Zeitspiegel

„Die einzigen Anhänger de Gaulies sind achtzig Prozent des franzöischen Volkes " „Ein Treffen mit Chruschtschow ist immer ein Erlebnis " „In Italien wird mehr geflucht als in jedem anderen Land der Erde " In Addis Abeba ging eine Versammlung von fünfzig führenden afrikanischen Politikern zu Ende, die einen engeren Zusammenschluß der unabhängigen Staaten in Ost- und Mittelafrika vorbereiten sollte. In der „Pan African Freedom Movement for East and Central Africa" (Pafmeca) wurden auch die nationalistischen Parteien von Süd- und Südwestafrika aufgenommen. Gleichzeitig wurden erste Schritte für eine Ostafrikanische Föderation unternommen, an der sich auch Äthiopien und Somalia beteiligen wollen. Am Schluß der Tagung erhoben sich die Delegierten und sangen spontan „Gott segne Afrika".

Am vergangenen Wochenende, kurz nach Mitternacht, glaubten viele Engländer ihren Ohren nicht zu trauen: Der Nachrichtensprecher der BBC hatte gerade seine Sendung beendet, da meldete sich das „Komitee der Hundert", die Organisation der britischen Atomwaffengegner. Jemand —- viele behaupten, es sei der Philosoph Bertrand Russell gewesen — verlas einen Protestbrief an Premier Macmillan gegen den Plan der Amerikaner und Briten, auf der Weihnachtsinsel Kernwaffen zu testen. Die britischen „Funkpiraten" ahmten damit die französische Geheimorganisation OAS nach, die schon häufig die Kabel des Senders von Algier für Appelle ihres Chefs, des Generals Salan, „angebohrt" hatte.

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Die letzten zehn ausländischen Söldner haben Katanga in der vergangenen Woche verlassen. Ein Mitglied der UN Kommission für Katanga bestätigte, daß er in Kipushi und Jadotville keine fremden Soldaten mehr entdeckt habe. Bei der Ankunft in Paris sagte einer der Entlassenen: „Wir sind ohne Murren gegangen, weil Präsident Tschombe, den wir sehr verehren, uns erklärt hat, daß unsere Abreise dazu beitragen werde, die normalen. Beziehungen zwischen Katanga und den UN wiederherzustellen " Anklagen gegen Chuschtschow sendet eine neue 20 KW Kurzwelienstation Albaniens auf russisch in den Äther - Die Russen antworten auf albanisch und setzen Störsender ein.

Vier Torpedoboote bringt der russische Dampfer „Kolchosnik" nach Kuba. Der Transporter passierte am Wochenende den Kanal. Der Londoner „Sunday Telegraph" veröffentlichte Luftaufnahmen des Schiffes. Seiner Ansicht nach sind die Boote „vom neuesten Typ und höchstens sechs Jahre alt". Wie Chruschtschows Schwiegersohn Alexei Adschubej jüngst in Washington den Herrn des Kreml vertrat, so treibt auch der französische Graf Jeminy Politik im Interesse seines Schwiegervaters, des laotischen Prinzen Souvanna Phouma. Der französische Adlige will die westlichen Diplomaten davon überz;upen, daß der Prinz wirklich Neutralist und nicht etwa ein verkappter Kommunist ist. Die Vereinigten Staaten unterhalten strategische Notvorräte im Werte von 7 7 Milliarden Dollar; außerdem werden landwirtschaftliche Produkte im Werte von 5 4 Milliarden Dollar gespeichert. An alles ist gedacht: in den 213 geheimen Depots lagern für den Notfall 101 Warenarten — vom Rizinusöl über Bettfedern bis zu Opium und Saphiren. Der Vorrat an Industriediamanten dürfte für hundert Jahre reichen. Präsident Kennedy stellte fest, daß Güter für etwa 3 4 Milliarden Dollar zuviel gehortet seien, und kündigte eine Untersuchung darüber an, wie es zu dieser übermäßigen Vorratswirtschaft kommen konnte „In einigen Fällen", sagte Kennedy, „hat die Regierung siebenmal soviel angeschafft, wie wir voraussichtlich benötigen werden

 
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