Zeitraffer
Bei 778 84 DM im Monat haben die durchschnittlichen Bruttoeinnahmen der von der Statistik ständig beobachteten „Indexhaushalte" (Vierpersonen Arbeitnehmer Haushalte mit nicht mehr als einem Hauptverdiener) in den ersten drei Vierteljahren 1961 gelegen. Wie das Deutsche Industrieinstitut mitteilt, waren die Bruttoeinnahmen damit um 7 2 %>, die Neftoeinnahmen mit 682 55 DM um 6 5 °o höher als im gleichen Zeitraum 1960. Stärker als die Netfoeinnahmen sind die durchschnittlichen Verbrauchsausgaben der Indexhaushalte gestiegen. Sie erhöhten sich um 7 8% auf 659 07 DM monatlich. Die monatliche Ersparnis ging von 29 22 DM auf 23 48 DM, also von 4 56 %> auf 3 44 °o der Nettoeinahmen zurück. DM Gesamtausgaben blieb der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 196061 ein Rohertrag von 5 Milliarden oder 600 Mill. DM mehr als im Vorjahr. Die Abwanderung von Arbeitskräften (Familienarbeifskräfte wie auch Lohnarbeifer) hielt an. Bundeswirtschaftsminisier Erhard und das Statistische Bundesamt in Wiesbaden haben die Bevölkerung aufgerufen, sich an der vom Bundestag einstimmig beschlossenen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1962" zu beteiligen. Diese sfafisfische Erhebung, an der rund 50000 Haushalte aller sozialen Schichten (Rentner, Pensionäre, Arbeitnehmer aller Kategorien und Selbständige) mitwirken sollen, soll endlich exakte Angaben darüber bringen, welche Teile des Einkommens für Miefe, Ernährung, Verkehrsmittel, kulturelle Bedürfnisse usw aufgewendet werden und wieviel der Einzelne als Spargeld „auf die hohe Kante legt". 135000 Schoppen Wein haben die Besucher der „Internationalen Grünen Woche" getrunken, und zwar 100000 mit deutschem und 35000 mif österreichischem Wein. Die Dänen verteilten 100000 und die Holländer 60000 Käseproben. Am französischen Stand wurden 54000 Ausfern geschlürft. Die Berliner Ausstellung, die vom 2 bis 11. Februar dauerte, wurde von 438000 Deutschen und Ausländern besucht.
Als neuer Kandidcf für die assoziierte Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaff hat sich Spanien gemeldet. Ein entsprechender Antrag der spanischen Regierung isi dem EWG Minisferrat zugeleitet worden.
Das israelische Pfund wurde mif Einwilligung des Internationalen Währungsfonds um 33 bis 55% abgewertet und gleichzeitig eine „neue Wirtschaftspolitik" angekündigt. An Stelle der verschiedenen früheren Wechselkurse triff jetzt ein einheitlicher Kurs, der die innere Kaufkraft des Pfundes besser widerspiegelt und der Regierung erlaubt, die Tauschbeziehungen zum Ausland zu liberalisieren. In das Ringen um den Zusammenschluf; der britischen Chemiegiganten 1CI und Courfaulds haben sich jetzt auch die Sowjets eingeschaltet. Sie boten dem Courtaulds Konzern sieben Millionen Pfund für eine Kunstfaser Erzeugungsanlage, um den Widerstand des Konzerns zu stärken. Die Sowjets sollen an der Unabhängigkeit von Couriaulds interessiert sein, da. sie um ihre guten Geschäftsverbindungen zu diesem Unternehmen fürchten.
Neun Milliarden Dollar hat die amerikanische Regierung nach Angabe informierter Kreise in Vorräten von strategisch wichtigen Rohstoffen investiert. Ein Verkauf zu Marktpreisen würde gegenwärtig einen Verlust von 600 Millionen Dollar bedeuten. Die Regierung möchte jetzt die Vorräte an Aluminium und Kautschuk abbauen. Um den Markt nicht in Unordnung zu bringen, will man sich dazu zehn Jahre Zeit lassen. 13 Unternehmen der westdeutschen Jute Industrie haben seif 1955 ihre Produktion einstellen müssen. Ursache sind nach Angaben der Branche die steigenden Einfuhren aus Niedrigpreis- und EWG Ländern sowie Wettbewerbsverzerrungen.
- Datum 16.02.1962 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 16.2.1962 Nr. 07
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