serie wohlbeleumdeter Lehrherrn beruft. Man sucht vergeblich ein „Gesicht"; aber auch vergeblich eine Erfindungskraft, die den Mut rechtfertigen könnte, den beinahe wortgetreu originalen Aristophanes zu „verkomponieren". Hier hat offensichtlich das mißverstandene Beispiel Carl Orffs einen antikebegeisterten Nacheiferer auf einen Irrweg geführt. Über den_Fall Orff (in dieser Hinsicht) läßt sich streiten Über den Fall Kont (soweit er hier bekannt wurde) nicht. Für Komödie ist diese Musikalisierung (?) zu brutal, für Parodie zu ernst gemeint, für Operette zu schwunglos, zu fern jeglicher Naivität. Aber die Inszenierung von der Abend als Ganzes passieren konnte a th

 
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